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Historischer Atlas von Mittelerde
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Autor Thema: Schlacht auf den Ebenen vor Thal  (Gelesen 2578 mal)
Farodin

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« Antworten #15 am: September 23, 2009, 16:18 »

Sie hatten begonnen, die Kämpfer auf die Mauer zu bringen. An Seilen wurden die Waffen und schweren Rüstungsteile hinauf gezogen, die Soldaten selber kletterten an anderen Tauen selbst hinauf. Alvias und Thondin standen am Fuß der Mauer und warteten darauf, dass alle anderen in ihrem Abschnitt in Sicherheit waren, was jedoch noch etwas dauern würde.
Doch auf einmal wurde es ruhig in den feindlichen Reihen. Zu ruhig. Niemand wusste, warum sie ihren Angriff abbrachen und nicht weiter auf die Verteidiger eindrangen.

Doch Alvias wusste es bereits, er brauchte dafür nicht den heranpreschenden Schwarzen Reiter zu sehen, gefolgt von einer größeren Schar Berittener, er musste die Angst erfüllten Rufe nicht hören, er musste nicht in die vor Furcht erblassten Gesichter seiner Verbündeten blicken, um zu wissen, dass der Statthalter des Dunklen Herrschers sich persönlich in die Schlacht einmischte. Allein die langsam stärker werdenden Schmerzen in seiner rechten Gesichtshälfte ließen ihn wissen, dass es immer aussichtloser wurde und keine Zeit mehr war, den tapferen zu spielen und unten zu bleiben und zu warten. Er griff sich das nächste herabhängende Seil und machte sich daran, auf die Mauer zu klettern.
Zuerst war Thondin etwas verwirrt, doch er verstand sofort, was der Elb vorhatte, also erklomm er ebenfalls die Mauer und folgte dem hastenden Alvias, während man vom Schlachtfeld einige Schreie hören konnte, die zweifelsfrei von Kämpfern kamen, denen gerade von einem schweren Pferd der Brustkorb zertrümmert wurde.

„So, wir sind gleich da, dann werden wir den Ostlingen ordentlich einheizen. Die Befehlshaber wissen, was zu tun ist, sobald das Massaker beginnt.“
„Ich kann es mir denken. Aber was machen wir jetzt genau mit diesen Dingern, wenn wir dich beieinander sind, werden wir uns gegenseitig den Arsch auf schneiden; oder was ist geplant?“, fragte der rotbärtige Thondin.
Alvias erklärte ihm alles genau und er verstand, dann waren sie schon bei den drei Maschinen angekommen, die auf einer kleinen Anhöhe hinter einem beschädigten Palisadenabschnitt aufgestellt waren.
„Alvias, na endlich, wir haben nur noch auf dich gewartet. Ihr geht am besten ins Linke, da ist noch Platz. Der Fahrer weiß, was er tun muss.“

Wie ihnen von Dwilmo geheißen stiegen sie in eines der Gefährte ein und verriegelten es, sodass niemand mehr ungewollt hereinkommen konnte. Es gab einen lauten Befehl von Dwilmo und die umgebauten Karren wurden angeschoben und beschleunigten auf der leicht abschüssigen Strecke stetig. Es gab ein lautes Krachen und sie schoben sich durch die Palisade auf die wartenden Ostlinge zu, die zuerst nicht begriffen was passierte.
Einer der Wagen scherte aus und raste in Richtung dreier Katapulte. Mit einem Klacken fuhren die seitlichen Klingen aus und als sie auf die Feinde trafen, wurden diese niedergemäht wie es geplant war. Hinter dem Gefährt zog sich eine rote Schneise. Dann stießen Flammenzungen aus dem Inneren hervor und die zurückweichenden Ostlinge wurden von ihnen erfasst, zum Teil gingen sie in Flammen auf, manche wurden von ihren glühenden Rüstungen verbrannt.
Bei den anderen zweien geschah ähnliches, nur dass die Wagen längs der Heerreihe rasten und weitere Spuren der Verwüstung mit sich zogen.

