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Heilhäuser Lothloriens/Siegesfeier
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Thema: Heilhäuser Lothloriens/Siegesfeier (Gelesen 6564 mal)
The Chaosnight
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Späher Isengarts
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Heilhäuser Lothloriens/Siegesfeier
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am:
August 20, 2008, 22:38 »
Aiwyn, von: Der Ausfall"
Benommen öffnete Aiwyn ihre Augen. Ihre Sicht war immer noch verschwommen und lediglich Umrisse konnte sie erkennen. So weit sie sehen konnte, waren mehrere Personen vor ihr, die hin und her eilten und unverständliche Dinge murmelten.
Als sie sich bewegen wollte, merkte sie, dass sie auf etwas Weichem lag und etwas ähnliches, nur viel dünner auf ihr lag. Sie konnte sich weder erklären, wo sie war, noch wie sie hier her kam. "Wo...Wo bin ich", fragte sie in den Raum. Einer der Umrisse bewegte sich zu ihr und stellte sich neben sie. "In den Heilhäusern des Waldes", sagte die Person, "Und dies seit nun mehr fast zwei Tagen."
"Zwei Tage", fragte sie ungläubig.
"Zwei Tage", bestätigte die Person, "Einer der Nordmenschen hatte euch hergebracht, hätte er dies nur eine Stunde später getan, würde ich euch dies nicht sagen können. Er hat euch eine Nachricht hinterlegt, bevor er zurück zur Schlacht geeilt war, ihr findet sie links von euch auf dem Tisch, außerdem sollte ich euch sa...", doch Aiwyn hörte nicht mehr zu, denn nun erinnerte sie sich wieder vollkommen an das Geschehene.
Die Sprengung der Verteidigungslinien, das Auftauchen der Trolle, die ungeheure Anzahl an Angreifern, das alles schien ihr im Kopf, als ob sie immer noch da wäre. Mit all ihrer Kraft richtete sie sich in eine sitzende Position und machte Anstalten das Bett zu verlassen. Ihre Sicht hatte sich wieder normalisiert und si erkannte nun, dass sie auf einer großen Plattform auf einem Baum war und neben ihr dutzende weitere Betten standen. Die Person neben ihr war ein schmächtiger Elb, der verwirrt auf sie schaute und sagte: "Wo wollt ihr hin?"
"Zurück zur Schlacht", murmelte Aiwyn, "Gegen diese Übermacht braucht ihr jeden verfügbaren Kämpfer und sei er noch so angeschlagen..."
"Die Schlacht ist vorbei", sagte der Elb, "Die Orks sind panisch geflohen, obwohl sie schon fast vollkommen durchgebrochen wären. Außerdem wäre es für euch Selbstmord auch nur wenige Meter zu gehen, es grenzt schon fast an ein Wunder, dass ihr eure Verletzungen überlebt hattet, fordert euer Glück nicht noch mehr heraus." Nach einer kurzen Pause ergänzte er noch: "Entschuldigt mich nun bitte, hier oben sind noch vierzehn weitere Verletzte und wir sind nur zu dritt hier eingeteilt."
Sie ließ sich wieder in ihr Bett fallen und fiel in Gedanken.
Nach einiger Zeit erinnerte sie sich wieder an die Nachricht, von der der Elb gesprochen hatte, die unter den ganzen Gedanken an die Schlacht vollkommen untergegangen war. Sie drehte sich nach links und griff den Zettel, der auf dem Tisch lag.
Aiwyn,
Ich weiß, dass wir beide nie gut miteinander auskamen und viel Probleme miteinander hatten. Ich weiß, dass ich selbst einen großen Teil dazu beigetragen hatte und schon Probleme mit dir hatte, bevor ich dich überhaupt kannte.
Im Nachhinein denke ich vorschnell und unklug gehandelt zu haben, denn du hast mehr als einmal bewiesen, dass du ein guter Mensch bist, doch ich konnte es nie erkennen.
Auch wenn ich es dir wohl nie persönlich sagen kann, da ich direkt nach der Schlacht wieder nordwärts gehen werde, will ich dir über diesen Brief mitteilen, dass ich mir diesem Fehler bewusst bin und ich hoffe, dass du dein weiteres Leben nicht ausschließlich das schlechte Bild, was ich dir die ganze Zeit über gezeigt hatte, in dir behalten wirst.
Auch wenn ich wünschte, dir dies nie mitteilen zu müssen, habe ich auch noch zwei schlechte Nachrichten. Ich wünschte, uns beiden dies ersparen zu können, doch leider bin ich der einzige, der die Tatsachen vollkommen kennt und du hast ein Anrecht drauf, es zu erfahren, denn es betrifft dich bestimmt ebenfalls.
Unser beider Freund Garwair wurd im Kampf gegen den Ork, der dich angegriffen hatte, von einem verirrten Pfeil im Nacken getroffen und so schwer verletzt, dass die elbischen Heiler ihm so gut wie keine Überlebenschance zurechnen. Leider weiß ich nicht, auf welchem Krankenflett er ist, da es davon dutzende gibt und ich direkt nachdem ich ihn den Heilern übergeben hatte wieder in die Schlacht geeilt war, doch ich habe den Heilern, die ihn weggebracht haben gesagt, dass sie dir sobald er gestorben oder genesen ist Bescheid sagen sollen. Auch wenn ich sagen muss, dass mir die Elben unheimlich sind, bin ich mir sicher, dass sie ihr Wort halten werden.
