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Autor Thema: Wälder Lothloriens II  (Gelesen 4150 mal)
Lord of Mordor

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« am: Mai 14, 2008, 14:00 »

Ein zweiter Thread, falls der erste "Wälder Lothloriens" gerade belegt ist, man sich aber in den Wäldern aufhalten will, ohne auf die Charaktere zu treffen, die im ersten Thread unterwegs sind.

Maethor und Aiwyn, von: Grenze Loriens

Nach kurzer Suche hatten Aiwyn und ihre Gefährten einen geeigneten Platz zur Rast gefunden und begannen, ein provisorisches Lager zu errichten.

"Ihr scheint nicht sonderlich an eurem Leben zu hängen, nicht wahr?", meinte Maethor an Aiwyn gewandt, während er sich an einen Baum lehnte. "Es ist eine Sache, einem überlegenen Feind zu trotzen, doch einen Mann, auf dessen Gnade man angewiesen ist und der einen jederzeit ohne Möglichkeit zur Gegenwehr erschießen lassen könnte, zu beleidigen... was sollte das bringen? Ich hoffe, in der bevorstehenden Schlacht werdet ihr euer Leben nicht ganz so leichtfertig wegwerfen, wie ihr es gerade eben beinahe getan hättet."

Die Zeichen ebendieser Schlacht waren überall zu sehen, obwohl sie noch nicht einmal begonnen hatte. Maethor war zwar noch nicht oft in Lorien gewesen, doch es war immer ein Platz der Ruhe gewesen - einer der Gründe, warum er es so selten besuchte. Es jetzt bevölkert von vom Krieg gezeichneten Flüchtlingen, darunter jetzt sogar eine Ostlingsfrau, wirkte doch irritierend auf ihn. Doch es war ja nicht der erste Ort, den er durch den Krieg verändert sah... und er wusste, dass es auch nicht der letzte sein sollte. Selbst ein Sieg in dieser Schlacht wäre nur ein kleiner, vorübergehender Triumph. Und falls der Hexenkönig nicht besiegt werden konnte, dann hätten sie gar nichts erreicht - denn Orks hatte Sauron wahrlich genug.
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Gnomi

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« Antworten #1 am: Mai 20, 2008, 16:53 »

Unruhig lief Nîdanadh um das Lager der Waldläufer. Irgendwas war im Gange, er wusste es und es würde bald geschehen. Schnell kehrte er in die Nähe des Platzes zurück bei dem er mit Maedhros geredet hatte.
Er verwarf keinen Gedanken darüber, ob er für einen Kampf gerüstet war.

Sein Kettenhemd hatte er immer an, größtenteils von seinem Hemd verdeckt.
Das Schwert legte er auch nie zur Seite. In seinem ganzen Leben war er nur auf der Suche nach dem Kampf gewesen, doch komischerweise freute er sich nicht auf den bevorstehenden Kampf. Der Kampf war ihm, wie alles andere egal.
Nîdanadh setzte sich müde an einen Baum...
†šWenn das noch weiter so geht, dann werde ich Lothlorien verlassen...†™
In dem Moment erschien wie aus dem nichts Maedhros vor ihm und ohne, dass er etwas sagte sprang Nîdanadh auf und wusste dass es so weit war.
„Beruhige dich Nîdanadh“ sagte der Waldläufer „Noch hat der Kampf nicht begonnen, doch der Kampf steht kurz bevor, wir müssen zu Celeborn, dort werden wir Genaueres erfahren.
Du kannst diese Schlacht nicht alleine schlagen, du brauchst hier Verbündete Nîdanadh, darum bitte, bitte ordne dich dieses eine Mal unter und helfe uns und dir.
Und jetzt komm mit.“

Zusammen mit einem großen Trupp Waldläufer verließen sie wenige Minuten später den Rastplatz und näherten sich dem Platz an dem Celeborn seine Rede halten wollte.
Schon von weitem konnte man den Platz sehen, immer mehr Soldaten strömten zu der großen Masse.
Zwischen den Bäumen erkannte Nîdanadh Menschen und Elben jedes Alters und jedes Geschlechtes.
Als die Waldläufer den Versammlungsort erreicht hatten trennten sie sich.
Manche gingen in die vorderen Reihen, manche blieben weiter weg.
Nîdanadh und Maedhros ließen sich weit abseits ins Gras sinken.
„So beginnt es also...“ Maedhros schaute gedankenverloren in die Baumkrone eines kleinen Baumes. „Der Schlacht auf die wir uns so lange vorbereitet haben wird nun in den nächsten Tagen geschlagen...“
Nîdanadh schaute ihn an.
Es war ihm klar, dass so etwas von dem Waldläufer kommen würde, doch er würde nie verstehen warum Maedhros solche Sachen sagte. „Dies ist eine Schlacht wie jede andere. Man kämpft und tötet. Irgendwann wird man selbst getötet. Vielleicht wird dieses Schlacht anders als die bisherigen, aber dann wird es wohl auch meine letzte werden.“
Maedhros erwiderte den Blick.
„Nîdanadh, du bist noch jung im Vergleich zu mir. Ich bin selbst für einen Waldläufer schon alt. Wenn dann wird es meine letzte Schlacht, aber nicht deine.
Seit ich dich kenne versuche ich dir zu sagen, dass du dein Leben nicht wegwerfen sollst. Doch du hast es getan, aber noch kannst du es wieder finden.“
Nîdanadh lachte auf und viele Menschen und Elben im näheren Umkreis wandten ihm verwundert ihre Gesichter zu. „Siehst du?“ meinte Maedhros. „Niemand kann dich verstehen. Wir stehen vor einer entscheidenden Schlacht die über unser aller Schicksal bestimmt. Wenn sie für uns gut ausfällt haben wir einen großen Sieg errungen, wenn sie für uns schlecht ausfällt, dann ist unser Schicksal besiegelt. Niemand kann verstehen, wie du hier noch lachen kannst.“
„Ich habe nur gelacht, weil du es immer wieder probierst. Seit du es versuchst sage ich dir immer das gleiche:
Mein Schicksal ist schon besiegelt. Vor Jahren schon warte ich darauf, dass ich einen finde, der mich erlöst. Doch lass uns von etwas anderem sprechen, wir werden nie auf denselben Standpunkt kommen.“
Nîdanadh drehte seinen Körper leicht um damit zu unterstreichen, dass die Unterhaltung zu Ende war. Noch nie hatte er es jemandem erlaubt in sein Leben Einfluss zu haben... Fast nie...

Schnell verdrängte Nîdanadh den Gedanken und schaute wieder in Richtung von dem Ort an dem Celeborn seine Rede halten wollte.
« Letzte Änderung: Mai 20, 2008, 18:17 von Gnominator » Gespeichert

The Chaosnight

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« Antworten #2 am: Mai 24, 2008, 19:37 »

„Lieber dem Tod direkt ins Auge blicken, als sein Leben dem eines Feiglings unterzuordnen“, antwortete sie, nach einer kurzen Pause fügte sie noch hinzu: „Was eure Befürchtung angeht: Was soll Sauron denn schon gefährliches in den Kampf werfen? Orks? Das gefährlichste an ihnen ist die Masse und dagegen sollte dieser Wald ja gut genug gewappnet sein und für euch Baumschützen mehr als genug versteckte Schussplätze bieten. Ostlinge? Ich kenne deren Kampfstil mehr als genug und bin darauf eingestellt, sie zu bekämpfen und warte schon seit Jahren darauf wieder dazu zu kommen. Wölfe? Spinnen? Mehr als Wilde Tiere sind das nicht und diese greifen alles an, sobald sie erzürnt sind oder zurückgedrängt werden.
Was soll der Herr der Missgeburten schon außer Masse aufbringen können? Und außerdem: Denkt ihr wirklich ich gehe leichtsinnig in einen Kampf mit Geschöpfen, die ich zutiefst verabscheue und deren Vernichtung ich wünsche? Wenn ich in der Schlacht untergehen sollte, werde ich zuvor schon literweise schwarzes Blut vergossen haben. Bei solchen Ereignissen zählt nicht ob man überlebt oder nicht, sondern was man für seine Seite beigetragen hat. Ein toter Soldat, der hunderte Gegner getötet hat, hat mehr beigetragen, als ein lebender, der nicht aktiv mitgekämpft hat.
Wenn wir aber schon bei der Schlacht sind, wisst ihr zufälligerweise, ob es eine ungefähre Zeit gibt, wann die Maden ankommen?“


« Letzte Änderung: Februar 19, 2009, 22:39 von The Chaosnight » Gespeichert

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« Antworten #3 am: Mai 24, 2008, 19:46 »

Ihre Worte ließen ungewollt eine gewisse Anerkennung in Maethor emporsteigen.

"Ihr habt das Herz einer Kriegerin, Mädchen... und ihr habt recht mit dem Beitrag, den ein jeder Soldat in der Schlacht zu leisten hat. Doch eines solltet ihr niemals tun: Den Feind unterschätzen. Ich selbst beging diesen Fehler ein einziges mal und niemals wieder..."

Er deutete demonstrativ auf seinen nutzlosen Arm.

"Wer glaubt, Annatar würde nur jämmerliche Orks ins Feld führen, dem wird die schrecklichste Überraschung seines Lebens blühen, wenn er erst einem Ringgeist gegenübersteht... ich muss es wissen, ich war am Schmieden ihrer Ringe beteiligt. Doch was auch geschieht, ihr müsst immer wissen: Die Angst, die ihr in ihrer Gegenwart verspürt, ist nicht eure eigene, sondern nichts als dunkle Magie. Wenn ihr dies beherzigt, habt ihr ihre schlimmste Waffe bereits ausgeschaltet."

In diesem Moment ging eine Gruppe Elben schnellen Schrittes an ihrem Lager vorbei. Einer von ihnen wandte sich an Maethor.

"Rasch!", rief er. "Habt ihr nicht gehört, dass die Orks nahe sind? Herr Celeborn hat alle Krieger für einen letzten Rat zu sich gerufen!"
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« Antworten #4 am: Mai 24, 2008, 20:15 »

Normalerweise wär ihr diese Nachricht zu diesem Zeitpunkt zutiefst zuwieder gewesen, da sie sich eigentlich ausruhen wollte, doch als Maethor das Wort "Ringgeist" erwähnte, sprang ihr wieder eine Erinnerung aus dem Osten, die sie bis dahin unwichtig erschienen war in den Kopf, die ihre Müdigkeit vedrängte.
Ihr Lehrmeister hatte ihr damals etwas von einem ehemaligen König des Ostens namens "Khamor" (oder so zumindest hatte sie es aufgenommen) erzählt, der das Ostreich mit eiserner Hand geführt hatte und von allen Herrschern am meisten Erfolge feierte, jedoch dem einfachen Volk viel Leid brachte, da er dauernd Abtrünnige verfolgen, Nachbarländer angreifen oder potenzielle Gefahren beseitigen ließ.
Er selbst bezeichnete ihn als "Teuflische Erfindung Saurons", da er während seiner Herrschaft von Sauron einen Ring erhielt, der seine ohnehin große Macht um einiges vergrößerte.
Da sie jedoch wusste, dass ihr Lehrmeister an keine feste Ordnung glaubte und jegliche Herrschaftsansprüche verteufelte und (außer seinen eigenen) verabscheute, sah sie dieses immer nur als Versuch an, die Krone Rhûns schlechtzureden, um auch sie dazu zu bewegen, an keine Führung mehr zu glauben, doch nun war sie sich schon fast sicher, dass dieser König wirklich von Sauron verführt wurde und nun als mächtiger Sklave seines Willens weiter existiert.

"Ihr sprecht von so genannten Ringgeistern, gab es unter ihnen zufälligerweise einen alten König aus dem Osten namens "Khamor" oder so ähnlich? Ich hatte vor Urzeiten Gerüchte über ihn gehört, die sich mit eurer Beschreibung decken", fragte sie Maethor, während sie sich langsam auf ihn zubewegte, als sie beinahe bei ihm stand ergänzte sie noch: "Ihr müsst führen, ich kenne den Weg nicht."
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« Antworten #5 am: Mai 24, 2008, 23:14 »

"Ihr sprecht von Khamûl, dem Schatten aus dem Osten... ja, er war einst einer der größten Könige der Menschen und ein rumhreicher Herrscher Rhûns. Doch er erlag, so wie viele andere auch, Annatars Versprechungen von Ruhm und Reichtum und nahm einen Ring von ihm... so wurde er zu einem Nazgûl. Er hat weder Körper noch Seele und ist ganz an Annatar gebunden, doch die Macht der Neun ist dennoch zu gewaltig für die meisten Sterblichen. Ich habe Gerüchte gehört, dass er seit kurzem wieder über euer Land herrscht, doch sicher sagen kann ich es euch nicht. Wir werden einem noch gefährlicheren Dämon gegenüberstehen - dem Hexenkönig von Angmar, seinem Meister.

Doch nun folgt mir, euch muss es ebenso nach einem Kampf dürsten wie mich."
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« Antworten #6 am: Mai 25, 2008, 11:08 »

Ein Sklave Saurons könnte jetzt Herrscher im Osten sein? Bei der Abneigung gegenüber Sauron, die sich in ihren letzten Jahren im Osten breitgemacht hatte, war sich Aiwyn sicher, dass es dort nicht lange friedlich bleiben würde.
Um so besser, bei den Mächten des Ostens wird Sauron Schwierigkeiten bekommen, andere Gebiete angreifen oder unterdrücken zu können, also wird er im Falle des Kriegsausbruches sehr angreifbar sein.

Auf den Weg, den sie ging, achtete sie kaum mehr, denn zu versunken war sie über die Gedanken, was passieren würde, wenn der Ringgeist wirklich die Macht im Osten übernommen hätte.
Doch ihre Gedanken endeten abrupt, als sie auf einem großen Feld im Wald die bereits eingetroffenen Soldaten erkennen konnte. So weit sie sah, waren alle diese Soldaten Elben, die größtenteils einen Langbogen, ein Schwert und eine silbrige Rüstung mit einem grünlichen Umhang, der gute Tarnung lieferte, trugen.
Ich hoffe, dass dieser Haufen auch mit seiner Ausrüstung umgehen kann, denn Masse haben die wirklich nicht und die meisten Flüchtlinge werden wahrscheinlich einfache Bauern ohne große Kampfkenntnis sein.