Die Ostlinge begriffen, dass es den Tod bedeutete, sich in den Weg zu stellen, doch auf Grund ihrer schieren Masse hatten sie kaum Möglichkeiten, zu entkommen. Der Vorteil der Masse war es jedoch, dass die Kriegsmaschinerie schnell gebremst wurde und nicht mehr durch ihre Reihen pflügen konnten. Doch auch in dieser relativ kurzen Zeit hatte es ausgereicht, ihrem Vormarsch einen großen Dämpfer zu verpassen. Zwölf der weiter vorne postierten Katapulte waren entweder verbrannt oder so schwer beschädigt worden, dass sie nicht mehr zu gebrauchen waren. Doch die hinteren Katapulte hatten nun mit dem Beschuss der zum Stehen gekommenen Todbringer begonnen und sie hatten Erfolg:

Sie waren in nicht allzu großer Entfernung der Mauer zum stehen gekommen und steigen nun aus. Drei Zwerge bedienten noch die Feuerkatapulte, um die meisten der Ostlinge abzuwehren, die nun Angriffe auf die schweren Maschinen begannen und wer von ihnen es durch das Inferno aus Flammen schaffte, der wurde von den Zwergen um Thondin und Alvias mindesten einen Kopf kürzer gemacht.
Dann geschah das unvermeidliche: Ein Katapult traf das in der Nähe gestoppte Gefährt von Dwilmo und es gab eine Explosion, als das gesamte noch verbliebene Gemisch sich entzündete.
Seiner Kehle entsprang ein verzweifelter Entsetzensschrei; Alvias konnte nicht glauben, nein, wollte auch nicht glauben, dass sein alter Freund so in den Tod ging. Er rannte Hals über Kopf los, stieß einem Ostling, der im Weg stand, sein Schwert durch den Hals und spurtete weiter in Richtung der nun in großem Umkreis züngelnden Flammen.
„Dwilmo, wo bist du?“, schrie Alvias in die Flammenwand hinein. Etwas bewegte sich am Rande des Feuerherdes und Alvias machte einen Satz und zog eine Gestalt aus dem Feuer.
Es war nicht Dwilmo.

Thondin versuchte noch, seinen neuen Kampfgefährten an der Schulter zu packen, doch seine Hand schloss sich um Luft. Der Elb war einfach in seiner Bestürzung riskanterweise los gerannt, um seinem Freund zu helfen. Thondin respektierte ihn nun noch mehr. Sein Leben für einen wahrscheinlich sowieso toten Zwerg zu riskieren, würde keine Elb je wieder wagen.
Ich werde ihm helfen, so viel Mut ist schon töricht. Alleine schafft er es doch nie, Dwilmo zu finden und sich gegen Ostlinge zu verteidigen. Geborene Spurter wie die Zwerge es nun einmal sind, eilte Thondin an Alvias Seite, der gerade jemanden aus dem wabernden Orange zog.
„Hast du ihn?“, fragte er leise.
„Nein“, kam es trocken vom Elb zurück.
„Was ist mit dem, der gerade unter einem Blechstück hervor kriecht, ist er es?“
Und tatsächlich bemühte sich ein Zwerg, sich aus den brennenden Trümmern zu ziehen.
Als die beiden näher kamen, erkannten sie Dwilmo und Alvias Herz machte einen Hüpfer.
„Dwilmo, du lebst!“ Alvias war froh, seinen Freund gesund zu sehen.
„ Schnell, vielleicht schaffen wir es noch zur Mauer, hier lebt keiner mehr und die da drüben sind die, die alles verloren haben, sie werden kämpfen, bis sie keinen Funken Lebenskraft mehr haben“, warf Thondin ein. „Wir haben keine Zeit mehr, sie kommen wieder.“
Der alte, ergraute Zwerg blickte die beiden aus traurigen Augen an.
„Geht ohne mich. Ich will nicht in irgendeinem Lager langsam ohne Würde da hinscheiden. Wenn ich sterbe, dann mit der Axt in der Hand.“
Die beiden sahen ihn an.
„Meine Zeit ist gekommen.“ Und zu Alvias flüsterte er noch leise „Du weißt es.“
Dieser nickte nur.
„Ich bleibe auch, alleine verreckt hier keiner.“, erhob Thondin seine Stimme. „Doch du, Alvias, geh und verteidige unsere Lande. Sie sind das einzige, was zählt. Trinke auf der Siegesfeier für uns mit. Das ist mein letzter Wunsch.“
Alvias starrte die beiden an. „Nein, ich lasse euch hier nicht allein. Das wäre nicht...“ Seine Stimme erstarb.