Weiterhin musste ich bei den Beorningern herausfinden, dass Maurfin die ganze Zeit über nur sich selbst im Sinn hatte, um seinen Racheplan gegen die Seestädter ausführen zu können. Als wir eines ihrer Lager fanden, hatte er behauptet, dass Dol Guldur nach Seestadt marschieren wird, damit die Nordmenshen dahin aufmarschieren und durch ihr Militäraufgebot Verteidigungsmaßnahmen der Stadt provozieren, die für einen Kampf um die Stadt sorgen würde. Damit ich ihm nicht ins Wort fallen konnte, hatte er mir das Schwert des Hauptmannes, das er gestohlen hatte in meine Unterkunft geschmuggelt und mich so als Verbrecher dargestellt. Als seine Lüge auffielt, nachdem er dabei erwischt wurde, wie er mir noch mehr Beweise unterschieben wollte, floh er und wurde von mehreren Bogenschützen verfolgt, die nicht mit Gewissheit sagen konnten, ob sie ihn erwischt hatten, da sie sich nicht in den Wald rein trauten.
Ich hoffe, dass du dich trotz dieser Nachrichten gut erholen kannst und bald wieder ganz die alte sein wirst. Wenn ich Bogan oder das Mädchen finde, werde ich ihnen Bescheid sagen, wo du bist, du wirst dich bestimmt freuen, einen der beiden sehen zu können.
Airufer
Als sie den Brief las, brachen alle Emotionen, die sie in der Schlacht aufgestaut hatte aus ihr heraus und dutzende alte Erinnerungen kamen wieder hervor. Airufers Hass auf sie, nun diese Entschuldigung, Garwairs Hilfe im Kampf gegen Maethor, nun die Nachricht seiner tödlichen Verletzung, sie wusste nicht mehr,
was
sie eigentlich denken sollte. Doch trotz der grauenvollen Nachricht über Garwair und trotz der Entschuldigung Airufers, die ihre Abneigung gegenüber ihn deutlich schmälerte, richteten sich fast alle Gedanken auf Maurfin. Den schweigsamen, etwas seltsamen Mann, den sie immer als Ruhepol respektiert hatte, der sie nun verraten hatte und dadurch die Verstärkung wahrscheinlich aufgehalten hatte und so dutzende Kämpfer dem Tod geweiht hatte. Die Bilder des Handels ihres Vaters mit dem Fremden, den Angriff ihrer Soldaten vor Seestadt, sie erinnerte sich genau, wie sie sich damals gefühlt hatte. Hasserfüllt richtete sie sich wieder zu einer sitzenden Lage auf und schlug mit einer Hand auf den Tisch.
Den Verräter töte ich eigenhändig und wenn es das letzte ist, was ich tue!
Plötzlich spürte sie einen stechenden Schmerz in ihrer Seite und fiel zurück in das Bett. Sie sah nur noch, wie der Elb, der mit ihr gesprochen hatte, mit einer merkwürdigen Pflanze in der Hand zu ihr geeilt kam, dann wurde sie erneut ohnmächtig.
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Letzte Änderung: November 24, 2008, 22:17 von Gnomi
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Fuxurios
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Re: Heilhäuser Lothloriens
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Antworten #1 am:
August 30, 2008, 16:32 »
Aglareb aus Ausfall
Aglareb lag in einem Krankenbett und starrte an die Decke, die Gesichter und Gestalten zu verbergen schien, doch beim genauen hinsehen in der starken Rinde des großen Baumes verblassten. Er schaute sich um und sah dass der Raum platz für 12 Verwundete hatte, aber allesamt waren es Menschen. Ob sie aus Rohan, Gondor oder aus dem Norden kamen, konnte er nicht erkennen, da sie entweder in Bandagen eingehüllt oder elbische Leinen trugen. Er betrachtete sich und merkte, dass er selbst solch Elbenkleidung trug. Aglareb versank in Gedanken.
Welch eine Stille hier herrscht. Wir sind mitten im Krieg und doch scheint hier in diesem Raum der Frieden Mittelerdes eingekehrt zu sein. Es fühlt sich gut an. Der duft des Baumes und der elbischen Arznei, die Ruhe und Gelassenheit der Verwundeten und Heiler. Ich hab die Hölle durchstreift und nun bin ich Himmel? Es scheint mir nicht dass ich jemals so ehrenhafte Taten vollbracht zu haben um mich hier auszuruhen. Oder bin ich vielleicht doch tot? Es ist wie ein wundervoller Traum, aber träumen tue ich nicht...eher fühle ich mich wie neu geboren, als hätte ich all die dunklen Schmerzen von meiner Seele verbannt und meinen Körper gereinigt. ...Kein einziges Gesicht kommt mir hier bekannt vor, weder noch sieht es nicht so aus als würden diese Leute mich hier kennen.
„Seid ihr wieder wohlauf? Wie geht es euren Arm?“
Ich fühle mich so fremd, aber doch geborgen und heimisch. Einerseits sind es meine Brüder aber andererseits doch so unbekannte Menschen.
„Herr?“...
Welch eine zarte Stimme. Von ihrer Schönheit gar nicht zu sprechen...
Aglareb starrte die Elbin an, die zu seinem Bett kam und sich nach seinem Wohlbefinden erkundigte, und ihn wartend ansah. Er schüttelte die Gedanken weg und antwortete:
„Verzeiht mir... was sagtet ihr?“
„Euer Arm. Es grenzt an ein Wunder, dass ihr ihn behalten konntet. Ihr steht wahrhaftig in der Gunst der Valar.“
„Nun ja, Schmerzen hab ich keine. Und bewegen kann ich ihn als wäre nie was gewesen. Das einzige was ich spüre ist dieses kribbeln als wäre er eingeschlafen.“
„Ja so könnte man es nennen. Er war in der Tat sehr tief eingeschlafen. Wir wollten ihn entfernen, bevor das Gift euer Herz erreicht hätte.“
„Ihr wolltet ihn entfernen!... Oh nein meine Teuerste, ich habe nur ein Auge und wenn ich auch noch nur *einen* Arm habe könnt ihr mich gleich den Orks zum Fraß vorwerfen. Ich danke euch, dass ihr mich wieder gesund gemacht habt. Aber ich muss wieder zurück in die Schlacht. Wo sind meine Waffen?“ - Aglareb stand vom Bett auf.