Aiwyn, nach: Celeborns Rede
« Letzte Änderung: September 27, 2008, 17:55 von The Chaosnight » Gespeichert

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« Antworten #7 am: Januar 18, 2009, 21:21 »

Aiwyn, von: Galadriels Rede

Mit schneller werdenden Schritten verließ sie die Unterkunft von Faramirs Männern und suchte irgendeinen ruhigen Platz, um wieder zu sich zu kommen. Sie hatte sich vollkommen in Rage geredet und nur langsam begriff sie, was sie alles gesagt hatte. Und je mehr sie wieder zu Sinnen kam, desto klarer wurde ihr, dass sie sie gerade ales mögliche verraten hatte, von dem sie geschworen hatte, es für sich zu behalten...an jemanden, der es gegen die Ostlinge verwenden wollte.

Auf einer Anhöhe blieb sie stehen und ließ sich gegen einen der Bäume fallen. Mit schweifenden Blick sah sie über die Waldflächen - überall feierten Menschen und Elben, betranken sich, tanzten auf den Flächen oder lagen berauscht am Boden. Egal wo sie hinsah, war eine ausgelassene Stimmung, nur sie lehnte sich an einen Baum,  zornig über ihr eigenes Versagen, enttäuscht über die jüngeren Geschehnisse und jede einzelne Erinnerung an das eben vergangene Gespräch traf sie wie Gift.

"Sechs Jahre, Sechs verfluchte Jahre in Thal habe ich geschwiegen, zu jedem...zu Feinden", sie dachte an die Bewohner Thals, "zu Verrätern", ihre Gedanken schweiften zu Maurfin, "zu guten Freunden", sie dachte an Garwair, den einzigen, der je ihr Verhältnis zum Osten verstand, "und selbst Bogan und Barlae habe ich nichts gesagt und dann verrat ich alles dem ersten Gondorianer, mit dem ich mehr als drei Worte rede?"

Hinter einer Baumfront erkannte sie eine Art See und sofort schaffte sie es zumindest teilweise ihre Gedanken zu sammeln.
Ich sollte mich erstmal erfrischen und wieder zu mir kommen...
Vor dem See blieb sie stehen und nachdem sie sich mit einer Hand voll Wasser übers Gesicht gefahren war, ließ sie sich wieder gegen einen der Bäume fallen und blieb regungslos sitzen. Sie tastete mit ihren Fingern die Umgebung, um zumindest irgendetwas zu tun und nach einer Zeit griff sie etwas wie weichen Stoff. Sie zog es zu sich hin und legte es auf ihren Schoß, doch ihr Blick blieb geradeaus gerichtet, ohne dass sich irgendeine Regung in ihm bemerkbar machte.
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« Antworten #8 am: Januar 20, 2009, 20:22 »

Jutan, von: Heilhäuser Lothloriens

Als Jutan seinen Kopf aus dem Wasser erhob, sah er eine Frau an dem Baum, an dem er seine Kleidung abgelegt hatte, lehnen. Sie hatte sein Hemd genommen und es sich auf den Schoß gelegt!
Irgend etwas schien seltsam an dieser Frau. Sie hatte einen ziemlich kräftigen Körperbau und gelbliche Haut. Ihre braunen Augen schienen in die Leere zu starren. Sie hatte ihn anscheinend noch nicht bemerkt. Er spürte, wie ihm das Blut in die Wangen schoss. Diese Frau würde ihn sicher bemerken, wenn er nackt aus dem See stieg.
Plötzlich fröstelte es ihn. Das kühle Wasser hatte seiner Schulter gut getan, doch langsam wurde er müde. Noch war er nicht voll bei Kräften. Mit wenigen Zügen schwamm er ans Ufer des Sees und versuchte, nicht im Blickfeld der Frau zu sein, während er aus dem Wasser stieg. Noch immer schien sie ihn nicht zu bemerken. War sie vielleicht krank? Dann war das auch einen Antwort auf ihre seltsame Hautfarbe.
Trotz all dieser seltsamen Merkmale schien sie Jutan nur traurig zu sein, doch was betrübte sie so sehr? Nackt wollte er ihr nicht gegenüber stehen, deshalb versteckte er sich zuerst hinter dem Baum und angelte seine Hose. Nachdem er sie sich übergestreift hatte, spähte er nach seinem Hemd. Jetzt erst fiel es ihm wieder auf, dass die Frau es sich auf den Schoß gelegt hatte!
Vorsichtig näherte sich Jutans Hand dem weißen Stoff. Er wusste nicht, wie die Frau auf ihn reagieren würde, doch vielleicht konnte er ihr das Hemd heimlich entreißen. Sie schien sowieso mit ihren Gedanken zu weit weg, um ihre Umgebung zu beachten. Seine Finger umfassten den groben Stoff des Hemdes. Langsam zog er daran, doch plötzlich spürte er eine Gegenkraft. Überrascht lugte er hinter dem Baum hervor.
Die Frau sah ihm direkt in die Augen.
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« Antworten #9 am: Januar 20, 2009, 22:16 »

Aiwyn sah dem Jungen tief in die Augen, doch sie stand zu sehr neben sich, um irgendetwas anderes als grobe Gesichtszüge und etwas wie einen leichten Anflug von Überraschung erkennen konnte.
Ihr Blick schweifte kurz nach unten und sie erkannte, dass sie etwas in der Art eines Hemdes in der Hand hielt, was der Junge offenbar begehrte. Als sie sah, dass der Junge noch am ganzen Körper nass war, lockerte sich ihr Griff um das Hemd und sie ließ sich wieder gegen den Baum fallen.
In der Hoffnung, dass er jetzt, wo er sein Hemd wieder hatte, wieder gehen würde, starrte sie wieder starr geradeaus und versuchte irgendwie ihre Ruhe zu bekommen. Doch keine Schritte waren zu hören, keine knackenden Hölzer, raschelnden Blätter oder ähnliches.

"Was ist? Willst du auch irgendwelche Sachen wissen und mich dann als Feind oder ähnliches beschimpfen", murmelte sie eher zu sich, als zu dem Jungen gerichtet.
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« Antworten #10 am: Januar 21, 2009, 21:32 »

Die Frau faszinierte Jutan. Sie war mit Sicherheit gesund, aber dennoch schien sie von tiefster Trauer erfüllt zu sein. Aber irgendwie machte sie ihm auch Angst. Er wusste nur zu gut, dass traurige Menschen gerne alleine waren in ihrem Kummer. Doch auf der anderen Seite war er auch froh, wenn er jemandem erzählen konnte, was ihn bedrückte.
Sein Hemd hatte er schon wieder angezogen, seinen Schwertgürtel hatte er jedoch noch nicht umgeschnallt und die Schuhe noch nicht an. Das Gras kitzelte seine nackten Füße, während er überlegte, wie er wohl am Besten mit der Fremden reden könnte.
Er vernahm undeutliches Murmeln von ihr. Sie klang nicht gerade sehr erfreut, doch bestimmt ging es ihr besser, wenn sie sich erst einmal ausgeredet hatte.
"Ähm... Mein Name ist Jutan, Haleths Sohn. Warum... Warum seid Ihr denn so traurig, werte Frau? Habt Ihr einen Waffenbruder während der Schlacht um Lorien verloren?"
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« Antworten #11 am: Januar 22, 2009, 14:10 »

Langsam drehte sie ihren Kopf zu Jutan und sah im tief in die Augen.
Ist es so schwer zu verstehen, dass ich meine Ruhe möchte? Er hat was er wollte, also was will er noch hier?

Sie öffnete den Mund um etwas zu sagen, doch schloss ihn schnell wieder, um sich ihre Wortwahl nochmal zu überlegen. Zögernd sagte sie: "Nein", sie wandte ihren Kopf erneut ab und blickte wieder auf den See, mit einer kurzen Pause ergänzte sie: "Ich verlor mein Volk und meinen Glauben, den Glauben an den Verstand der Menschen. Egal wo ich hingehe endet es damit, dass mich jemand töten will oder anderweitig aus seiner Umgebung entfernen will und dass nur weil Sauron das Land meiner Familie besetzt hält...
Egal wie lange ich unter ihnen lebe, egal wie viele Orks und Trolle töte oder egal wie viele Sachen ich ihnen verrate, werde ich sofort mit meiner Heimat in Verbindung gebracht, die..."

Sie ließ ihren Kopf fallen und sagte streng zu sich selbst: "Was ist nur los mit mir? Jetzt verrate ich einem Wildfremden, von dem ich nichts weiß schon fast alles, was ich eigentlich niemanden sagen sollte..."
Erneut blickte sie Jutan ins Gesicht und nuschelte: "Ich bin Aiwyn..."
Mit Erinnerung an all jene, von denen sie  dachte, dass sie ihnen vertrauen könnte, Maurfin, den Beorningern, Aglareb und dann schwer enttäuscht wurde, fuhr sie scharf fort: "Ich hoffe du bist nicht so dumm wie die meisten anderen, die ich in Lorien getroffen habe, im Moment garantiere ich für nichts was dann passieren würde!"
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« Antworten #12 am: Januar 22, 2009, 23:54 »

"Ich kenne dieses Gefühl." antwortete Jutan Aiwyn: "Ich möchte Euch gar nicht nach Eurer Herkunft fragen, doch ich werde Euch meine Geschichte erzählen:
Lange Zeit war der weiße Zauberer Saruman ein Freund Rohans gewesen. Alle Einwohner unseres Landes glaubten, er sei ein verbündeter, der uns vor Sauron beschütze. Doch er verriet unser Land aus Angst vor dem Herrn der Ringe, und zerstörte es. Durch ihn verlor ich meine Heimat, und den Menschen, der mir bis dahin am Wichtigsten gewesen ist..."

Merkwürdigerweise schmerzte ihn die Erinnerung an seinen Vater nicht so sehr wie früher. Anscheinend hatte der Hexenkönig ihn wirklich so sehr damit gequält, dass er darüber hinweg gekommen war. Es war sicher nicht gut, über seine Ängste und Schmerzen zu schweigen. Davon wollte er auch Aiwyn überzeugen.

"Vielleicht hat mich dieser Krieg in Rohan gezeichnet. Nach der Eroberung des Landes durch den Mund Saurons bin ich nach Bruchtal geflohen und von dort aus nach Lorien gekommen. Auf der Reise habe ich eine Elbin kennen gelernt, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Doch ich habe mich für die gefährlichste Aufgabe in der Schlacht um Lorien entschieden, und wurde wieder gezeichnet. Wie tief, das weiß ich noch nicht."
Er öffnete sein Hemd und zeigte der Frau die schwarze Narbe an seiner linken Schulter. Die Kälte in ihr war noch immer stark zu spüren, doch er konnte sie überspielen.
"Diese Wunde hat mir der Feldherr Saurons geschlagen. Sie wird nie heilen. Trotzdem will ich weiterhin für meine Heimat kämpfen. Es ist mir egal, wie viele andere aus Feigheit aufgeben und mich verraten, solange ich weiterhin an meinem Ziel festhalte.
Ich will dabei sein, wenn Rohan wieder vom dunklen Gebieter befreit wird, oder wenigstens beim Kampf gegen seine Heere ehrenhaft mein Leben lassen."
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« Antworten #13 am: Januar 26, 2009, 09:31 »

Angewidert sah Aiwyn auf Jutans Narbe. Sie sah seltsam schwarz aus und dunkle Venen gingen von ihr aus, die den Bereich der Schulter abdeckten.
"Jutan", begann sie, "Ich habe keine Ahnung, wie diese Narbe zustande gekommen ist, vielleicht will ich es auch nicht wissen, doch ich sage dir eins: Versuch nicht dich sinnlos opfern zu wollen, dieser Kampf ist nicht wie andere, Sauron kümmert es nicht, wie viele seiner Orks fallen, sie sind nur Massenware, selbst wenn du alleine tausende fällen könntest, wäre dein Verlust für den Widerstand schwerer als der der tausend Orks für Sauron.  Wenn du so entschlossen bist, wie du dich zeigst, ist das Ziel nicht der Feind, sondern jene, die er unterdrückt, wenn diese sich aufraffen können, haben wir eine realistische Chance, ansonsten rennen wir alle in unseren Tod."