„Geh. Erfülle den letzten Willen eines alten Freundes.“ Dwilmos letzte Worte hallten noch in Alvias Ohren, er sah die furchtlosen Augen des alten Zwergs vor sich, als er den Erebor erreichte.
Mögen die Valar eure Seelen beschützen.


Die Ostlinge näherten sich den letzten verbliebenen Zwergen auf dem Schlachtfeld.
Dwilmo schwang seine Axt dicht neben Thondin, der auf seine beiden Einhänder setzte und damit den Ostlingen das Leben aus dem Leib drosch. Feind um Feind wurde von der kleinen Gruppe niedergeschlagen und die leblosen Körper bedeckten den Boden, nur im Inneren des Kreises, der von den Zwergen gebildet wurde, gab es keine einzige Leiche. Sie hielten stand.

Ganz im Gegensatz zu den Mauern Thals. Sie fielen nun schnell unter dem Beschuss der Katapulte, doch das Heer rückte nur langsam vor, was auch den Zwergen zu verdanken war.
Diese hielten sich wacker, bis der erste nach einer gefühlten Ewigkeit in die Knie brach und von einem Speer durchbohrt, sein Leben aushauchte.
Die Lücke wurde geschlossen, der freie Bereich wurde kleiner.
Ein Hieb mit der Linken parierte einen Schwertstreich, während die rechte Axt auf den Kopf des Mannes traf, der Druck auf der zweiten Waffe erstarb. Mit einer halbkreisförmigen Bewegung traf diese auf den Gegner, der mit so einer schnellen Reaktion nicht gerechnet hatte.
Da sank der zweite Zwerg zu Boden. Sie waren nur noch zu dritt.
Zu seiner Rechten hielt Dwilmo sich tapfer, er stieß im richtigen Moment zu, duckte sich unter Stößen hindurch und traf schwer von unten.
Im Licht der Sonne, das durch ein kleines Loch in den Wolken trat, sahen die Zwerge aus wie ein Wirbel aus Metall. Der letzte Zwerg knickte ein, nun waren nur noch Dwilmo und Thondin übrig. Sie kämpften immer noch um ihren kleinen, vom Sonnenlicht begrenzten Kreis, in dem eine einzige Blume langsam ihre Knospe zu einer kleiner weißen Blüte öffnete.
Es war für sie wie ein Zeichen der Götter. Sie schlugen beide ein letztes Mal zu, zu fest, als dass sie ihre Waffen hätte befreien können.
Thondin sah geblendet vom Licht nichts, doch dann blickte er in das Gesicht seines Freundes Gríndis.
Dort lagen sie lagen sie im schwindenden Licht der Sonne, zwischen ihnen eine kleine Blume, die sich nun wieder schloss, nur um im nächsten Augenblick von metallenen Stiefeln zertrampelt zu werden.
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Rabi

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« Antworten #16 am: September 27, 2009, 22:52 »

Wogrin war mitten in die Schlacht verwickelt, er hatte in den riesigen Massen von Ostlingen seinen alten Freund Thanderin verloren, er konnte ihn nirgendwo mehr auffinden, obwohl er auch nicht gerade die Zeit dazu hatte herumzublicken. Die Konzentration des alten Zwerges lag voll und ganz in dieser Schlacht, egal von welcher Seite, egal von welcher Richtung, er erkannte jeden Angriff und konnte ihn geschickt blocken und meistens auch kontern. Doch dann kam der Zeitpunkt an dem Wogrin erkennen musste, dass er nachgeben musste und sich weiter nach hinten bewegen zu hatte. Er ging soweit nach hinten, bis hinter die Reihen seiner rassengleichen Freunde, um sich dort für einen kurzen Moment auszuruhen, doch ehe er sich versah pressten sich schon einige Ostlinge zwischen den massiven Zwergen hindurch und waren, ganz unerwartet, sogar noch kampffähig.

„Thanderin! Wo bist du mein Freund!?“, Wogrin wusste zwar dass er wahrscheinlich keine Antwort bekommen würde, doch einen Versuch war es immerhin wert, doch noch bevor er ein zweites Mal tief einatmen konnte um ihn zu rufen sprang ein Ostling aus unglaublicher Höhe mit einer Lanze in beiden Händen auf ihn zu und wollte den weisen Zwerg anscheinend in zwei Stücke teilen. Doch damit hatte jener sich übelst getäuscht, noch bevor die scharfe Klinge Wogrin berührte, war er mit einem geschickten Schritt zur Seite ausgewichen und prügelte den Ostling mit seiner Keule nahezu zu Matsch.