„Mit euren Waffen kann ich nicht dienen. Und wenn ihr zurück in die Schlacht wollt?... Diese ist seit einiger Zeit vorüber. Ihr könnt natürlich auch gleich direkt nach Dol Guldur spazieren und euch mit den tausenden zurückgezogenen Orks anlegen, die seit dem Tode des Hexekönigs geflüchtet sind, wenn ihr so an eurem Leben hängt.“ – Entgegnete die Elbin auf die undankbaren Worten Aglarebs, der sich nun schämte als er die Blicke der anderen im Zimmer auf sich zog. Leise antwortete er:
„Es tut mir Leid. Ich sollte meine Worte wohl besser bedenken und meinen Lebensrettern den Dank entgegenbringen den sie verdient haben. ... Ihr seit die wahren Beschützer Mittelerdes. Es gehört nicht viel dazu mit einem geschliffenen Schwert einem Ork den Schädel zu spalten, aber Menschen nur mit Unkraut das Leben zu retten. ... Das ist etwas, was wir in diesen dunklen Zeiten am meisten brauchen.“ – Die Elbin verwandelte ihre zuvor böse Miene in ein freundliches Gesicht und lächelte. Dann antwortete sie:
„Nur wenn sich jeder ganz und gar seiner Aufgabe widmet, können wir diesen Krieg gegen das Böse gewinnen. Ihr gabt euer Leben um unsere Lande zu beschützen und wir gaben unser bestes um euch dabei zu helfen.“ - Aglareb nickte.
„So soll es sein. Doch laßt mich nun gehen, auf diesem Bett sollte ein Verwundeter liegen und kein gesunder Mann.“ – Er ging an der Elbin vorbei und zur Tür hinaus.
Ich brauch meine Axt...Ich habe nicht Hunderte Orks mit ihr erschlagen, nur um sie dann irgendwo zu verlieren. Immerhin habe ich noch eine Wette mit einem der Zwerge...ob sie die Schlacht überstanden haben?
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Letzte Änderung: September 16, 2008, 19:53 von Fuxurios
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Vexor
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Re: Heilhäuser Lothloriens
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Antworten #2 am:
September 08, 2008, 23:57 »
Gwiwileth und Nîdanadh aus Wälder Lothlóriens...
Der Weg war Gwilwileth erbarmungslos lange vorgekommen. Jede einzelne Sekunde quälte sie aufs neue, jeder Schritt ließ ihr das Mark in den Knochen gefrieren.
Es waren nicht die Schmerzen des Kampfes, die Gwilwileth schmerzten; Sondern das Leid und Elend, dass der Krieg über die Wesen Mittelerdes gebracht hatte.
Sie trotette den Weg zu den Heilhäusern Loriens.
Ihr rotes Haar hing schlaf und freudlos herunter und bedeckten den größten Teil ihres silbernen Mantels, der am Fußende nun bräunlich gefärbt und an manchen Stellen zerissen war.
Die Stiefel ihrer Rüstung hatte sie ausgezogen und in einem Bündel verstaut, über die Schulter gelegt. Ihre nackten Füße glitten durchs Gras, und kleine Blätter und Grashälme bedeckten nun die Seiten ihr Füße. Das Gras war feucht und kalt, aber es fror Gwilwileth nicht, denn die psychischen Schmerzen betäubten Geist und Sinne, und machten sie empfindungslos für alle physischen Verletzungen.
Nîdanadh schritt hinter ihrer Gestalt drein, aber er hatte immer noch kein Wort gesagt, seitdem sie aus den äußeren Wäldern aufgebrochen waren. Stumm war er, aber sein Gesichtsausdruck verriert mehr als tausend Worte, anderseits war es leer und ausdruckslos, wie jede dunkle Höhle in den Gebieten Mittelerdes.
Sein Gesicht war ein Wechselspiel zwischen einer Woge von Gefühlen, die wie eine Welle, schnell und unaufhaltsam, auf einen zurollt, und dann widerum einer Wüste von Schatten und Leere, die nichts auszudrücken vermochte.
Ich bin so müde...Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als wieder bei der weißen Frau zu sein...Ihr Kuss brennt wie ein Denkmal immer noch auf meiner Wange...ihre Worte hallen wie Trompetenschall in meinen Ohren...ihr Gesicht, wie eine warme Woge, benebelt meinen Geist. Ich vermisse sie, die einzige, der ich etwas bedeute. Niemand interessiert sich für mich. Nicht Nîdanadh, der wie eine Hülle seiner selbst vor sich hin wandelt, nicht meine Nachtigall, die sich seit der letzten Nachricht nicht mehr blicken ließ, nicht Jutan, dem ich soviel geschenkt habe. Wahrscheinlich hat er sich, seines erbärmlichen Geschlechts üblich, irgendwohin verkrochen und wartet darauf, dass die Schlacht geschlagen wird.
Gwilwileth schauderte es bei diesem Gedanken, denn so empfand sie nicht wirklich. Jedoch wurde ihr eines klar, als sie sich ihre Gedanken noch einmal durch den Kopf gehen lies.