Während sie redete, fühlte sie sich schon fast wieder wie früher und ihr Kampfgeist kehrte wieder in sie zurück. Sie fuhr fort: "Mein Weg wird mich auch nach Rohan führen, den anderen Weg des Krieges würde ich nur in mehr Tod und Leid führen. Gibt es dort irgendetwas wichtiges zu beachten? Außer Teilen meiner Heimat und den Weg von Seestadt bis Lorien weiß ich im Grunde gar nichts über Mittelerde..."
Gerade wollte sie wieder eine Pause machen, um auf Jutans Reaktion zu warten, doch dann ergänzte sie noch: "Ach ja, rede nie wieder leichtfertig über Verrat. Mir ist bewusst, dass ein solch hoher Verrat tief liegt, doch je öfter er einen selbst trifft, desto tiefer liegt er in einem selbst und zehrt einen förmlich auf."
« Letzte Änderung: Januar 26, 2009, 10:30 von The Chaosnight » Gespeichert

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« Antworten #14 am: Februar 01, 2009, 19:13 »

Die nachgesetzte Warnung Aiwyns brachte Jutan ein wenig aus dem Konzept. Er setzte jedoch eine ausdruckslose Miene auf und antwortete stattdessen auf ihre Frage: "Rohan ist nicht besonders dicht besiedelt. Nach dem Krieg werden nicht mehr so viele Menschen dort leben. Die meisten werden Frauen, Kinder und Krüppel sein. Sie sind eingeschüchtert durch Saurons Mund, doch seine Truppen sind zu geschwächt vom Kampf gegen die Ents. Würde es uns gelingen, diese hoffnungslosen Menschen wieder zu vereinen, dann könnte Saurons Mund gar besiegt werden.
Das Gelände ist sehr eben, durchzogen von größeren Felsen in der Westfold. Auf einem großen Hügel steht Edoras, die Hauptstadt des Reiches. Südlich der Wälder Lothloriens liegen die Wälder Fangorns, von wo wir an Isengart, dem Sitz von Saurons Mund, vorbei müssen, und sobald wir die Isenfurten überquert haben, ist es nur noch ein Tagesmarsch bis nach Helms Klamm, meiner Heimat. Ich will zuerst die stolze Festung Rohans von den Feinden befreien. Bestimmt finden wir dort einige widerspenstige Seelen, die nur auf einen Funken warten, der ihren Kampfgeist wieder entzünden wird.
Wirst du mich nach Rohan begleiten? Nach Helms Klamm?"
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« Antworten #15 am: Februar 01, 2009, 19:41 »

Aglareb von Galadriels Rede

Aglareb träumte:
...Jeder Einzelne, der unter dem Banner des dunklen Herrschers kämpft ist ein Feind. Diesen sollte man entschlossen entgegentreten, keine Gnade wallten lassen und mit dem Tode bestrafen. Sie verdienen kein Mitleid, sie haben sich ihre Seite ausgesucht. Egal welcher Herkunft sie sind, sie haben ihren Platz in der Dunkelheit gefunden...
... Ihr Idiot Ihr denkt genau wie die Ostlinge...
... Und eher verrecke ich elend auf dem Schlachtfeld vor den Mauern von Thal, als dass ich mich mit den Ostlingen verbünde ...
...weil ihr nur Feinde und Verbündete kennt! Aber wenn ihr eh verrecken wollt, habt ihr ja euer Ziel erreicht! ...
... der Sieg gehört ihm...
...Ich danke euch für euren Rat, doch würde er mir weißer  erscheinen, wenn ich ihn aus einem anderen Mund gehört hätte. Ostling ...
... Doch das ist euch wohl zu hoch...
...Ihr seid so ein Trottel ... und ich dachte ihr währt anders als die anderen..."
...Ich ertrag es nicht mehr, in eurer Nähe zu sein, lebt wohl. Ich hoffe, ihr trefft die richtige Entscheidung...


Schweißgebadet erwachte Aglareb an einem Baum auf einem Moosbett. „Mein Herr unser Trupp ist bereit“, sprach ein Soldat zu ihm der ihn gerade aufstehen sah. Aglareb sagte gar nichts, er stand auf und vollzog einige Bewegungen um die ausgeruhten Gelenke wieder aufzuwärmen. Dabei ließ er seinen Kopf und die Arme in großen Bogen kreisen. Dann nahm er seinen Umhang auf, den er als Kopfkissen benutzt hatte und warf ihn sich über. Er schaute um sich, hob die Hand und gab ein Zeichen zum sammeln. Die Gondorianer, 12 bewaffnete Männer, kamen leise auf ihn zu. Manche in Waldläuferausstattung, welche in einfachen schwarzen Wams, aber auch drei Krieger in voller Rüstung. Kritisch betrachtete Aglareb diese, kniff das linke Auge leicht zu und hob die spärlich bewachsene, vernarbte, rechte Augenbraue. „Du da vorne. Und ihr zwei. Darf ich fragen was ihr vorhabt? Denkt ihr vielleicht wir nehmen an einer Militärparade teil und bekommen Applaus von den Ostlingen? Rüstung ablegen.“ Dann sprach er zu allen: „Ich bin Aglareb, Caelebs Sohn. Ich führe uns, die Verstärkung, die Gondor den tapferen Zwergen zur Seite stellt. Also, wer es noch nicht mitbekommen hat, da die letzte Nacht etwas ausgefallen war.“ – er machte eine Pause und schaute in die verträumten Gesichter – „Wir marschieren zum Einsamen Berg. Doch wir ziehen nicht wie geplant am Westufer des Anduin bis zur Alten Waldstraße, sondern gehen direkt nach Dol Guldur und von da aus dann weiter nach Norden. Ostlinge sind zähe, schwer gepanzerte Krieger, doch steht in Rhun kein einziger stark gewachsener Baum. Sie sind leicht zu erkennen und aus dem Hinterhalt anzugreifen, doch ist ihre Rüstung dick und schwer zu durchbohren. Unsere Aufgabe in diesem Abschnitt des Krieges wird es dennoch sein, jeden Spähtrupp des Feindes der unseren Weg kreuzt den Erdboden gleich zu machen.“ Und mit diesem Satz schlug Aglareb mit der Faust in die andere Hand.

Aglareb fuhr fort: „Jeder Mann der mit Bogen geübt ist, und ich meine auch geübt und keinen Harfenspieler, zu mir.“ 8 Soldaten kamen.
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« Antworten #16 am: Februar 03, 2009, 00:38 »

Aiwyn dachte über das Angebot nach, einerseits brauchte sie jemanden, der den Weg und das Land kennt in ihrer Nähe, andererseits hatte sie sich schon in mehr als einem Menschen geirrt und war dadurch höchst misstrauisch geworden.
"Hör mal Jutan", sagte sie schließlich, "Ich würde gerne dein Angebot annehmen, ich wäre ein Narr, würde ich es nicht tun, doch ich warne dich gleich: In der Vergangenheit wurde ich mehr als einmal von so genannten Weggefährten enttäuscht, hintergangen oder angegriffen. Sollte ich irgendetwas in dieser Art merken, könnte...nein, wird es passieren, dass ich leicht ausfallend reagieren werde. Ich hoffe das stellt kein Problem für dich da, denn wenn ich erstmal so weit bin, bin ich alles andere als umgänglich."
Langsam richtete sie sich auf und fügte hinzu: "Dann sollte ich meinen anderen beiden Gefährten noch schnell bescheid geben, die haben sich irgendwo am Rand der Rede schlafen gelegt und ich weiß nicht, ob sie schon wach sind und dann an ihrer Position bleiben werden, eine Suchaktion in diesen Wäldern will ich nicht gerade riskieren."
« Letzte Änderung: März 11, 2009, 21:48 von The Chaosnight » Gespeichert

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« Antworten #17 am: Februar 03, 2009, 20:19 »

Einen Seufzer der Erleichterung konnte Jutan gerade noch unterdrücken. Nun hatte er wieder eine Weggefährtin! Doch plötzlich fiel ihm etwas ein... Er hatte Maethor und Gwilwileth total vergessen! Zum Glück hatte es Aiwyn nicht so gnädig mit dem Aufbruch!
"Das trifft sich gut, denn ich muss mich ebenfalls von meinen Weggefährten verabschieden."
Er blickte in den Himmel. Die Sonne hatte soeben ihren Zenit erreicht. Viel Zeit würde er hoffentlich nicht brauchen, um die Beiden zu finden.
"Ich würde sagen, wir treffen uns morgen beim Sonnenaufgang vor den Heilhäusern Loriens. Bist du damit einverstanden oder wirst du länger brauchen, um bereit zu sein?"
Jutan hatte sich bemüht, die ehemaligen Begleiter Aiwyns, die er nicht einmal kannte, nicht als "Weggefährten" zu bezeichnen. Wahrscheinlich hätte er sie damit nur verärgert.
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« Antworten #18 am: Februar 03, 2009, 22:16 »

"Gut, ich werde dort sein", sagte sie und machte sich wieder auf den Weg zum Rand der Rede.
Nachdem sie nach einigem Suchen die vermeintliche Stelle gefunden hatte, musste sie jedoch feststellen, dass sie leer war, kein einziger Hinweis auf irgendetwas menschlisches war zu erkennen. Überrascht, da sie es von Bogan nicht kannte, dass er sich in unbekannten Gebieten von Treffpunkten entfernt, ohne irgendetwas zu sagen, sah sie sich den Platz etwas genauer an. Vor einem besonders großen Baum konnte man noch gut erkennen, dass vor kurzem etwas langes und schweres gelegen hatte, ebenso wie die Reste einiger angespitzten Äste und Zweige.
Verwundert versuchte sie Fußabdrücke zu finden und verfolgen, doch durch den Ansturm auf die Rede und dem Laub und Ästen auf dem Boden, konnte sie nichts brauchbares erkennen. In der Mitte des Weges sah sie jedoch etwas, was ihre Aufmerksamkeit erregte: In einem Haufen von Laub ragte etwas metallenes hervor, was zweifelsohne nicht dort hingehörte. Ohne zu zögern begab sie sich zu dem Haufen und zog den Gegenstand vorsichtig heraus. Er war klebrig und fühlte sich dreckig an und als sie ihn herausgezogen hatte, erkannte sie, dass es ein blutbeschmierter Dolch war.
Langsam fuhr sie mit einem der Blätter über die Klinge der Waffe und als sie sie erkannte, ließ sie sie fallen und machte eine solch jähe Beweung nach hinten, dass sie hinfiel. Dieser Umstand sollte ihr Leben retten, denn nur sehr wenig später sauste ein Wurfspeer an der Stelle durch die Luft, wo vor kurzem noch ihr Kopf war und mit einem lauten Schrei brach ein Mann mit einem großen Bihänder aus dem Gebüsch, den er jedoch ausschließlich in der rechten Hand hielt, seine Linke hing lediglich schlaff zur Seite.

"Du wirst es bereuen, was du unseren Leuten angetan hast", brüllte er und rannte auf sie zu. Gerade noch rechtzeitig konnte Aiwyn sich ducken und ihre eigene Waffe ziehen, mit der sie versuchte eine schnelle Gegenattacke einzuleiten. Doch obwohl ihr Gegenüber nur eine Hand zur Verfügung hatte, konnte er seine mächtige Waffe rechtzeitig zurückreißen und ihren Schlag mit solch einer Wucht abwehren, dass Aiwyn noch fast zwei Meter zurückgeworfen wurde. Wutentbrannt zischte der Mann: "Jetzt stirbst du Abschaum!"
Seinem nächsten Schlag konnte sie wieder ausweichen und dieser traf stattdessen nur einen der starken Bäume Loriens, in dem eine tiefe Einkerbung zurückblieb.
Etwas benommen durch den Rücktoß torkelte der Angreifer zurück und Aiwyn entgegnete ihm: "Was ist eigentlich dein Problem? Was soll ich getan haben?"
Nun noch zorniger schrie der Mann ihr mit voller Kraft entgegen: "Du Miststück hast unsere eigenen Leute dazu gebracht uns zu hassen! Nur deinetwegen ist Gultas tot und ich kann meinen linken Arm nicht mehr benutzen! Doch nochmal passiert sowas nicht!"

Gultas...Dieser Name kommt mir bekannt vor.
Aiwyn versuchte zurückzudenken. Und tatsächlich rückte ihr der Name klar in Erinnerung, Barlae hatte ihn auf dem Schlachtfeld als den Mann beschrieben, der sie im Lager angegriffen hatte. Ihr schwirrten nun regelrecht die Worte des Mannes durch den Kopf und nun war auch Aiwyn zornig, denn ihr war klar geworden, dass dieser Mann etwas mit dem Verschwinden Bogans und Barlaes zu tun hat. Als dieser wieder im Zorn auf sie losrannte, riss sie ihr Schwert hoch und hieb es nach der Parade mit aller Kraft gegen die Hand des Mannes, die unter seinen Schreien vom Rest des Körpers getrennt wurde. Er sackte zu Boden und in einer flüssigen Bewegung hielt sie ihr Schwert gegen seine Kehle und zischte: "Was hast du mit den beiden gemacht?"
"Eher sterbe ich als es jemanden wie dir zu sagen", antwortete er unter Schmerzen. Aiwyn hob schon ihre Waffe zum Schlag, kam jedoch noch rechtzeitig zur Besinnung, denn ihr war klar, dass dieser Mann der einzige war, der über die Beiden bescheid wusste.

"Denkst du ernsthaft ich tue jemanden wie dir diesen Gefallen? Du bist zu jämmerlich um eine Waffe deinetwegen zu beschmutzen, lieber lass ich dich den Rest deines Lebens wissen, dass du von jemanden wie mir besiegt wurdest", sagte sie kalt und mit unterdrückter Wut.
Der Mann begann zu wimmern, offenbar hatte Aiwyn einen wunden Punkt gefunden, der ehemals aggressive Krieger gab nur noch ein jämmerliches Bild ab. "Sie sind...Richtung Süden, zum Fangornwald, von dem sie vermutlich zu den Festungen Rohans fliehen...Nun erlöse mich", schluchzte er.
Kalt antwortete Aiwyn: "Zu deiner Kenntnis: Barlae ist mir aus freien Stücken gefolgt, nachdem ich ihre Angreifer getötet und ihr Leben gerettet hatte. Ich hab ihr nie etwas über euch gesagt! Sie hat Gultas deshalb getötet, weshalb ich euch nicht töten werde: Sie will die Verteidiger gegen Sauron nicht unnötigerweise schwächen!"
Sie wollte sich schon von dem wimmerndem etwas hinter sich abwenden, doch letzten Endes siegte der Zorn in ihr: Mit voller Wucht trat sie dem Mann ins Gesicht und anschließend mehrmals in die Seite, bis er regungslos liegen blieb.
Aiwyn ging ohne ihn eines Blickes mehr zu würdigen an ihm vorbei, nahm sich wieder ihren Dolch und versuchte so schnell wie möglich zu den Heilhäusern zu gelangen.

Hoffentlich braucht Jutan nicht so lange seinen Gefährten Auf Wiedersehen zu sagen, ich darf keine große Zeit mehr verlieren, wenn ich die beiden jemals wiederfinden will.