Abermals bemerkte er dass sich die Reihen langsam lichteten und immer mehr Feinde durch die Reihen der Zwerge dringen konnten und somit die Phalanx instabil wurde und bald fallen würde, egal wie mutig und stark sie auch dagegen ankämpften, deshalb rief er den möglichsten Teil der Zwerge zurück, hinter die Mauer. „Thanderin! Rückzug! Es sind zu viele, das ist Selbstmord!“, wieder erwartete er keine Antwort, doch dieses Mal hatte er die Hoffnung dass vielleicht doch jemand zurückschreien würde. Nach einer kurzen Wartezeit hörte er noch immer keine Antwort seines Freundes nur die schmerzerfüllten Schreie der Feinde und auch von guten Freunden Wogrins, es drückte ihm sogar eine Träne heraus, diese langsam über seine Wange hinunter ran, jedoch bevor irgendjemand, auch wenn wahrscheinlich keiner darauf achten würde, sie sehen konnte, wischte Wogrin sie sofort aus seinem Gesicht.

Sowie er auf die Mauer gelangt war mit den letzten, so glaubte er, überlebenden Zwergen und hinunterblickte ob irgendwo Thanderin noch um sein Leben kämpfen würde, erblickte er andere Krieger, die noch immer gegen die Massen anhielten obwohl sie nur noch sehr wenige waren, sie standen genau in einer Lichtung und würden ohne Hilfe wohl nie mehr nach Hause kommen, das einzige was Wogrin tun konnte war sich in diese Massen zu stürzen was jedoch viele als einen Selbstmord bezeichnen würden, jedoch konnte er ihnen nicht einfach zusehen wie sie dort überrannt werden würden.
Es war eine schwere Entscheidung zu treffen...
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« Antworten #17 am: September 29, 2009, 20:01 »

Voller Staunen hatte Nársim nach einigem Geplänkel mit eher, wie er sich sagte, unfähigen Ostlingen die Vernichtungsmaschinen betrachtet, die von Thal her durch die Ostlinge gefegt waren; nun waren sie zerstört und die Besatzung war und so gut wie alle, die mit ihrem Erscheinen zu tun gehabt hatten, waren tot, verwundet oder auf der Flucht; so auch der Elb, der wohl mit einem oder mehreren der toten Zwerge befreundet war.
Weiterzukämpfen hatte keinen Sinn mehr, das sah selbst Nársim ein, und so kämpfte er sich geschickt den Weg zur Mauer ( besser gesagt, zu den Resten der Mauer, denn sie hatte bereits schwere Schäden vom Beschuss der Ostlinge erhalten) frei. Mehrere Ostlinge versperrten ihm den weg, doch er war entkräftet, und das schelle Laufen machte ihm wie immer zu schaffen; er duckte sich an ihnen vorbei und stieß sie zur Seite, während sie mit anderen kämpften. Nur einen durchbohrte er mit einem heiseren Schrei; es war für ihn Nummer 30, er war der Erfüllung seines Schwurs schon ein Stück näher gekommen. Nun war er endlich auf der Mauer angelangt und verschnaufte einen Augenblick. Langsam kehrten seine Kräfte zurück, er merkte es; er wollte gerade weiterlaufen, doch nun sah er auf einmal einen Zwerg in seiner Nähe, der nachdenklich in die Masse der Ostlinge schaute, so als würde e von irgendetwas dazu bewegt, sich im nächsten Augenblick wieder in die Masse der Ostlinge zu stürzen. "Heh, du was in aller Welt hast du vor?! Die Mauer steht keine fünf Minuten mehr, also worauf wartest du noch?!
Nársim war fest entschlossen, die Reaktion seines Landsmannes abzuwarten, bevor er weiterrennen würde.
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« Antworten #18 am: September 29, 2009, 23:08 »