Welch bösartige Gedanken hege ich in meinem Kopf? Am Ende liegt der arme Jutan nun von Orks geschändet auf dem Schlachtfeld, weil er sich in seinem jugendlichen Übermut in die Schlacht gestürtzt hat. Auch Nîdanadh kann ich nicht verurteilen, denn auch ich bin bedrückt über Maedhros Tod, und ich kannte ihn nicht sehr gut.....Ich merke nun wie der Krieg einen verändert...die Orks und Sauron mögen Böse sein...aber das wirklich Böse steckt im Krieg, denn der Krieg macht uns alle zu Bestien.
Ein kalter Windstoss fegte durch den Wald, und ließ sogar die uralten Bäume sich im Wind biegen, und ein bitteres Stöhnen ging von ihnen aus, als der Wind heftiger bließ.
Wie ein eisiges Messer schnitt er Gwilwileth ins Gesicht, und schmerzverzehrt verzog sie das Gesicht.
Nach kurzer Wanderung waren sie angekommen. An den Heilhäusern herrschte ein Chaos. Unmengen an Verwundeten überfüllten den Platz. Menschen, von überall her konnte man sehen; Waldläufer des Nordens, Rohirrim und ein paar Menschen aus den südlichen Gebieten Gondors.
Eine Reihe von Menschen und Elben hatte man am Boden gebildet. Gwilwileth starrte mehrere Minuten auf die Menschenreihe, die so friedlich am Boden zu schlafen schienen, bis sie endlich begriff, dass es Tote waren. Tote die man dort aufgebarrt hatte, damit Angehörige die Leichen indentifizieren und bestatten konnten.
Als sie unter den Toten auch sah, dass jüngere Menschen lagen, versetzte ihr es einen Schock, und sie rannte ohne auf Nîdanadh zu achten, durch die Reihen und suchte nach Jutan.
Wieviele gestorben sind...Elben...Menschen.
..jung und alt. Hier einer von gerademal zwölf Jahren...dieser ist vielleicht vierzehn.
Keuchend passierte sie das Ende, der Leichenreihe, aber sie hatte Jutan nicht gefunden.
Sich der Erschöpfung bewusst werdend lies sie sich auf einen Stuhl sinken, und vergrub das Gesicht in den Händen.
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Re: Heilhäuser Lothloriens
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Antworten #3 am:
September 12, 2008, 00:53 »
Nîdanadh blieb an Ort und Stelle stehen. Er sah, wie Gwilwileth an den Reihen der Toten vorbeistürmte und er erkannte an ihrem Gesicht, dass sie verzweifelt hoffte jemanden hier nicht zu finden.
Doch er selbst hatte diese Hoffnung nicht, sein bester, sein einziger Freund in all diesen Jahren war tot und selbst wenn dieser hier liegen würde – er würde den Anblick seines toten Freundes nicht ertragen können.
Während er dort stand, rannten um ihn herum alle hin und her. Er stand am Eingang des Heilbezirkes und blockierte so einen Teil des Weges. Ständig liefen Menschen, Elben und sogar ein paar Zwerge an ihm vorbei, stoßen ihn an, fluchten auf diesen Mann, der wie ein Fels mitten auf diesem Weg stand und so jeden erst einmal abbremste. Minutenlang blieb er so verharrt und sämtliche Szenen der letzten Jahre flogen an seinem inneren Auge vorbei. Wie oft hatte er Maedhros getroffen, wie oft hat dieser versucht ihm zu helfen, aber er hatte ihn nicht gelassen. Doch jetzt war es zu spät, nie wieder würde Maedhros sich um ihn kümmern.
Als er langsam wieder zurück fand und die Heilhäuser vor sich sah bemerkte er erst, wie die anderen an ihm vorbei rannten. Er trat ein paar Schritte zur Seite, damit alle vorbei konnten.
„Mein Herr“ hörte er auf einmal eine Stimme neben ihm und sah einen Menschen vor sich stehen. „Sie müssen sofort versorgt werden, wenn sie mir folgen, ihr Arm sieht fürchterlich aus.“
Erst jetzt schaute Nîdanadh auf seinen Arm und erkannte, was der Mann vor ihm meinte. Fast der gesamte Stoff an seinem rechten Arm fehlte und so ein grauenhaftes Bild offenbarte.
Bei dem halben Oberarm fehlte die Haut und die noch vorhandenen Stofffetzen glänzten vor Blut. Gleichzeitig kam der Schmerz. Er stöhne auf und drückte seine Hand gegen die offene Wunde und schaute den Mann an, der ihn angesprochen hatte, nickte und sagte: „Ich komme mit.“
Kurze Zeit später lag er an einen Baum gelehnt, da keine Betten mehr frei waren, und zwei Heiler beschäftigten sich mit seiner Wunde. Rasch hatten sie die Verletzung ausgewaschen und nur wenig später befand sich ein Verband um seinen Arm.
„So, das ist alles, was wir gerade machen können. Wir müssen uns jetzt um die anderen kümmern, tut uns leid“ sagte einer der beiden und danach waren beide verschwunden.
Nîdanadh lehnte seinen Kopf zurück gegen den Baumstamm und schloss die Augen.
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Re: Heilhäuser Lothloriens
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Antworten #4 am:
September 13, 2008, 15:30 »
Drellir von : Der Ausfall
Nachdem er hunderte Leichen auf dem Schlachtfeld auf seiner Suche nach Aiwyn untersucht hatte und sie dennoch nicht gefunden hatte, war er wie die letzten Verletzten auch, auf den Weg zu den Heilhäusern.
Seine Wunde am seinem Kopf hatte inzwischen fast aufgehört zu bluten, aber sie musste gereiningt werden und er wollte das viele Blut an seinem Körper abwaschen.