Aiwyn, zu: Heilhäuser Lothloriens
« Letzte Änderung: Februar 03, 2009, 23:06 von The Chaosnight » Gespeichert

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« Antworten #19 am: Februar 15, 2009, 12:13 »

"Ihr Schützen bildet das Kernstück unseres Trupps. Wir greifen den Feind nur über die Flanken an, dabei müsst ihr schnell und leise durchs Unterholz schlüpfen um euch eine gute Position zu verschaffen." - die Soldaten nickten - "Ich teile euch in zwei Gruppen. Schießt gezielte Pfeile, ihr müsst den Feind nicht töten, wenn die Sicht es nicht zulässt. Wichtig ist, dass er kampfunfähig ist, wir können Nachricht vom Feind auch gut zu unseren Vorteil nutzen. Ich und die anderen werden dann den Rest erledigen, nachdem ihr sie mit Pfeilen bestickt habt. - Noch Fragen?"

"Wie gedenkt ihr eigentlich über den Anduin zu kommen?" ertönte eine helle, weibliche Stimme hinter Aglareb, der seine Axt rasch aus der Halterung zog und die Waldläufer es ihm gleich machten und ihre Bogen spannten.

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« Antworten #20 am: März 01, 2009, 17:45 »

„Zügelt eure Waffen Soldaten, ich bin kein Feind. Ich bringe Kunde von Faramir Heerführer aus Gondor.“ – Eine Elbin, sie sprach ruhig, ohne Angst und deeskalierte mit jedem Wortlaut ihrer Stimme ...Aglareb gab ein Handzeichen und seine Männer folgten und zogen die Waffen zurück.
„Wie es aussieht ist euer Arm wieder in bester Form. Perthîr.“
Jetzt erkannte Aglareb erst wer diese Elbin war:
„Meine Retterin ihr seid es. Verzeiht mir diesen rauen Empfang, doch kann man in diesen Tagen nicht vorsichtig genug sein. Sagt mir nun was wir wissen sollen, wir müssen rasch aufbrechen.“
„Die Welt ist unruhig, der Anduin ist erzürnt über das viele Blutvergießen. Der große Strom birgt neue Herausforderungen. Möget ihr gute Schwimmer sein oder stabile Flose nutzen. Ihr würdet in den Tod gerissen. Aufgrund dessen bin ich gesandt worden euch zu einer geheimen Bucht zu geleiten, an derer ihr die stabilen Ruderboote unseres Volkes nutzen könnt.“

Aglareb nickte zustimmend. –Mmm der Anduin. Warum habe ich diese Hürde auf unseren Weg wohl so außer acht gelassen. Ich denke es ist wirklich an der Zeit den berauschenden Genuss von so  manchen Getränken lebewohl zu sagen.
„Ich danke euch. Ich brauche einer Elbin natürlich nicht zu sagen, wie sie sich in ihrem eigenen Land zu bewegen hat, doch fühle ich mich dennoch verpflichtet euch zu beschützen sobald der Feind uns auflauert. Ihr seid eine Heilerin und keine Kämpferin, ich bitte euch in meiner Nähe zu bleiben.“ –Die Elbin nickte - „Ich verpasste dies schon bei unserem ersten Treffen also fange ich nun von neuem an. Wie ist euer Name?“
„Ich bin Telmelloniel.“
Aglareb war überfordert.
„Nun denn Telli“...-„Nein ich heiße...“
„Telli. Und so gehen wir.“

Aglareb nach: Ufern des Anduin (bleibt in Wälder Loriens II)
« Letzte Änderung: April 12, 2009, 10:53 von Fuxurios » Gespeichert

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« Antworten #21 am: April 12, 2009, 15:35 »

Am frühen Morgen, an der Mündung der Nimrodel in den Anduin...


„Hört der Anduin strömt schneller denn je, die Kräfte Nenyas reichen nur noch bis hierher und nicht mehr weiter. Es wird schwierig werden ihn zu überqueren.“ – Sprach Telli beängstigt zu Aglareb.
„Ich vertrau ganz der Standfestigkeit eurer Boote, kräftige Männer zum Rudern haben wir ja“ – entgegnete ihr Aglareb ohne sich einschüchtern zu lassen.
„Darum geht es nicht. Hier ist die Grenze. Hier verlässt uns der Schutz meines Volkes und der Schatten des Ostens überdeckt unsere Gemüter. ... Und vor allem dem, würdet ihr 50 Mann zum „rudern“ her bestellen, würdet ihr nicht weiter kommen, da unsere Boote nur mit einem Ruder bestückt sind. ... Durch unsere Herrin wurden wir geleitet, nicht durch die Kraft unsere Arme.“

Wieder einmal stand Aglareb der starken Überzeugungskraft seiner elbischen Begleiterin gegenüber. Er blickte nachdenklich übers Wasser und dann wieder zu Telli:
„Nichts desto Trotz werden wir den Fluss hier überqueren. Wenn wir hier einen anderen Weg einschlagen schaffen wir es nicht mehr rechtzeitig zum Erebor oder überhaupt Ostlinge zu Gesicht zu bekommen.“ Dann wandte er sich den Soldaten zu: „Männer hört her. Jeder von euch sucht sich jetzt einen langen stabilen Ast, wir werden hier in den Anduin stechen.“ Die Soldaten nickten ihm stillschweigend zu. Seine Befehle galten wie die des Heerführers und sollten nicht diskutiert werden. „Telli, zeig mir die Boote“

Aglareb und Telmelloniel gingen am Ufer entlang während die anderen im Wald nach stabilen Ästen suchten. Sie führte ihn zu einer kleinen versteckten Bucht, in der das Wasser so still wie die Totensümpfe war. Um die Bucht herum war alles mit Pflanzen bedeckt im Wasser wie am Land, sodass sie nur aus unmittelbarer Nähe zu erkennen war.
„Sehn doch gut aus. 4 Boote mit jeweils einem Paddel. Und mit unserem zusätzlichen Rudern sind wir bis Mittag schon am anderen Ufer.“ Aglareb klopfte Telli kräftig auf die Schulter und grinste ihr fröhlich ins Gesicht, dann musterte er die Boote. Die zierliche Elbin zuckte bei dem groben Schlag zusammen, verzog ihre Miene in ein genervtes, böses Gesicht und fing an zu nörgeln.
„Das ist doch Wahnsinn, bis wir das andere Ufer erreichen hat uns die Strömung etliche Wegstunden flussabwärts getrieben, dazu gibt es viele tiefere Stellen am Grund sodass eure behelfsmäßigen Stangen sinnlos sind.“ –
„Mischt mir nicht den Trank noch auf, den ich mir selbst eingeschenkt habe. Es ist wie es ist. Ob wir fallen oder weiterleben, wir haben unseren Teil erfüllt.“ Entgegnete ihr Aglareb unbekümmert.

Sie setzte sich hin, und schaute auf das Wasser – „Warum habe ich mich nur dazu überreden lassen, warum bin ich die jenige die bei eurem Scheitern dabei sein und euer Schicksal teilen wird.“ Nun bemitleidete Aglareb die Elbin. Von ihrer Heimat fortgerissen zu werden um einen einfälltigen Fremden in den Tod zu folgen. Plötzlich kam ihn ein Gedanke auf den er bisher noch nicht bedacht hatte, da er sich bei den unsterblichen Wesen immer vorstellt, sehr alte weise Herren und Herrinnen vor sich zu haben. Er setzte sich zu ihr.
„Sagt mal, wie lange weilt ihr nun schon auf Mittelerde, wenn ich fragen darf?“
„Wie alt ich bin? Ich zähle nicht zu den ältesten in Lorien, aber ich bin alt und weise genug eine Meute wilder Trunkenbolde zum Erebor zu führen. Außerdem tut das hier jetzt gar nicht zu Sache...“ Aglarebs Verdacht bestätigte sich. „Telli, wie alt seid ihr?“ Sie schaute trübselig auf den Boden und antwortete nach kurzer Zeit: „54. Ja ich bin 54 Jahre alt. Alt vielleicht bei eurem Geschlecht aber als Elbin“... Aglareb unterbrach sie: „Schon in Ordnung, langsam, verschluckt eure Zunge nicht. Ihr seid die jüngste Elbin die mir je begegnet ist. Warum schicken sie euch. Das ergibt doch keinen Sinn.“ Aglareb überlegte eine Weile.
Sie schicken mir ein Kind auf das ich aufpassen soll? Weder Faramir noch Mithrandir würden mir  eine so unerfahrene Begleitung schicken...Dann fuhr er fort: „Ihr wurdet zu mir gesandt ja? Wer hat euch denn geschickt?“ Die Elbin wurde plötzlich blutrot im Gesicht und fing leicht an zu stottern. „Mich, ja, also das war ein großer Mann...und“ – sie hielt an – „es ist jetzt wirklich unangebracht und wäre naiv sich noch weiter zu wagen.“ Aglareb nickte einfach und warf ihr einen enttäuschenden bösen Blick zu.
„Nun denn. Ich hatte nach euch gesucht ich wollte mich nach eurem Wohlergehen erkunden. Immerhin habe ich euren Arm versorgt und am Tag als ihr aufwachtet wart ihr ja viel zu schnell fort, sodass ich gar nicht wusste wie es euch ergangen ist. Und mit so einer Verletzung ist nicht umzugehen wie mit irgendeinen Kratzer. So bekam ich ein schlechtes Gewissen, dass ich euch gehen ließ und begab mich auf die Suche nach euch.“ Die Elbin sprach auf einmal schneller als Aglareb zu hören konnte und er unterbrach sie erneut:
„Meinem Arm geht es gut wie ich schon sagte als wir uns trafen bevor wir aufbrachen.“ – Die Elbin fuhr einfach fort:
„Naja als ich euch fand, wie ihr zu euren Männern gesprochen habt. Dachte ich mir, ich kann euch vielleicht bei eurem Unternehmen helfen.“ Aglareb wurde einsichtig blieb jedoch ernst:
„Das habt ihr wahrlich. Ich danke euch nochmals und für alles. Doch eure Aufgabe ist hiermit erfüllt. Ihr wolltet uns die Boote geben, was ihr nun gemacht habt. Kehrt um, geht nach Hause und kümmert euch um die Verwundeten.“ Aglareb stand auf und legte seine Hand auf ihre Schulter. Sie schaute ihn traurig an und sprach:
„Ja ich werde umkehren, aber nicht mit dem Gedanken euch hier über diesen Fluss geschickt zu haben. Wenn ich euch nicht die Boote gezeigt hätte, würdet ihr jetzt merken, dass der Fluss nicht zu überqueren ist und doch lieber den Weg zur Brücke einschlagen.“ Aglareb schaute in die traurigen Augen der Elbin. Vor einem Tag noch hätte er nie das gleiche Gefühl gehabt wie jetzt, zu dieser Zeit stand noch eine weise elbische Heilerin vor ihm, nun sah er in die Augen eines Kindes.
„Ihr seid euch keiner Schuld bewusst. Wirklich. Ich allein trage die Verantwortung. Meiner Männer und über mein eigenes Schicksal. Geht nach Hause, berichtet eurer Herrin, dass ich Aglareb mir Boote von eurem Volk geliehen habe und denkt nicht darüber nach wie es mir ergeht. Denn der Fluss wird nicht die einzige Hürde sein, die zwischen mir und den Pfad zu meinen Vätern sein wird. Ihr habt euer ganzes Leben noch vor euch und in diesem werdet ihr noch vielmehr Verwundete treffen, um die ihr euch sorgen könnt. Lebt wohl.“
In den Augen der Elbin blitzten kleine Tränen auf. Ohne Worte stand sie auf und verschwand dann nach kurzer Zeit zwischen den Bäumen.

Aglareb atmete tief durch, betrachtete nochmals die Boote und faltete seine zu einer Art Kugel zusammen um dann tief hinein zu blasen. Ein bekanntes aber doch ungewöhnliches Geräusch ertönte laut aber doch nur im Dickicht des Waldes auf  kurze Entfernung hörbar. Es klang wie der Lockruf eines Vogels. Kurze Zeit später kamen alle 12 Soldaten durch die Hecke zu Aglareb, allesamt mit einem langen dünnen Ast. Einer schaute fragend um sich und sprach: „Herr wo ist unsere elbische Führerin?“
„Sie ging. Ihre Aufgabe ist erfüllt, nun sind wir auf uns gestellt. Wie ich sehe habt ihr fleißig Holz gesammelt, die Fahrt wird kein leichtes Spiel. 3 Mann ein Boot, ich fahre im ersten mit.“






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« Antworten #22 am: April 15, 2009, 18:11 »

Als Amrûn sich den Grenzen Lothloriens näherte, spürte er die Anwesenheit einer großen Macht. Er war den Blicken der Herrin des Lichts nicht entgangen.
Meine Herrin ist dem Bösen nicht erlegen... Die Schlacht muss geschlagen sein und die Goldenen Wälder stehen noch... Dies ist ein Funken Hoffnung für unser Volk

Er durchschritt den Wald immer in Richtung Caras Galadhon. Der Elb war früher bereits in diesem geheimnisvollen Reich, er hat Galadriel oft Botschaft aus Lindon und Imladris übermittelt.
In den Bäumen hörte er die Vögel Lieder singen, jene die Melian ihnen gelernt hatte und er genoss das Frühlingslicht der Sonne, welches sich durch das dichte Blätterdach des Waldes schlich. Vor kurzem war der erste Regen gefallen und das Wasser, dass sich in den Blättern gesammelt hatte tropfte unaufhörlich auf den bemoosten Boden.

Amrûn war glücklich, denn an dem Glanze Lothloriens hatte sich kaum etwas geändert, hier konnte er die schmerzlichen Wunden aus der Vergangenheit vergessen.
Und obwohl ihm alles so vertraut schien bemerkte er sofort, dass der Weg unbewacht war. Kein Willkommensgruß wie üblich und kein scherzhaft gemeinter „Überfall“, der Weg in die Stadt war vollkommen frei.