Langsam drehte Wogrin seinen Kopf in Richtung desjenigen der anscheinend zu ihm herübergebrüllt hatte, obwohl er noch immer auf die Schlacht unter sich konzentriert war versuchte er seinen Blick endlich von diesem Massaker abzuwenden und sich auf den Zwergen auf der Mauer zu konzentrieren. "Worauf ich warte?", fast unhörbar verließen diese Worte die Lippen des alten Zwerges, doch noch bevor Narsim nachfragen konnte fuhr Wogrin schnell fort: "WORAUF ich hier warte fragst du!", fast vorwurfsvoll brüllte er dem einigermaßen jungen Zwerg entgegen. "Ich warte auf diese dreckigen bösen Menschen, sie stürmen die Mauer, sie erklimmen sie, metzeln meinesgleichen nieder! Worauf werde ich wohl warten, warum werde ich die Mauer nicht verlassen?", er ging langsam auf den Zwerg der nun bereits dicht neben ihm stand zu und packte ihn an seinem Kragen: "Also stellt mir nicht so eine bescheuerte Frage ihr Jungspund! Habt ihr schon Kampferfahrung, ist euch schon einmal ein Freund in den Armen verstorben?!", Wogrin stand kurz davor seine Fassung komplett zu verlieren, doch beinahe zum Glück konnte man sagen dass ein Stachelpfeil direkt zwischen den beiden Gesichtern der Zwerge vorbeizischte und somit Gewalttaten unter den Zwergen selbst verhinderten.

Wogrin löste den Griff vom Kragen des Zwerges und ging wieder ein paar Schritt von ihm weg. Mit dem Rücken noch immer zu Narsim gewandt fing er wieder an zu sprechen, dieses Mal mit ruhiger, aber wie gewohnt, tiefer Stimme: "Passt auf euch auf, ich habe bereits genug Brüder verloren, ich will nicht auch noch euch verlieren.", und dann entfernte sich der weise Zwerg noch etwas weiter von dem gerade erst Kennengelernten.
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« Antworten #19 am: September 30, 2009, 18:33 »

"Mir ist nie ein Freund in den Armen gestorben, nein, das nicht!", brüllte Nársim den Zwerg mit Tränen in den Augen an. Der ganze Schmerz der Vergangenheit kam wieder in ihm auf, "Mein einziger richtiger Freund hat mich betrogen, beraubt, niedergeschlagen und mit diesen Bastarden aus dem Osten zusammengearbeitet! Ich WÜNSCHTE, er könnte irgendwann einmal als mein Freund sterben! Ich habe fünfzehn Jahre meines ach so jungen Lebens mit Schwerkampf verbracht, nur um es ihm eines Tages heimzahlen zu können, ihm und seinen neuen Freunden. Dreißig dieser Hundesöhne habe ich in dieser Schlacht getötet, und es wird noch einige hunderte brauchen, bis ich jemanden wieder reinen Herzens als wahren "Freund" bezeichnen kann! Aber stürze ich mich deshalb in den Tod? Macht das irgendetwas ungeschehen?"
Nársim merkte, das er sich langsam wieder beruhigte. Er fühlte, dass seine Erschöpfung mit einem Schlag zurückgekehrt war, langsam drehte auch er sich um. "Denkt über meine Worte nach; vielleicht sind sie nicht so töricht, wie ihr meint.", murmelte er, während auch er sich langsam entfernte. Es war das erste Mal gewesen, das er irgendjemandem seine Geschichte erzählt hatte. Er machte sich Vorwürfe deswegen, aber irgendwie fühlte er sich auch erleichtert.
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« Antworten #20 am: September 30, 2009, 18:45 »

Noch bevor Wogrin aus der Sichtweite des Zwerges verschwand, brüllte er ihm noch etwas hinterher, irgendwie war diese Geschichte die er ihm nachgeschrien hatte traurig. Anscheinend war dieser noch relativ Junge Zwerg doch nicht so unerfahren wie Wogrin zuerst gemeint hatte, allem Anschein nach hatte er auch schon etwas durchgemacht, auch wenn es nicht an die zahlreichen Schlachten und verstorbenen Freunde des alten Zwerges herankommen würde. Doch da musste er zurückdenken in seine Jugend, wie töricht war er damals, wie viele Opfer hatte er bringen müssen um seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, wie viele waghalsige Aktionen hatte er geliefert...
Irgendwie tat es ihm jetzt Leid was er zu Narsim gesagt hatte, deshalb drehte er noch bevor sie sich zu weit von einander entfernt hatten wieder um und spurtete dem jungen Zwerg über diese kurze Distanz hinterher.
"Warte auf mich! Du hattest recht...", schon war Wogrin wieder bei Narsim angelangt und er klopfte dem Zwerg auf die Schulter. "Es wäre Selbstmord in diese Massen zu springen, wir werden nun die Mauer verlassen und versuchen die Truppen aufzuhalten!"
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