Durch den Wind wirbelten seine Haare oft über sein Gesicht und so klebte Blut an ihnen genau wie in seinen Bart, es war über die Wangen in den Bart gelaufen und letztlich sogar auf seinen Mantel getropft. Wenn er seine Hände betrachtete, trugen sie die härtesten Spuren des Kampfes, man konnte kaum noch Haut erkennen und sie waren ganz steif und kalt vom Greifen der Waffen. Aber am meisten wollte er dieses Kettenhemd, welches er unter seinem Mantel trug, wieder los werden. Es beengte ihn und durch die Erschöpfung drückte es allmählich auf seine Schultern und Wirbelsäule.
Auf seinem Weg zu den Heilhäusern hatte er die Szenarien dieser Schlacht immer wieder im Kopf, das Gebrüll der Trolle und derer, die um ihr Leben schrien. Das Gesicht jedes Feindes den er niederstreckte, er war so abgelenkt, dass er nicht einmal mit bekam, dass sich vor ihm eine Art Schlange gebildet hatte. Es musste der Eingang zu den Heilhäusern sein. Einige der Männer um ihn herum erkannten ihn als den Unbekannten, der ihnen in der Schlacht geholfen hatte zu überleben. Doch er reagierte nicht und schaute noch einmal in Richtung der Heilhäuser und erkannte ein bekanntes Gesicht.
Drellir war diese Warterei zu wider und nahm seinen linken Arm und fasste damit zwischen seine beiden Vordermänner und drückte sich zwischen ihnen hindurch und schuf sich seinen Weg durch drängeln. Es war ihm egal ob diese Männer das selbe durch gemacht hatten wie er und mindestens genauso angenervt waren von dieser Schlange.
Nachdem er sich durch die Reihen geschlichen hatte und die Masse lautstark über ihn fluchte, wandte sich sein Blick wieder auf die Person am Baum, es war Nîdanadh. Auch er machte nun seine Augen auf und war sichtlich überrascht ihn wieder zu sehen. Drellir ging langsam in seine Richtung bis er nur wenige Schritte vor ihm stand. Die Blicke der beiden sagten wieder einmal alles, doch dieses mal war Drellir nich auf die Konfrontation aus.
"Kann ich meine Ausrüstung bei dir platzieren während ich mir etwas Wasser suche?", fragte er Nîdanadh mit ruhiger aber dennoch erschöpfter Stimme, der immernach am Baum lag. Während der Frage vermied er den Blickkontakt schnürrte dabei seine Armstulpen auf, erst einige Augenblicke danach schaute er Nîdanadh wieder an und wartete auf seine Antwort...
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Re: Heilhäuser Lothloriens
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Antworten #5 am:
September 13, 2008, 22:38 »
Horden von Orks brandeten gegen die Mauern der wehrlosen Elbenzitadelle...
Ein schwarzer Streitkolben zerschmetterte seinen Schwertarm...
Ein Berserker stürzte sich im ewigen Eis des Nordens auf ihn...
Der Morgenstern des Hexenkönigs prallte mit voller Wucht gegen seinen Brustkorb...
Schweißgebadet fuhr Maethor hoch. Sofort tasteten seine zittrigen Finger nach seiner Klinge, schlossen sich um das Heft. Beruhigende Sicherheit breitete sich in ihm aus.
Verfluchte schwarze Magie...
Er hatte geahnt, dass die eisige Kälte in der Seele des Hexenkönigs ihn noch eine Weile verfolgen würde, selbst nachdem er seinen Körper vernichtet und seinen Ring sicher verwahrt hatte. Er wischte sich den Schweiß von der Stirn, versuchte sich aufzusetzen und sank sofort wieder unter Schmerzen zurück. Ein kurzer Blick verriet ihm sofort, dass er sich offenbar in den Heilhäusern Lothloriens befand.
Also haben wir es geschafft...
Wie üblich nach einem harten Kampf fühlte er sich auf eine seltsame Art und Weise zufrieden, doch auch bis an die Grenze erschöpft und ein wenig enttäuscht, dass es vorbei war und jetzt wieder Monotonie einkehren würde... überall um sich hörte er das Stöhnen der Verwundeten, und es widerte ihn an. Wer seine Verletzungen und Verluste nicht mit Würde zu tragen wusste, hatte in einer wahren Schlacht nichts verloren. Ohnehin war sein Respekt für all jene, die es nicht gewagt hatten, sich dem Hexenkönig persönlich in den Weg zu stellen, schon vor dem eigentlichen Gefecht auf den Nullpunkt gesunken.
Natürlich gibt es Ausnahmen...
Von Glorfindel freilich hatte er nichts anderes erwartet. Maethor blickte zu dem Elbenfürsten, der nicht weit entfernt auf eine Liege gebahrt worden war. Zu Maethors Freude war er er zwar noch bewusstlos, doch seine Wunden waren versorgt worden und sein Atem schien stabil zu gehen. Es sah mehr aus, als würde er schlafen, denn gegen eine tödliche Verletzung ankämpfen.
Ganz anders dagegen Jutan, der auf einer Liege nahe Maethor lag. Dem Jungen war sein außergewöhnlicher Mut mit dem Stich einer Morgulklinge vergolten worden, eine Wunde, die selbst einen ausgewachsenen Mann leicht das Leben kosten konnte.
Es gibt nichts schlimmeres, als nach einem gewonnenen Kampf dennoch langsam an seinen Wunden dahinzusiechen... kein wahrer Krieger verdient dieses Schicksal.
Und der Junge hatte sich tatsächlich als Krieger erwiesen. Zwar waren seine Technik und seine Stärke - selbstverständlich - nur auf einem mittelmäßigen Niveau, doch Maethor wusste, dass dies nicht das Herzstück war, das einen großen Kämpfer auszeichnete. Man brauchte einen unerschütterlichen Geist, und den hatte der Junge im Angesicht einer schrecklichen Gefahr zweifelsfrei unter Beweis gestellt.