Er wanderte um die unendlich scheinende Heckenmauer herum und den Aufgang zur Stadt hinauf.
Der letzte Funke Hoffnung, den er vorhin noch erblickt hatte, war mit einem Mal verflogen. Im bot sich ein Anblick von verletzten Menschen und Elben. Sie tummelten sich um die Füße der großen Mallornbäume.

Es war ein Anblick der ihn zerschmetterte. Sein einziger Wunsch war es mit den Herren des Waldes zu sprechen, um zu erfahren was geschehen war.
Beim Palast angekommen erwartete ihn bereits Galadriel selbst:
„Willkommen in Caras Galadhon mein treuer Freund und Gesandter Elronds. Einen weiten Weg hast du hinter dir gelassen, um uns beizustehen, doch zu weit war er denn die Schlacht ist bereits geschlagen. Folge mir in meine Gemächer, dort können wir in Ruhe reden.“

Amrûn folge ihr. Das Schimmern in Galadriels Haar war schwächer geworden. Cirdan sagte einst, dass es das letzte sei was vom Licht der zwei Bäumen übrig geblieben war. Wahrscheinlich machten sie all die Jahre in Mittelerde auch schon müde und schwächer.

Über unzählige Treppen gelangten sie schließlich zu einer Terrasse knapp über den Kronen der goldenen Bäume. Amrûn blickte über das Geländer. Er sah ein großes Tal vor sich, durch welches sich der Anduin schnitt. Am Horizont erkannte man die Grenzen des Düsterwaldes, es war hell und freundlich und die Sonne schien kräftig auf die blasse Haut des Elben.
Erst jetzt bemerkte er jemanden hintersich auf einer Bank sitzen. Es war Celeborn, der Herr des goldenen Waldes. Sein Blick wirkte erschöpft und mit seiner Hand hielt er eine seiner Wunden.

„Willkommen“, sagte er „lange ist es her seit du das letzte mal hier warst und düsterer sind die Zeiten geworden“
Amrûn verneigte sich vor ihm, er wollte gerade ansetzten zu reden als ihn Celeborn unterbrach.

„Ich weiß weshalb du hier bist, seit ich dich kenne bist du ein Teil Mittelerdes und ich weiß dass du diese Gefilde nicht aufgeben wirst, doch diese Schlacht ist vorbei und Lothlorien ist erstmal sicher.
Die Eldar haben sich ein weiteres Mal erfolgreich gegen die dunklen Mächte gewehrt und wieder hatten wir die Hilfe unserer menschlichen Freunde, doch nun sind sie es die unsere Hilfe brauchen.
Von Isengard steigt wieder Rauch auf, ein Diener Saurons hat sich dort eingenistet. Wenn es wieder so stark wie früher wird, ist die Menschheit verloren.
Jeder Tag der vergeht ist ein verlorener Tag, ein Tag an dem Mordor und Isengard weiter erstarkt. In den Menschen sieht Gandalf noch immer die letzte Hoffnung. An ihnen liegt es nun das Böse aufzuhalten.
Der Zauberer hat sich gleich nach der Schlacht mit einigen seiner Gefährten auf den Weg nach Süden gemacht. „In Rohan werde ich beginnen die Menschen unter einem Banner zu vereinen, damit der Dunklen Herrschaft endlich ein Ende gesetzt wird“ sagte er zu Galadriel kurz vor seinem Aufbruch.
Wende dich in dieselbe Richtung und du wirst irgendwann auf ihn treffen.“

„Ihr scheint mich sehr gut zu kennen, mein Herr Celeborn.“ sagte Amrûn, dann trat eine Zeit des Schweigens ein. Amrûn sah Galadriel wie sie lautlos am Geländer der Terrasse stand. Sie sah auf den Horizont und in ihrem starren Blick erkannte man die tiefen Wunden in ihrer Seele, welche jede Schlacht und jeder Verlust hinterlassen hatte. Er blickte auf Celeborn und dessen Verletzungen. Für einen Moment zog Amrûn es in Erwägung zurück nach Lindon zu ziehen und Mittelerde für immer den Rücken zu kehren, doch dann erblickte er Nenya an Galadriels Hand. Er erinnerte sich was Elben in vergangenen Tagen vollbracht hatten und schöpfte neuen Mut. Er glaubte, dass in den Eldar noch immer Kraft steckte und er sagte schließlich: „Ich werde nach Rohan gehen und immer nach Gandalf ausschau halten, er wird die Menschen in die Schlacht führen und ich werde ihnen beistehen und ich hoffe dass es noch mehr Elben gibt die sich uns anschließen.“

Galadriel wandte ihren Blick vom Horizont ab und richtete ihn gegen den Boden. Sie war sehr traurig. Sie brauchte kein Wort zu sagen; Amrûn wusste sofort, dass sie keine Macht mehr in den Elben sah, denn ihre Ära in Mittelerde war vorbei.
Der Kampf gegen Sauron wird auch der letzte sein den sie auf diesen Gefilden austragen wird.

„Dann werde ich alleine gehen. Ich werde unsere Weggefährten, die uns all die Zeitalter unterstützt haben, nicht im Stich lassen. Lebt wohl“

„Wir werden uns wieder sehen, Amrûn Gilion“, sagte Galadriel und setzte sich neben Celeborn.

Er verlies den Palast. Am Eingang warteten zwei Elben auf ihn, sie gaben ihm elbisches Wegbrot und wünschten ihm eine gute Reise

Amrûn nach: Westfold
« Letzte Änderung: April 15, 2009, 20:53 von Thorondor the Eagle » Gespeichert

1. Char Amrûn ist in Lothlorien   |-----|   2. Char Elea ist in Minas Tirith
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« Antworten #23 am: April 19, 2009, 13:08 »

Mitten auf dem Anduin...

Aglareb saß nachdenkend im ersten der 4 besetzten Boote. „Herr? Die starke Strömung hat nachgelassen. Es ist ruhig wie auf einem Bergsee.“ Sprach einer der Waldläufer zu Aglareb, der nun fragend umsich schaute. „Ihr habt recht. Ich hab mir, als wir die Boote zu Wasser ließen, einen markanten zerstörten Baum auf der anderen Seite gemerkt. Dieser ist von Beginn an unserer Paddelfahrt bis hier hin schon 300 Meter nach Norden gewandert.“ – er machte eine kurze Pause – „Männer seit achtsam. Des Dunklen Herrschers Macht ist größer denn je und reicht bis in die letzten Winkel von Mittelerde. Ich weis nicht was uns hier alles erwarten könntet.“ Ein weiterer Soldat sprach: „Warum sollte er irgendwelche Zauberkraft aufwenden um unseren unbedeuteten Spähtrupp aufhalten zu wollen.“ – Aglareb antwortete ihm: „Ihr müsst bedenken, dass dieser Teil des Landes noch vor kurzem in Feindeshand lag. Selbst wenn der Hexenkönig und die Feste Dol Guldur gefallen ist, ist ER immer noch derjenige dessen Zauber nicht verblasst.“
Der Soldat kam sich in die Falle gelockt vor und legte schon fast Hass in seine Worte um seine Angst zu verbergen: „Mir wurde gesagt, dass dieser Trupp am Ufer des Anduins entlang nach Norden marschiert und nicht, dass wir ihn überqueren. Die Elbin hatte Recht, ihr schickt uns geradewegs in den Tod. Auf der anderen Seite warten wahrscheinlich unzählige Orks und ihre Bogenschützen warten nur noch bis wir in Reichweite sind.“
Aglareb ließ das nicht auf sich sitzen: „Meine Absicht ist es, wie schon erwähnt, den Feind schon vor der Schlacht anzugreifen, am Ausspähen zu hindern und kleinere Karawanen zu überfallen. Das können wir nur auf der Ostseite des Anduins. Wenn ihr lieber am friedlichen Westufer spazieren wollt, dann hättet ihr euch den Wandersleuten angeschlossen, wir sind Soldaten, wir sind hier um zu kämpfen. Also schweigt und stellt meine Befehle in nicht Frage.“
Doch der Soldat machte weiter: „Ihr haltet euch wohl für Weise, jetzt da ihr in der Gunst des Heerführers steht. Ich weiß wer ihr seid. O ja. Ihr hättet euren Mut beweisen sollen als ihn unser Land und vor allem unser König ihn brauchte. Ihr seid nichts als ein Heuchler, ihr seid nur auf den hohen Sold aus, den der gütige Hauptmann für waghalsige Fahrten zahlt. Ihr seid eine Söldnerseele, gefangen in einem aussichtslosen Käfig aus Lügen und Verrat.“
Das war zu viel, Aglareb stand auf und der Soldat tat es ihm gleich. Es begann ein Streit, ein hin und her zwischen Beschimpfungen und Vorurteilen. ...“warum sollte ich Befehle von einem halben Rohanbauern befolgen....“ Die beiden wurden handgreiflich und das Boot fing an schwer zu wanken. Die anderen Soldaten versuchten die beiden mit Worten zu besänftigen, doch keiner mischte sich wirklich ein um das kleine Boot nicht noch mehr ins Schaukeln zu bringen. Die Waldläufer in den hinteren Booten fragten sich was da vorne los sei, doch wussten auch sie nicht wie sie hierbei helfen konnten. Doch dann bemerkte plötzlich einer der Soldaten etwas im Wasser:
„Seht! Seht nur die Fische! Sie schwimmen alle flußabwärts.“ Sofort war der Streit wie verflogen und die Aufmerksamkeit wurde auf das Wasser gelenkt. Aglareb kniete sich hin und schaute ins Wasser. Sie flüchten. Doch vor was schwimmen sie davon. Welche Teufelei des Feindes steht uns nun schon wieder bevor. Was es auch sein mag, machen wir dass wir ans andere Ufer gelangen... „Männer rudert! Rasch rudert!“ Und diesmal wurde kein Befehl in Frage gestellt, alle waren derselben Ansicht. Sie paddelten wie verrückt. Die Strömung des Flusses war immer noch verschwunden und die Soldaten hatten schon 2 Drittel überquert, doch die andere Seite lag immer noch weit entfernt. Plötzlich bildeten sich Lufblasen im Wasser, als würde es anfangen zu kochen. Panik machte sich breit. „Rudert schneller! Rudert!“ Das strudeln wurde immer mehr, und da alle nur zielgerichtet nach vorne sahen, merkte keiner was hinter ihnen geschah. Doch ein lautes Platschen, als wenn ein Felsbrocken von der Größe eines Hauses ins Wasser fällt, ließ die Männer kurzzeitig erstarren. „Rudert weiter! Nicht nach hinten sehen!“ Doch Aglareb selbst wagte einen Blick, da er sich um seine Kameraden sorgte. Er stand gebeugt auf um sich bessere Sicht zu verschaffen, dabei sah er hinter dem letzten Boot wirklich ein Nachplätschern, wie von einem größeren Stein, der ins Wasser schlug. Zuerst dachte er wirklich, dass sie unter Beschuss von Katapulten stehen, doch dann erschrak er, als ihm bewusst wurde, dass nur noch zwei Boote hinter seinem waren und an der Stelle, an der das dritte sein müsste nur aufgescheuchtes Wasser zu sehen war.
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« Antworten #24 am: April 26, 2009, 20:04 »

Das letzte Boot war einfach in die Tiefen des Anduins gezogen worden. Aglareb malte sich die schlimmsten Dinge aus. Wir sind in eine Falle geraten. ...Ich mit meiner verdammten Todesmut, ich brachte uns alle in Gefahr. Hätte ich doch nur auf Telli gehört... Gegen diese Bosheit können wir nichts ausrichten. Egal was es ist, es wird uns vernichten wenn wir nicht das andere Ufer erreichen... Dann geschah es. Hinter dem nun letzten Boot der Kolonne schossen 4 lange Schlangen aus dem Wasser. Doch was zunächst aussah wie Schlangen, entpuppte sich kurzerhand als riesige Fangarme. Schon als die erste Tentakel einen Soldaten packte und in die Luft riss, kamen weitere aus dem Wasser, große wie kleine. Die Gondorianer in dem Boot wussten nicht wie sie damit fertig werden sollten, waren entweder geschockt oder stürzten sich fliehend ins Wasser. „Zieht eure Waffen! Schlagt diese Biester entzwei! Und rudert! Rudert um euer Leben!“ Aglareb wusste nicht welche Befehle er erteilen sollte er war einfach nur sprachlos und handelte instinktiv. Doch der Kampf war nutzlos. Da klatschte ein größerer Fangarm auf das dritte Boot und schlug es in zwei zerberstende Teile. Die Männer die sich ins Wasser retteten wurden rasch in die Tiefe gezogen. Alles ging so schnell. Gleich darauf war es wieder totenstill, doch die Männer ruhten sich nicht aus, denn das Ostufer lag nur noch wenige Meter entfernt. „Gibt alles Leute! Schneller, schneller!“ feuerten sie sich gegenseitig an. „Es kommt zurück!“ Schrie Aglareb als er wieder die ersten Fangarme hinter dem nun schon zweiten Boot empor ragen sah. Aber die Soldaten in dem Boot hörten auf zu Rudern und schmissen die Paddeln bei Seite, sie zogen statt dessen ihre Schwerter. Einer auf dem Boot schrie laut auf: „Für Ruhm und Glorie! Für Gondor!“ Dann fingen sie sich gegen die Tentakeln zu behaupten. Einige wichen zurück oder wurden zerhackt. Aber plötzlich hob sich das ganze Boot und wurde Kopfüber ins Wasser katapultiert. Die Welle die dabei entstand, verlieh dem letzten noch übrig gebliebenen Elbenschiff ans Ufer.