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Re: Heilhäuser Lothloriens
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Antworten #6 am:
September 13, 2008, 23:09 »
Gwilwileth saß da, das Gesicht immer noch tief in ihren schmutzigen Händen vergraben. Die Müdigkeit hatte sie übermannt, und die Verletzungen an Armen und Beinen machten sich allmählich bemerkbar, denn das MIttel, welches Celeborn ihr gegeben hatte, betäubte die Schmerzen nur und förderte den Heilungsprozess, aber eine vollkommene Heilung beiwirkte es nicht.
Zahlose Menschen kamen an Gwilwileth vorbei. Sie beachteten die Frau nicht, die in sich zusammengesunken am Boden saß.
Jedoch betrachtete die rothaarige Elbin sie, oder viel mehr, erlauschte sie sie.
Sie nahm die Schritte auf dem feuchten Gras war, und das Stimmengewirr. Von hellen und dunklen Stimmen, hohen und tiefen. Traurige, wütende,angsterfüllte und leere Stimmen nahm sie war. Jedoch wollte sie einzig und allein eine Stimme hören; Die Stimme eines Jungen, den sie ins Herz geschloßen hatte, und den sie in den Tod geschickt hatte.
Plötzlich kam eine blonde Elbenfrau auf sie zu, und kniete sich vor ihr nieder.
" Meine Herrin, ihr seid doch Frau Gwilwileth-Dùlin, die Ziehnichte, der weißen Frau. Sie hat mich ausgeschickt, um nach euch zu suchen, und eure Wunden zu versorgen." Die Stimme der Elbenfrau war klar und hell, wie der Morgentau auf den Rosen in den Gärten Imladris.
Galadriel? Sie lebt, und sie lässt nach mir schicken...Ich schäme mich, dass nicht einmal daran gedacht habe, mich nach ihr zu erkundigen.
Trotz alledem, hob sie ihren Blick nicht, und wechselte mit der Elbin kein Wort, obwohl sie es gewollt hatte, fehlte ihr schlichtweg die Kraft Worte zu formen und diese in die Welt zu spucken.
" Sie müssen mir ihren Arm reichen. Welches Ungetier hat ihnen diese Wunde zugefügt? Die Haut ist getränkt und verätzt von Gift?...". Sie wartete einen Moment, doch Gwilwileth antwortete ihr nicht." Ja ich würde sagen Spinnengift. Hierfür wasche ich die Wunde wohl am besten aus, und versorge sie mit Nelkenstaub; Jener hat eine vielversprechende Heilung für Giftwunden, der Spinnen."
Gwilwileth ließ die Prozedur über sich ergehen, und bald hatte die Elbin die Wunde gesäubert, und ihren Arm verbunden. Auch die übrigen Wunden wusch sie aus, und verband sie mit dem weißen, in Nelkenstaub getränkten, Stoff.
Auch wusch sie das Gesicht der Elbin, in dem noch immer der dreckige Orkspeichel klebte.
Zu guter Letzt bürstete sie Gwilwileths Haar, und begann wieder mit einer Konversation.
" Meine Herrin ihr seht aus als würde ihr jemanden suchen? Obwohl ihr den Blick nicht erhoben habt, kann ich spüren, wie ihr alle übrigen Sinne geschärft habt, um nach jemanden Auschau zu halten? Nunja ich kann euch zwar nicht helfen, da ich gerade erst hierher gekommen bin, doch habe ich von den mutigen Soldaten gehört, die sich dem Fürsten der Schwarzen Reiter gestellt haben. Wie ihr wisst ist der Fürst Glorfindel von Imladris dorthin aufgebrochen. Und wenn ihr auf die kleine Baumgruppe dort drüben seht, findet ihr seine Ruhebett, und die seiner Gefährten.Ein einarmiger Elb...war glaub ich dabei....und ein Menschenkind...ein Rohirrim soweit ich das einschätzen kann -".
Gwilwileth sprang auf. Ohne der Frau, die sie soeben versagt hatte spurtete sie los.
Der Weg zu der kleinen Baumgruppe, wo man Glorfindel schon von weiten liegen sehen konnte, kam ihr unendlich lang vor. Auf dem Weg dorthin rempelte sie immer wieder Menschen an, so eilig war es ihr, sich davon zu überzeugen, dass es Jutan war, oder wollte sie sich überzeugen, dass er es nicht war.
Sie war nur noch zwei Schritte entfernt als sie ins schluchzendes Freudengeschrei ausbrach. Die Tränen lief ihr über die Wangen, und ein breites Lächeln zierte ihr Gesicht.
Sie warf sich vor Jutans Liege und legte ihren Kopf auf seine Brust.
Er sieht alt aus. Viel älter als vor der Schlacht....aber....er sieht schwach aus...und krank....aber sein Herz schlägt
Zärtlich strich sie ihm eine Strähne aus dem Gesicht, und sie fing an mit ihm zu reden. Erst leise flüstern, dann im normalen Ton, aber Jutan regte sich nicht.
Gwilwileth ließ sich zurücksinken, als sie schließlich merkte, dass ein Elb sie zu beobachten schien. Nicht auffällig, aber dennoch auffällig genug, dass es Gwilwileth bemerkte.
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Re: Heilhäuser Lothloriens
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Antworten #7 am:
September 14, 2008, 16:41 »
Maethor hatte die Elbin mit kaum verhohlenem Interesse beobachtet. Sie war eine ungewöhnliche Erscheinung, insbesondere ihre rötlichen Haare, die er bis jetzt an keinem anderen Elben gesehen hatte. Er erkannte an ihren Bewegungen, dass sie Erfahrung in der Kunst des Schwertes hatte... doch es war auch offensichtlich, dass ihre unkontrollierten Gefühle ihr den Weg zur endgültigen Meisterschaft stets verwehren würden.
Als sie ihn schließlich bemerkte, sagte er schlicht: "Der Junge kann euch nicht hören... er wurde erst kürzlich von der Klinge des Hexenkönigs verwundet, eine solche Wunde wird so leicht nicht verheilen." Er lächelte schief. "Man könnte fast sagen, dass ich Glück hatte, nur seinen Morgenstern zu spüren bekommen zu haben..."
Auf einmal fiel ihm etwas ein. "Auch, wenn er noch einen weiten Weg zu gehen hat... es war offensichtlich, dass Jutan im Kampf von einem Elben unterwiesen wurde. Ihr habt gute Arbeit geleistet. Er hat sich im Kampf wahrlich bewährt."
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Re: Heilhäuser Lothloriens
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Antworten #8 am:
September 14, 2008, 16:50 »
Gwilwileth starrte ein paar Minuten sprachlos auf Maethor.
Hexenkönig?...Morgulklinge?
Ihr Blick wanderte wieder zu Glorfindel, und sie erinnerte sich an die Worte, die die Elbin gesagt hatte über Glorfindels Mission den Hexenkönig zu vernichten.
"Entschuldigt werter Herr, aber was sagt ihr? Dieser Junge ist in den Kampf mit den Hexenkönig gezogen?"
Sie sagte die Worte mit großer Ironie in der Stimme, denn sie konnte es immer noch nicht fassen, dass Jutan sich dem Hexenkönig gestellt hatte.
Sie strich ihr rotes Haar hinter die Ohren und blickte Maethor direkt in die Auge, um seine Antwort abzuwarten.
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Re: Heilhäuser Lothloriens
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Antworten #9 am:
September 14, 2008, 16:56 »
Maethor blickte sie für einen Moment unschlüssig an.
Würde jemand, den ich unterwiesen habe, ein solches Wagnis eingehen, so wäre ich stolz auf ihn...
"In der Tat", sagte er dann. "Nicht alleine natürlich. Er schlich hinter uns her, als wir uns auf dem Weg zum Hexenkönig befanden. Er hat wahrlich Mut bewiesen - jeder andere in seiner Lage hätte spätestens nach Beginn des Kampfes, als selbst ein Krieger von Glorfindels Fähigkeiten vom Morgulfürsten zurückgedrängt wurde, sofort die Flucht ergriffen.
Er jedoch blieb, und kämpfte. Genau wie wir anderen bezahlte er den Preis dafür... doch ein Sieg wäre ohne ihn nicht möglich gewesen."
Noch während er die Worte sprach, fragte er sich, wie so wohl reagieren würde...
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Re: Heilhäuser Lothloriens
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Antworten #10 am:
September 14, 2008, 17:02 »
Bei diesen Worten konnte Gwilwileth ihre Entrüstung nicht mehr zurückhalten.
" Er ist...euch...nachgeschli
chen?!? Habt ihr und die edlen Fürsten von Glorfindel, denn nicht gemerkt, dass er noch ein Kind ist? ..Ein Kind".
Sie begann immer leiser zu werden und flüsterte nun unverständliches Zeug vor sich hin.
Gwilwileth schluchzte wieder und legte ihren Kopf auf Jutans Brust.
"Er ist doch nur ein Kind; nur ein Kind...ein Kind".
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Re: Heilhäuser Lothloriens
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Antworten #11 am:
September 14, 2008, 17:09 »
Maethor hob eine Augenbraue. "Ist das wirklich das erste, was euch in den Sinn käme, wenn ihr ihn im Kampf mit dem Hexenkönig sähet? 'Er ist nur ein Kind?' Ich sah in jenem Kampf kein Kind. Ich sah einen Krieger, einen Krieger mit dem Mut und der Entschlossenheit, etwas zu tun, das kein anderer der hier versammelten Elben und Menschen gewagt hat. Hätte ich ihn wirklich mitten im Kampf zurückschicken sollen, in dem Moment, als er sein eigenes Schicksal auf eine Art und Weise in die Hand genommen hat wie wohl niemals zuvor in seinem Leben? Wie hätte er sich dann wohl gefühlt - wie hätte er sich gefühlt, wenn ich ihm vorgeschrieben hätte, dass der Kampf anderen überlassen werden sollte und er keinerlei Macht oder Recht hat, selbst für das, was ihm teuer ist, einzustehen?"
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Re: Heilhäuser Lothloriens
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Antworten #12 am:
September 14, 2008, 19:33 »
Gwilwileths Gedanken überschlugen sich und ihr Herzschlag raste.
Wie kann sich dieser Elb einbilden, dass reine Entschlusskraft aus einem Kind einen Mann machen kann?...Ich kann es einfach nicht fassen, dass ein erwachsener Elb, sowas behaupten kann. Er ist doch schließlich noch ein Kind, der nicht bereit ist mit einem der Verfluchten, geschweige den ihren Fürsten zu konkurrieren...
Der Elb schaute Gwilwileth weiterhin mit seinen grauen abschätzend an, da er anscheinden ihren Standpunkt nicht verstehen konnte, und wollte.
"Wie könnt ihr euch mit solchem Gerde rechtfertigen? Mag sein, dass er großen Mut bewiesen hat, aber der Sold für seine Tapferkeit ist der Tod? Wir Elben können nach so langer Lebenszeit auf dieser Erde mit dem Tod viel einfacher umgehen, als die Zweitgeborenen. Für jene ist das Leben vom Schatten des Todes begleitet, und einen jungen Menschen so früh in den Tod zu schicken ist verächtlich, und kommt den Handlungen des Schwarzen Herren gleich."