Aglareb nach: ????
« Letzte Änderung: August 12, 2010, 14:43 von Fuxurios » Gespeichert

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« Antworten #25 am: Juli 17, 2009, 18:22 »

Aiwyn und Jutan, von: Heilhäuser Lothloriens/Siegesfeier

Zügig gingen beide über einen der zahlreichen Seitenwege zur südlichen Grenze des Waldes, von wo sie, ohne in die Nähe des Ortes namens "Isengart" zu kommen, immer weiter Richtung Süden die Weiten Rohans erreichen sollten. Doch schon diese kurze Distanz machte Aiwyn schwer zu schaffen: Angespannt und genaustens darauf bedacht ihr Schwert immer griffbereit zu haben blickte sie andauernd umher, doch gleichzeitig konzentrierte sie sich darauf irgendeinen Hinweis über ihre Freunde zu finden und war trotz allem mit ihren Gedanken überall, nur nicht in der Gegenwart. Neben den negativen Gefühlen drängte sich auch der Name "Isengart" immer tiefer in ihre Gedanken. Nach Aglareb erwähnte ihn Jutan jetzt schon zum zweiten Mal und das nicht gerade mit positivem Tonfall. Was war dieser Ort? War seine Gefahr größer als die der Orks Saurons? Und welche Kreaturen hausten dort?

Für einen Moment war Aiwyn froh, dass sie die Umgebung nicht kannte, sodass Jutan vorgehen musste, ihr Verhalten hätte er bestimmt nicht verstanden, genau wie jeder andere den sie in Lorien getroffen hatte und es hätte bestimmt wieder zu Problemen geführt, die sie in ihrer jetzigen Lage alles andere als gebrauchen konnte. Doch diese kurzzeitige Freude wurde gleich wieder durch die Gewissheit getrübt, dass der Großteil der Menschen in ihrer Umgebung Hass für sie empfand und sobald sie in einen bewaffneten Konflikt mit irgendeinem von ihnen käme Jutan bestimmt keine Sekunde warten würde seine Landsmänner zu unterstützen und so stand ihre Gemeinschaft schon von Anfang an auf wackligen Beinen.
Daher blieb es bei dem restlichen Weg durch den Wald dabei, dass Aiwyn schweigend hinter ihm herging und mit der Gefahr im Hinterkopf jeden noch so kleinen Winkel in ihrer Umgebung genaustens beobachtete, den Weg vor sich nahm sie dabei nur bruchhaft wahr.

« Letzte Änderung: August 29, 2009, 13:46 von The Chaosnight » Gespeichert

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« Antworten #26 am: September 17, 2009, 13:52 »

Faendir vom Weg nach Lorien

Gemeinsam mit dem Trupp Grenzwächter ging Faendir über zahlreiche, kleine Pfade durch den Wald. Er war von tiefer Trauer umgeben, denn seine Gedanken waren nur bei der kleinen Nachtigall.

Celebithiel vermutete, dass irgendetwas geschehen würde. Ich hätte besser auf meine Begleiterin aufpassen müssen. Ich wog uns schon in Sicherheit als wir die Waldgrenze überschritten, warum habe ich nicht aufgepasst? Dieser kleine unschuldige Vogel hat kein solch qualvolles Ende verdient...
Ein letzter Flug mit den Adlern über das große Meer; dies wäre passend für die kleine Nachtigall, um ihren weiteren Weg zu beschreiten... Seite an Seite mit den größten ihrer Art... Sie hat in all den Jahren so viel Hilfe geleistet, mehr als so mancher Elb den ich kenne.
Wenn sie wieder gesund wird, werde ich ganz besonders auf sie Acht geben und sie überraschen.
Aber womit? Sie hat so vieles gesehen, überwunden und hat weitergelebt. Sie singt jedes Lied das ich kenne, also womit kann ich ihr eine Freude bereiten? Das Lied, der wunderschöne Gesang aus meinen Träumen... wenn ich dieses Musikstück erlerne, wird sie schnell wieder gesund werden! Es hat auch mir geholfen die dunkle Nacht zu überstehen...


Bis zu diesem Moment wirkte Faendir verzweifelt und verloren. Seine Miene war stark betrübt und seine Augen waren noch immer mit Tränen unterlaufen. Er ging leicht gebückt und sein halbes Gesicht verschwand im Schatten, den seine Kapuze warf. Aber mit dem Moment als ihm dieser Gedanke kam, erfasste ihn eine Entschlossenheit die einem Krieger glich, der einen Kampf nicht verlieren würde. Er blickte voraus auf dem Weg und er erkannte bereits in kurzer Entfernung die hohen Wipfel der Mallornbäume.

„Wir haben Caras Galadhon erreicht“, sagte einer der Wächter.
In Windeseile schritten sie die Treppen empor, welche sich wie Schlingpflanzen um die Stämme der Bäume wickelten. Die Luft wurde sehr diesig in den Kronen, doch das Atmen schien hier fiel leichter zu sein.

Am Ende der Treppe stand der Palast von Caras Galadhon und vor dessen Eingang stand bereits die Herrin des Lichts. Sie wirkte besorgt, so als ob sie schon wusste, was vorgefallen war.

„Wo ist meine kleine Nachtigall?“ fragte sie.

Der Soldat der sie trug ging auf Galadriel zu und legte sie in ihre offenen Hände.
„Großen Kummer bereitest du mir und Celebithiel kleine Gefährtin, doch wenig kannst du dafür und genauso wenig ist die Wache des Waldes daran Schuld. Die Späher des Feindes haben viele Gesichter. Einige kennen wir und andere nicht.“

Aus dem Schatten der Bäume kamen zwei Elben. Ihr Haar war seidig schwarz und reichte weit den Rücken hinab. Sie trugen feines Gewand und Schmuckstücke, die älter waren als Faendir.

„Sorge dich nicht, junger Faendir. Dies sind zwei Heiler aus dem edlen Hause der Noldor. Ihre Heilkünste sind älter und wirkungsvoller als alle anderen auf unserer Seite der Nebelberge. Sie wird wieder gesund werden und die Botschaft von Gandalf trägt sie in sich. Ruh dich nun aus, denn deine Reise war mühsam und schwer“, sagte Galadriel mit einer beruhigenden Stimme.

Die Wächter hatten sich wieder rasch in Richtung Boden aufgemacht. Vermutlich wurde jeder Soldat an der Grenze gebraucht. Galadriel ging mit den Heilern in den Palast.
Faendir wollte nicht weg, ehe eine gute Nachricht von den Heilern bekam. Also setzte er sich auf die Stiege und lehnte sich mit dem Rücken an die Wand. Er schloss die Augen und dachte krampfhaft über seinen Traum nach, doch ihm viel nichts mehr ein, außer einigen Akkorden, die er ungefähr zuordnen konnte.
Faendir griff nach seiner Flöte und setzte an. Er wollte einfach darauf losspielen und probieren, ob er die Klangfolge spielen konnte.

Die ersten Töne waren leicht zu finden, doch je länger das Lied wurde umso weniger konnte er sich erinnern, bzw. die richtigen Töne zuordnen. Das Leid, welches den Vogel widerfuhr, quälte den Elben sehr und es zwang ihn immer weiter zu spielen ohne Pause und ohne Verpflegung.

Auf einmal stand Galadriel am oberen Treppenabsatz. Sie schaute verwundert auf Faendir. In ihren Augen ruhte eine tiefe Trauer, doch sie kam nicht von den Geschehnissen der letzten Tage.

„Woher kennt ihr, Faendir, dies sagenumwobene Lied?“ fragte die Herrin.

Er setzte die Flöte ab und antwortete: „Gestern Nacht erst erschien es mir im Traum. Ich stand mitten in einem wunderschönen Wald. Um mich sprossen unzählige Frühlingspflanzen und der taufrische Duft lag in der Luft. Auf einem hohen Baum neben mir saß die kleine Nachtigall, meine Gefährtin. Sie stimmte diese wunderschöne Melodie an. Mit der Flöte mitzuspielen wagte ich nicht, denn es war so wunderschön, wie das Lied widerhallte...“

„Widerhallte?“ fragte Galadriel abrupt und überrascht.
„Ja!...“
„Aus einer Schlucht, welche sich gleich vor einer großen, unüberwindbaren Felsenkette auftat!“, unterbrach sie ihn wieder.

„Ihr hattet denselben Traum, meine Herrin?“
„Nein, dies war keiner meiner Träume. Was ihr hier erzählt, ist längst nicht mehr! Ich nehme an ihr kennt die Sagen über Beleriand, dem schönen Land der Elben aus dem ersten Zeitalter dieser Welt.“

„Nur sehr wenige.“

„Der Wald von dem ihr geträumt habt, war einst meine Heimat. Ich lebte dort mit meinem Gemahl Celeborn in den ehrwürdigen Hallen meines Onkels. Menegroth wurden sie genannt. Luthien, des Königs Tochter, sang oft auf der Brücke über dieser Schlucht und ihr Gesang erfüllte das gesamte Königreich mit Wonne und Glück.
Als ihr Ehemann fiel, verschwanden auch ihre Gesänge. Ihr Herz war zerbrochen und sie wurde dieser Welt müde. Sie verstarb kurz darauf und ihre Seele wanderte in die Hallen von Mandos.
Sie bat den Valar um Gnade und sang für ihn. Er gewährte ihr den Wunsch und sie wurden mit Beren glücklich bis an ihr Lebensende.
Das Lied, welches ihr spielt, lies damals Mandos†™ Herz erweichen...“

Galadriel schwieg für einen kurzen Augenblick. Sie sah Faendir verwundert an und versuchte seinen Gesichtausdruck zu deuten. Der irgendwo zwischen Stolz und Verwirrung umherirrte.

„Ich bin eine der wenigen auf diesen Gefilden, die dieses Lied kennt und euch wurde diese Ehre nun auch zu teil. Nutzt dieses Wissen gut, damit habt ihr die Gabe die Herzen der Menschen und Elben zu erweichen.“

Faendir blickte nun stolz in das Gesicht von Galadriel. Er hatte niemals daran gedacht, dass die Nachtigall in seinem Traum Luthien Tinuviel gewesen war.
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« Antworten #27 am: September 27, 2009, 20:12 »

Als Faendir von der Anhöhe des Palastes herabstieg, war die Nacht bereits hereingebrochen, doch unter den schützenden Kronen der Mellyrn war das nicht von belangen. Im Reich von Lothlorien schien es schier zeitlos, schon seit Faendir das erste Mal hier gewesen war.
Er hatte eines der zahlreichen Flets unterhalb des Palastes erreicht. Er ging ganz zum Stamm des Baumes. Ehrfürchtig vor der Schöpfung Yavannas strich er langsam über die außergewöhnliche Rinde des Mallorn. Vorsichtig setzte er sich hin und lehnte sich daran.
Das Lied aus seinem Traum hatte er zum Teil fertig komponiert. Der Rest war in seinen Gedanken verschwommen.

Die kleine Nachtigall wird den guten Willen, den ich ihr mit diesem Lied bringen möchte, erkennen. Ein Glück, dass sie wieder gesund wird. Ich könnte mir diesen Verlust nie verzeihen. Die Trauer Celebithiels wäre eine Bürde, die ich bis ans Ende aller Tage ertragen müsste.

Er vertiefte sich in seine Gedanken und nickte ein wenig ein, bis ihn ein silberweißer Lichtschein aufmerksam werden lies. Es ging von dem wunderschönen Haar der Herrin des Waldes aus.

Sie stand am anderen Ende des Flets, an der Treppe zum Waldboden. Sie blickte auf den sitzenden Elben. In seinem Kopf hörte er klar und deutlich die Worte von Galadriel: „Faendir, der Schatten der Trauer der auf dir haftet, er ist nun verschwunden. Deine Gedanken sind durchdrängt mit gleißend hellem Licht und die Hoffnung erlangt wieder Stärke in dir... Die kleine Nachtigall ist wieder erwacht und sie hat nach dir verlangt“

Auf Galadriels Lippen zeichnete sich ein warmherziges Lächeln ab. Ihr Blick wandte sich von dem Elben ab und sie schritt zügig die Treppe hinab. Faendir war froh, solch gute Nachrichten zu hören. Er rannte zum Palast hinauf.

In einem kleinen Raum des Palastes saß die Nachtigall auf einer Stuhllehne. Neben ihr war ein Fenster und das Licht einer Laterne durchflutete den ganzen Raum. Er näherte sich dem Vögelchen und sah es an.

„Hallo meine kleine“, sagte er zu ihr „Es tut mir so leid, dass ich nicht auf dich aufgepasst habe. Celebithiel hatte es mir doch aufgetragen.“

Fröhlich zwitscherte die Nachtigall los, um Faendir klar zu machen, dass es ihr gut geht.

„Ich habe eine ganz besondere Überraschung für dich, meine kleine Freundin.“

Als Faendir seine Flöte ansetzte, verstummte der Vogel langsam und horchte aufmerksam auf die Melodie, welche Faendir ihr preisgab. Er spielte alles was er noch aus seinem Traum wusste. Die Töne durchdrangen jeden Raum des Palastes. Sie glitten die Treppen und Baumstämme hinunter, wie die Wellen über einen Wasserfall. Das Lied überwältigte jeden Elben und Menschen der es hörte. Das wirre Gezwitscher aus den Baumkronen hörte auf als die Melodie die Vögel erreichte.
Der letzte Ton, an den sich Faendir erinnerte, war seinem Instrument entronnen. Er hallte durch die Blätter der Baumkronen und verlor sich schließlich in den schönen Weiten des Waldes.

„Dein Eifer ist zu bewundern Faendir, so lange hast du geübt, bis du das Lied so hervorragend spielen konntest“, sagte eine unverkennbare Stimme aus dem Hintergrund.

„Das Ende ist mir jedoch entfallen, Herrin. Ich habe es vergessen, vielleicht war es mir doch nicht bestimmt dieses Lied zu spielen“, antwortete Faendir.

„Du hast ein Feuer in dir, wie nur wenige andere. Du musst dafür sorgen, dass es niemals erlischt, egal wie viele Niederlagen du einstecken musst. Dieser Traum hat dir das Lied offenbart, also bist du dafür bestimmt es zu spielen. Genauso wie es die Aufgabe der kleinen Nachtigall war, mir eine Nachricht zu überbringen. Zweifle niemals an dem was dein Leben dir bringt.“

Er richtete seinen Blick auf die Flöte die in seiner Hand lag. Er wusste, dass ihm gleich einen neue Aufgabe zuteil wurde. Ermutigt blickte er wieder zu Galadriel hinauf.

„Mithrandir hat mir in der Nachricht übermittelt, dass sein Weg nach Rohan führt. Er will die Dunkelheit, die das Land in seinem Bann hält, brechen und dafür muss er alleine über die Gefilde ziehen, so wie er es schon immer getan hat. Nur zwei treue Freunde hat er an seiner Seite und die Unterstützung der Elben. Wenn auch auf eine Weise, die niemand für möglich hält.
Trotzdem fürchte ich mich vor dem, was ihm bevorsteht“, sagte sie. Ihr Gemüt wirkte besorgt und in ihren Augen sah man eine plagende Unsicherheit.

„Faendir... Ich habe in den Spiegel geblickt, doch er hat mir nur weniges verraten. Deshalb will ich, dass du nach Süden gehst, weit in das Land der Pferdeherren. Verstecke dich gut in der Stadt Edoras und warte dort auf die Ankunft des weißen Reiters. Die Feinde besetzten die Stadt, doch keiner von ihnen ahnt auch nur im Geringsten, dass sich einer der tapfersten Elben dort einschleichen wird um das Blatt zu wenden.“

Faendir war verwirrt und ängstlich. Er hatte die Unsicherheit von Galadriel wahrgenommen: „Ich vertraute stets eurer Weisheit, Herrin und diesmal ist es genauso. Ich werde euren Wünschen folge leisten und tun was ich kann, für alle Elben Mittelerdes“

„Der Mut in dir ist sehr bewundernswert, Kundschafter des Düsterwalds“, ertönte die tiefe Stimme Celeborns, welcher plötzlich in der Tür stand. Er blickte zu seiner Gemahlin und sagte: „Gandalfs Wunsch kann ich nicht nachkommen. In Lothlorien gibt es keine Soldaten mehr, die einen Kampf überstehen würden. Alle Hoffnung liegt jetzt bei Mithrandir und in den Menschen Rohans.“
Er schaute wieder zu Faendir: „Gib den Menschen etwas von deinem Mut ab, sie werden ihn brauchen.“

„Ich habe vertrauen in sie“, widersprach sie Celeborn; „Ruh dich aus Faendir, morgen musst du dich auf die Reise machen. Die kleine Nachtigall bleibt vorerst hier, bis sie sich wieder fliegen kann.“

Faendir "Auf dem Weg nach Edoras"
« Letzte Änderung: September 28, 2009, 18:42 von Thorondor the Eagle » Gespeichert

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« Antworten #28 am: Oktober 20, 2009, 17:54 »

Màroneth Erster Post
Die Sonne berührte schon fast den Horizont, als Màroneth die Erschöpfung der letzten Tage zu spüren bekam. Seit er das Schlachtfeld von Lorien passiert hatte, hatte er kaum Rast gemacht, denn nachdem er all das Leid dort erblickt hatte, verfolgte ihn ein Gedanke überallhin.
Ich muss Rohan erreichen, bevor es zu spät ist. Ich konnte schon nicht dabei mitwirken, Lorien zu verteidigen, wenn ich dann auch noch in Rohan nicht helfen kann, könnte ich mir das nicht verzeihen...
Er dachte nicht, das er als Einzelner viel ausrichten konnte, und doch würde er sich schuldig fühlen, es nicht einmal zu versuchen.
Doch jetzt, kurz vor Ende des Waldes, war er zu erschöpft, um weiterzumachen. Er stieg von dem Pferd ab, das er bei den Elben gekauft hatte, entfachte ein Feuer in einer nahen Höhle und bereitete sich darauf vor, hier die Nacht zu verbringen. Nachdem er ein Stück Fleisch gegessen und das Pferd an einem nahen Weiher getränkt hatte, begann er mit seinem täglichen Schwertkampftraining.
Er liess seine Klinge auf imaginäre Gegner herabsausen, nahm sie in eine oder in beide Hände, kämpfte mit oder ohne Schild und vollführte so bis zur Erschöpfung alle Techniken, die er kannte. Als er fertig war, liess er sich ausgelaugt neben das Lagerfeuer fallen, benutzte seinen Umhang als Decke und schlief sofort ein.
Am nächsten Morgen, als er aufwachte fühlte er sich schon viel ausgeruhter. Als er schon sein Zeug gepackt und sich geistesabwesend auf dem Weg zu seinem Pferd machte, merkte er auf einmal, das er es nirgends finden konnte. Er nach ihm, suchte die Umgebung ab, doch nirgends fand er einen Hinweis.
Als er bei seiner Suche schliesslich  auf einer Waldlichtung ankam, vernahm er hinter sich auf einmal ein Rascheln im Wald.
Da bist du ja! dachte er sich und drehte sich um, doch statt seinem Pferd sauste ein schwarzer Pfeil auf ihn zu. Er konnte zwar noch wegspringen, wurde aber trotzdem an der Seite gestreift, sodass er mit Schmerzen auf dem Boden auftraf.
Erschrocken drehte er seinen schlammverschmierten Kopf in die Richtung, aus der der Pfeil gekommen war, und sein Herz pochte rasant, als er sah, was auf ihn zukam, den
vier Orks stürmten mit erhobenen Waffen und unter Kriegsgeschrei auf ihn zu...







Der kleinste der Orks, nur mit einem Schwert bewaffnet, kam am schnellsten bei Màroneth an. Dieser sprang mit ganzer Kraft auf, und durchbohrte das Herz des Orks, welcher ihn kurz zuvor wohl kaum mehr als Gefahr angesehen hatte. Ein weiterer Ork, mit einem Speer in der Hand versuchte Màroneth aufzuspiessen, doch dieser wich geschickt aus, packte mit der freien Hand (sein Schild lag noch auf dem Boden) den Speer und trat dann mit dem Bein dagegen, so das der Ork gezwungen war, loszulassen. Einen Augenblick später hatte Màroneth im auch schon die Kehle durchgeschnitten. Auch ein dritter Ork unterlag Màroneth im Zweikampf und wurde getötet. Der letzte Ork, der auf ihn zukam war besser bewaffnet, mit Schwert, Schild und Schwerem Kettenhemd, und Màroneth hatte Mühe, seinen Angriffen auszuweichen, bis er ihn schliesslich mit einem Tritt gegen das Bein ablenken und anschliessend enthaupten konnte.
Erst jetzt bemerkte er, dass auch der Bogenschütze noch stand, und mit gespannter Sehne auf Màroneths Kopf zielte. Dieser konnte gerade rechtzeitig seinen Schild aufheben, um den Pfeil abzuwehren. Danach warf er den Schild auf den Boden, um mit beidhändig gepacktem Schwert auf den Schützen zuzustürmen. Dabei merkte er gar nicht, wie ein Ork, der sich von hinten an ihn herangeschlichen hatte, mit einer schweren Keule nach seinem Bein schlug. Màroneth wurde durch die Wucht von den Füssen gerissen, er verlor das Schwert und, wie es ihm vorkam auch für ein Paar Sekunden das Bewusstsein. Dann merkte er auf einmal, wie der Ork erneut mit seiner Keule nach dem am Boden liegenden Màroneth ausholte. Er dachte schon, das wäre das Ende, doch noch war sein Überlebenswille gross genug, um dem Ork seinen Dolch in den Fuss zu rammen, sein Schwert zu packen und es seinem Gegner direkt in die Brust zu bohren. Er rappelte er sich unter Qualen auf, erschlug mit einer seiner verzwicktesten Schwerttechniken einen verdutzten Ork, der wohl ebenfalls hinter ihm gestanden sein musste, und warf dann mit letzter Kraft dass Messer in seinem Stiefel nach dem Bogenschützen. Es schlug in einem Baum neben dem Ork ein, doch allein der Schreck und Màroneths Blutbeflecktes Antlitz schienen zu genügen, um ihn kreischend in die Flucht zu jagen. Màroneth wollt ihm hinterher, doch er war zu schwach und stürzte vor Erschöpfung in den Schlamm.
Verflucht, die letzten Tage waren wohl doch anstrengender, als ich dachte. Wenn ich ihn nicht erledige, dann wird er wohl bald mit Verstärkung zurückkehren, und dann ist alles aus....dachte er sich noch, und bald hörte er auch schon Schritte.
Doch anstelle eines Trupps Orks war das letzte was Màroneth erblickte, bevor er in die Bewusstlosigkeit fiel ein Junger Mensch und eine seltsam anmutende Frau mit gelblicher Haut...
« Letzte Änderung: Oktober 20, 2009, 20:38 von Dragon » Gespeichert
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« Antworten #29 am: Oktober 23, 2009, 20:43 »

Aiwyn und Jutan hatten sich mittlerweile zur Grenze des Waldes durchgeschlagen und es war noch immer kein Anzeichen von irgendwelchen Verfolgern zu sehen, was sie aufatmen ließ: Der Wald würde nicht ewig gehen und im Land wären sie erstmal sicher, sie glaubte nicht daran, dass der Hass der Nordländer so weit ging einen offenen Kampf in einem vom Feind besetzten Land zu riskieren. Ihr ganzer Körper schien sich merklich zu entspannen, im Zweifelsfall lediglich Orks zwischen sich und den Weiten Rohans zu haben erschien ihr angenehmer als ein Treffen mit von Zorn durchwucherten Menschen, die bis zum Erschlaffen des letzten Muskels nicht aufhören würden zu Kämpfen.
Sie beschleunigte ihre Schritte etwas und holte zu Jutan auf, dem sie bisher lediglich hinterhergetrottet war und ging ein paar Schritte neben ihm, bevor sie erneut beschleunigte und nun vor ihm Richtung Waldende ging.

Doch schon nach kurzer Zeit musste sie wieder stehen bleiben, der Wald vor ihr sah zu...unnatürlich aus: In seiner Mitte befand sich ein großer, unförmiger Fels und um ihn herum lagen undefinierbare, schwarze Körper. Sie legte ihre Hand an ihren Dolch und schritt weiter vorwärts, doch je näher sie kam, desto klarer wurde ihr, dass diese Orks bei aller Bösartigkeit nicht auf arglose Opfer warten konnten: Einem fehlte der Kopf und unter den anderen hatte sich eine riesige Lache gebildet, neben ihnen sah sie dann, dass sie allesamt grausame Löcher im Körper oder riesige Fleischwunden hatten. Doch wo war ihr Schlächter? Sie sah sich um und machte Anstalten sich auf den tiefen Felsen zu setzen.
"Sag mal Jutan, hast du hier einen Nichtork gesehe...", fragte sie den Jungen aus Rohan, der in der Zwischenzeit bestimmt etwas gesagt hatte, doch sie war zu sehr mit den Orks beschäftigt, um irgendetwas anderes wahrzunehmen.
Ein kurzer Aufschrei hatte die Frage jedoch beendet: Der Fels unter ihr hatte nachgegeben und  unter der durchlässigen Schicht spürte sie etwas hartes. Sie sprang sofort wieder auf und stieß mit ihrem Fuß zweimal gegen den Felsen, der zuerst nachgab und dann erneut harten Widerstand preisgab. Vorsichtig schob sie ihren Fuß unter ihn und tatsächlich: Mit geringen Aufwand verschwand er förmlich unter ihm und mit einer kraftvollen Bewegung drehte er sich sogar um!

Doch unter ihm lag nicht die Rückseite einer Gesteinsschicht, sondern ein einfacher Mann in verdreckter Lederkleidung und geringen sichtbaren Verletzungen, aus denen noch immer Blut floss. Das Blut und der Schlamm waren noch nicht getrocknet, er war also noch nicht lange angegriffen worden.
Sein Umhang verschwamm augenblicklich wieder mit dem Boden und nur weil Aiwyn ihn schon kannte erkannte sie die felsenartige Auswüchse auf dem Boden als das Kleidungsstück, doch auch wenn sie ihn faszinierend fand, war sie sich sicher, dass seine Tarnkraft nichts bringen würde, wenn gesehen würde, wie er ihn sich umwirft oder dass die Orks den Umhang über ihn gelegt haben könnten, zumal keiner seiner Wunden tödlich schien. Dies ließ für sie nur einen Schluss zu: "Sie kommen!"
« Letzte Änderung: Oktober 26, 2009, 18:41 von The Chaosnight » Gespeichert

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« Antworten #30 am: Oktober 28, 2009, 20:46 »

Ein plötzlicher Windstoss weckte Màroneth aus der Bewusstlosigkeit.
Er lag auf dem Bauch und seine Augen und Haare waren mit Schlamm verklebt.
Während er sich bemühte, die Herkunft der aufziehenden Kälte zu erkennen, kehrten langsam seine Erinnerungen an Vorhin zurück:

Der Ork-Pfeil, der ihn seitlich streifte... Wie er verzweifelt gegen ihre Überzahl ankämpfte... Der grosse Ork, der ihn von hinten mit seiner Keule erwischte...Und wie er es am Boden liegend gerade noch schaffte, seinen Mantel über sich zu werfen...

Dann wurde er sich mit einem erschreckten Moment gewahr, woher der Wind auf einmal kam.
Jemand muss meinen Umhang weggerissen haben!
Doch wer?
Als Màroneth genauer darüber nachdachte, fiel ihm ein, das es gar nicht so viele Möglichkeiten gab.
Entweder ein Freund oder ein Feind.
Er hoffte sehr das es das letztere war, und da noch keine scharfe Waffe in seinem Rücken steckte, wurde seine Hoffnung scheinbar bestätigt.
Dies war zwar ein gutes Zeichen, doch trotzdem empfand Màroneth es als das beste, sich weiterhin  bewusstlos zu stellen, bis er etwas mehr über den oder die Fremden, die ihn entdeckt hatten, erfahren hatte. Er dachte noch lange daran, bis auf einmal ein weiteres Bild seines Kampfes in seine Erinnerung kam:

Der menschliche Junge und die Frau mit der gelben Haut,  - der weibliche Ostling –  die auf ihn zu liefen.