Ihre Stimme überschlug sich und bebte bei den letzten Worten, während sich gespannt Maethors Reaktion abwartete.
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Re: Heilhäuser Lothloriens
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Antworten #13 am:
September 14, 2008, 19:48 »
"Ihr benutzt den Namen des schwarzen Herren überraschend leichtfertig, wenn man bedenkt, dass ihr noch nicht einmal den Mut hattet, euch seinem stärksten Diener entgegenzustellen... habt ihr euch schon einmal überlegt, dass Jutan unverletzt und wohlauf sein könnte, wenn nur ein weiterer Elb den Mut gefunden hätte, uns zu begleiten? Wer glaubt ihr, zu sein, jene zu kritisieren, die eine Größe bewiesen haben, die ihr selbst niemals haben werdet?
Es geht nicht um Rasse oder Alter, sondern um Willensstärke. Und wenn ihr mich schon mit dem schwarzen Herrn vergleicht, so erlaubt mir zu sagen, dass ich dies als Kompliment auffasse. Wer sonst in Mittelerde besitzt mehr Stärke, mehr Macht? Wer sonst hat sein eigenes Schicksal in solcher Weise selbst geformt, dass er nun das Schicksal jedes anderen Bewohners der Welt bestimmen kann?
Es ist leicht für euch, von Annatar zu reden und euch dabei vor Furcht zu verkriechen. Doch ich stand ihm bereits mehrmals gegenüber. Ich lernte die Schmiedekunst von ihm, ich verlor meine Heimat an ihn, und sogar einen Teil meiner selbst - mein eigener Arm wurde von seinem Morgenstern zerschmettert, in derselben Schlacht, die Männer wie Gil-Galad das Leben kostete. Also redet nicht mit mir von Dingen, von denen ihr nichts versteht - ich weiß besser als euch, wie der schwarze Herr handelt, und wie nicht."
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Letzte Änderung: September 14, 2008, 22:47 von Lord of Mordor
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Re: Heilhäuser Lothloriens
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Antworten #14 am:
September 14, 2008, 20:10 »
Diese Worte trafen Gwilwileth, wie ein Schlag ins Gesicht. Die gesamte Wut und Trauer, die sie um sich aufgebaut hatte, wie einen Schutzwall, wurde von der Wucht von Maethors Worten zerschmettert und in tausend Teile gebrochen.
Übrig blieb ein kleiner Rest einer Person, die zusammen gekauert in einen dunklen Raum saß, wo kein Lichtstrahl hinführte und es kein Entkommen gab.
Die einzigen Besucher in dieser Leere waren Trauer und Selbstzweifel, denn kein anderes Gefühl konnte man in diesen Gefilden finden.
Maethor hatte sie in diesen Raum zurückgestoßen, aus dem sich Gwilwileth in den letzten Wochen befreit hatte, teils durch die Hilfe von Jutan, durch die Gefühle zu Nîdanadh, und die Beziehung zu Galadriel.
Der Fall war kurz gewesen, und Gwilwileth tat der Aufprall nicht weh, denn sie sah nur noch das Gesicht des Elbes war sich, der mit hämischen Gesichtsausdruck auf sie nieder sah.
Gwilwileth riss der Geduldsfaden, denn nie wieder würde sie dorthin zurückkehren, und nie mehr würden die Worte eines Elben, Menschen oder Orks sie an jenen Ort wieder zurücktreiben.
Ohne zu zögern stand sie auf, und ihre silberne Rüstung gab bei dem Geräusch ein elendes Stöhnen wieder. Die Sonne spiegelte sich auf der Rüstung, und erhellte Gwilwileths Antlitz, und mit voller Kraft ohrfeigte sie Maethor mit der flachen Hand.
" Welches Recht nehmt ihr euch, mich feige zu nennen? Mag sein, dass ich dem Trupp nicht gefolgt bin, der den Hexenkönig angreifen wollte, doch habe ich mein Leben auf dem Schlachtfeld riskiert für die Freiheit dieser Lande. Und glaubt mir, so wäret ihr gescheitert, und der dunkle Herrscher persönlich hätte sich hierher getraut so hätte ich nicht gezögert, die Menschen zu schützen, die ich liebe. Ebenso empfinde ich es als Angriff, dass ihr mir die Verletzungen an Jutan zuschreibt, für die ich nichtverantwortlich bin. Wenn einer an dem Tod des Jungen Schuld sein wird, seid ihr es, da ihr ihn nicht aufgehalten habt.
Mag sein, dass ich niemals diese größe besitzten werdet, die ihr angeblich besitzt, nur weil ihr euch dem dunklen Herrscher in den Weg gestellt habt. Doch trachte ich auch nicht nach solchen Ruhme, den anderes habe ich geleistet, wo ihr nicht einen Beitrag leisten konntet.
Und wenn ihr euch so darüber freut, dann lasst mir euch eins sagen: Erweist diesem verfluchten Wesen nur noch einmal eine Art von Ehrerbietung, und fasst einen Vergleich mit ihm nochmals als Kompliment auf, so werde ich euch die Kehle aufschneiden, und eure Leiche in die dunklen Kerker Barad-Dûrs schicken, mit freundlichen grüßen an Sauron den Verfluchten, dass ihr einer der wenigen Elben wart, die seine Arbeit bewundert haben, und dass er euer Schicksal bald teilen wird."
Die letzten Worte spuckte sie ihm vor die Füße, und die Leute die in hörweite ihrer Worte gestanden haben, schauten verdutzt drein,und beobachteten das Schauspiel zwischen Maethor und Gwilwileth.
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