Die beiden sind das letzte, an das ich mich noch erinnern kann... Vielleicht sind sie es, die mich gefunden haben...
Erst war er froh, das er eine plausible Antwort auf die Identität seiner Finder entdeckt hatte,
doch dann war er sich dabei auf einmal nicht mehr wirklich sicher, ob es so gut war, von einem fremden Jungen und einem Ostling bewusstlos aufgefunden zu werden...
Egal,
alles ist besser als diese dreckigen Orks,

wiederholte er immer wieder in Gedanken.

Dann war es eine längere Zeit lang still, und gerade als Màroneth sich fragen wollte, ob sie wohl einfach weitergegangen waren, durchschnitt eine weibliche Stimme die Stille, die etwas so überraschendes sagte, in so einem beunruhigendes Tonfall, dass er es bei allem Verlangen, sich Bewusstlos zu stellen, nicht verhindern konnte, verstört die Augen aufzureissen und den Kopf in ihre Richtung zu drehen.

„Sie kommen!“
« Letzte Änderung: Oktober 28, 2009, 20:48 von Dragon » Gespeichert

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« Antworten #31 am: Oktober 30, 2009, 20:58 »

Aiwyn war schon kurz davor sich umzudrehen und weiter zu gehen, immerhin gab es hier im Wald genug feindlich gesinnte Menschen und mit Orks wollte sie in nächster Zeit nichts mehr zu tun haben. Obwohl sie schwache und feige Wesen waren und sie sich sicher war jeden von ihnen problemlos besiegen zu können waren ihr ihre Waffen zu gefährlich: Sie spürte noch immer die Schmerzen des Giftes in ihrer Seite, die von den Erinnerungen an die Heilhäuser noch schlimmer wirkten und sie hatte gesehen, in welch ungeheurer Zahl sie aufgetreten waren, welche Massenware sie waren, wie sie sich selbst sagte. Sie wusste noch immer nicht wie die Schlacht nun genau beendet wurde, doch es schien ihr offensichtlich, dass noch hunderte, wenn nicht tausende von ihnen entkommen sein könnten und gegen solche Massen wäre sie chancenlos.

Sie drehte sich kurz zu Jutan um, um ihm zu sagen, dass der Mann tot sei und sie lieber weiter gehen sollten, doch irgendetwas hatte ihre Aufmerksamkeit erregt, als sie gerade den Mund aufmachen wollte. Schnell starrte sie wieder auf den Verwundeten, der die Augen weit geöffnet hatte und seinen Kopf in ihre Richtung bewegt hatte.
Kurzzeitig spürte sie Überraschung, Wut und Hast in sich, Überraschung darüber, dass dieser Mann noch lebte, Wut darüber, dass er noch nicht wieder aufgestanden war und Hast angesichts der drohenden Gefahr und der Gewissheit, dass sie ohne ellenlange Begrüßungsfloskeln und irgendwelche Hilfen nicht weiter gehen könnte.
Die Überraschung und die Wut verschwanden so schnell wie sie gekommen waren, doch die Hast wurde sogar noch größer und sorgte auch dafür, dass ihr einziges Begehren daran lag so schnell wie möglich aus dieser Situation herauszukommen.
"Komm mit, du hast selbst gesehen, dass dieser Wald nur noch den Tod birg...", platzte es schnell aus ihr heraus und kurz darauf bedauerte sie es schon: Sie kannte Jutan schon so gut wie gar nicht und nun fragte sie einen komplett Unbekannten, ob er sie begleiten wolle und das auch noch in der im Westen für unhöflich befundenen Sprachweise, wie sie im Osten üblich war. Aber gesagt war gesagt, sie biss sich auf Die Zunge, holte einmal tief Luft und ergänzte vergleichsweise langsam: "Wenn du den Wa...", kurze Pause, "Wenn ihr den Wald verlassen wollt könnt ihr etwas mitkommen, für die Nacht wären zwei weitere Auge hilfreich, in diesen Gebieten kann man nie wissen was einen erwartet."
« Letzte Änderung: Oktober 17, 2010, 18:01 von The Chaosnight » Gespeichert

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« Antworten #32 am: November 06, 2009, 17:37 »

Es ist nicht der richtige Moment für Vorurteile
Das war das Erste, was Màroneth in den Sinn kam, als er die beiden Leute sah, die ihn aufgefunden hatten.
Der Junge sah so aus, als würde er erst in ein paar Jahren das Mannesalter erreichen, und sah eigentlich ganz normal aus, ausser das er bewaffnet und mit einer Rüstung ausgestattet war.
Ist er ein Soldat? Ein Kriegsflüchtling? Oder hat er die Ausrüstung jemandem geklaut?
Das verwirrte ihn zwar ein wenig, doch was ihm viel wichtiger erschien war der weibliche Ostling, denn auch wenn bei der Ermordung seines Vaters nur Haradrim mitgewirkt hatten, war seine Beziehungen zu Ostlingen nicht gerade freundlich. Alleine schon, dass sie auf Saurons Seite kämpften, reichte Màroneth als Grund, sie grösstenteils zu verachten.
Dieser hier reiste hingegen mitten am Tag mit einem Jungen herum, und dass auch noch in den Wäldern Lothloriens...
Sehr seltsam
Die Ostling-Frau begann nun langsam mit ihm zu reden.
„Komm mit, du hast selbst gesehen, dass dieser Wald nur noch den Tod birg...“, sagte sie und stoppte dann auf einmal.
Wieso redet sie mit mir, als würde sie mich schon lange kennen?
„Wenn du den Wa...“ fing sie wieder an und vollendete schlussendlich:
„Wenn ihr den Wald verlassen wollt könnt ihr etwas mitkommen, für die Nacht wären zwei weitere Auge hilfreich, in diesen Gebieten kann man nie wissen was einen erwartet."
Da wurde Màroneth klar, das er gar keine andere Wahl hatte, denn auch wenn ihm seine Finder noch nicht recht sympathisch waren, würden die Orks bald zurückkehren, und dann würde es aus sein mit ihm...
Ausserdem kann ich nicht viel mehr erwarten, ich bin schon froh, das sie mich nicht einfach liegen gelassen haben.
So rappelte er sich auf, stützte sich auf sein Schwert und versuchte erschöpft, seine überall verstreut liegenden Sachen zu packen.
„Mein Name ist übrigens Màroneth.“, sagte er, als der Junge Mann ihm seinen Dolch reichte, den er aus dem Baum gezogen hatte.
Auch die anderen beiden gaben dann ihren Namen preis, und dann lief Aiwyn, wie der weibliche Ostling genannt wurde auch schon los.
„Sie scheint gestresst zu sein“ sagte Màroneth zu Jutan, seinem anderen Begleiter, worauf der entgegnete: „Und das sollten wir auch“
Und in Anbetracht der annahenden Orks, so dachte Màroneth als die drei auf den Waldrand zuliefen, war das ein wahres Wort.

Màroneth, Jutan und Aiwyn nach: Ebenen vor Fangorn
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« Antworten #33 am: Februar 07, 2010, 15:44 »

Celebithiel, Amrun, Aphadon und so weiter und sofort von der Grenze Loriens

Aphadon fühlte sich seltsam rein. Als ob er wirklich unter seine Vergangenheit einen Schlussstrich gezogen hätte und nun von vorn anfinge. "Die Überschrift des neuen Kapitels lautet Aphadon", murmelte gedankenverloren vor sich hin er vor sich hin.
"Warum so trübselig?", fragte ihn Amrun, der neben ihm durch die dünne Schneeschicht stapfte.
Aphadon blickte dem Elben in die tiefblauen Augen und lächelte matt.
"Ich bin nicht trübselig. Nur... etwas irritiert."
Einige Augenblicke schwiegen sie. Trotz des fallenden Schnees und des wolkenverhangenen Himmels war es merkwürdig warm unter den Wipfeln der goldenen Bäume. Zuletzt war Aphadon, damals noch Nerblog, unter anderen Bedingungen hierher gekommen, mit verbundenen Augen. Man hatte ihn auch nicht besonders höflich behandelt, und so wurde ihm erst jetzt die bewundernswerte Schönheit des goldenen Waldes bewusst.
Der Tross hatte sich mittlerweile zum großen Teil aufgelöst. Offenbar wusste jeder, was er zu tun hatte und wohin er gehörte. Überall herrschte geschäftiges Treiben auf den Bäumen, hinter den dicken Stämmen der Mallorn, er hörte sogar ein vielstimmiges, fröhliches Lied aus weiter Ferne.
Auch Amrun schien zu wissen, wohin er wollte und so heftete Aphadon sich an seine Fersen. "Mhm... Was geschieht jetzt? Was soll ich tun?", fragte er den Elben unsicher.  
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manana
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« Antworten #34 am: Februar 08, 2010, 22:05 »

"Komm erst einmal mit uns. Hier in Lorien sind wir noch gut beschützt. Hier wird uns die Möglichkeit gegeben ja sogar abverlangt uns von den Strapazen der Schlacht zu erholen. Im Goldenen Wald kannst du Ruhe finden, zumindest für eine kurze Zeit", antwortete Amrûn.
"Und was wird nachher passieren? Ziehen die Elben wieder in den Süden, werden sie weiter gegen Sauron vorgehen?"
"Das weiß ich nicht und es liegt auch nicht in meiner Macht diese Entscheidung zu treffen, aber ich bin überzeugt, dass Galadriel in all ihrer Weisheit über diese Situation urteilen wird und so handelt wie es ihr am klügsten erscheint." Amrûn war beruhigt, als er diese Worte aus seinem eigenen Mund gehört hatte, denn er sagte sie aus tiefster Gewohnheit.
In schnellstmöglichem Schritte folgte nun der Zug der Elben dem Pfad. Allen voran schritten Galadriel und Celeborn, die Herren des Waldes. "Caras Galadhon, endlich sind wir hier. Endlich sind wir heimgekehrt" ertönte die tiefe Stimme der Herrin des Lichts durch den dichten Wald und vor ihnen taten sich die hohen Mallornbäume der Stadt auf. Die Kronen waren mit weißem Samt bedeckt und die silbernen Stämme reflektierten das intensive Licht der Sonne. Hier im tiefsten Kern des Elbenreiches war die Magie noch nicht verflogen, die Zeit wirkte wie erstarrt und das Leben viel leichter. Zahlreiche der goldenen Blätter hielten dem Druck des Schnees nicht stand und segelten leise die Stämme entlang, hinab zum Boden.
"Sieh Aphadon, einen schöneren Ort als diesen wirst du nirgends in Mittelerde finden. Er ist einzigartig und rein. Sauron hat hier keine Macht, die hatte er auch niemals", sagte Amrûn und im fiel ein Stein vom Herzen bei diesem Anblick. Die Sorgen der vergangenen Tage waren wie vom Winde davon getragen; sie hatten keine Bedeutung.

Sie folgten der schützenden Hecke, bis sie schließlich zu den Füßen der Bäume gelangten. Hier verteilten sich die eingelangten Truppen in viele Richtungen, Celeborn und Galadriel begaben sich mit Gandalf hoch zum Palast. Amrûn und Aphadon blieben stehen und warteten auf die beiden Nachzügler und noch ehe sie eintrafen, standen sie alleine im Schatten eines großen Stammes: "Aphadon, weit hat dich diese Reise schon gebracht und noch dazu in Länder, die du wohl eher nicht von der Nähe betrachtet hättest, zumindest nicht in deinem früheren Leben. Ich kenne die Abneigung der Ostlinge gegen unser Volk, auch wenn ich es nicht verstehe, so muss ich doch zugeben, dass auch ich dir nicht vertrauen kann", sagte Amrûn ernst "zumindest noch nicht. Ich möchte dich kennen lernen, wissen warumdu deine Heimat verlassen hast und wie du in den Kerkern von Isengart gelangt bist. Ich bin nämlich der Meinung, dass die Geschichte eines Geschöpfes mehr über die Persönlichkeit aussagt, als alles andere. Hier erkennt man die tiefen Abgründe und die versteckten Absichten eines jeden..."

Celebithiel, Antien, Aphadon und Amrûn nach Caras Galadhon
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« Antworten #35 am: November 26, 2011, 17:56 »

Aiwyn, von: "Von Mensch und Elb"

Sie fand Bogan an jenem See, an dem sie einst Jutan gefunden hatte und mit ihm nach Rohan aufgebrochen war. Er stand starr vor dessen Oberfläche und blickte in die kreisförmigen Wellen, die die fallenden Blätter erzeugten. Sie atmete tief ein und stellte sich neben ihn, woraufhin er kurz aufseufzte und ohne sich umzudrehen sagte: "Es tut mir Leid Aiwyn, aber ich muss im Moment allein sein. Ich weiß einfach nicht was ich fühlen soll - Ich bin jetzt jahrelang durch fremdes Land gewandert und aufgrund einiger Wahnsinniger wieder zur Flucht gezwunge wurden, ich bin fast erstochen, erschlagen und erschossen wurden und nun ist auch meine Heimat verloren und ich weiß nicht was mit meinen Freunden und Verwandten ist. Nun bin ich endgültig ein Heimatloser. Ich brauche einfach Zeit um damit klar zu kommen!"
"Dann bist du ein Idiot", zischte Aiwyn, "Du kennst genau eine Person die genau das selbe erlebt hat und statt mit ihr zu reden versuchst du irgendwie alleine damit zu leben?" Geschockt hatte Bogan sich zu ihr umgedreht, er hatte sie schon seit Jahren ihm gegenüber nicht mehr so aufgebracht gesehen und schien damit klar überfordert. Er schluckte und murmelte dann nur ein kurzes "Tschuldigung, hab ich vergessen..."
"Ach ja? Immerhin einer von uns, der dazu in der Lage war!" Sie rang einige Zeit mit den Worten und Bogan ergriff in dieser Zeit wieder das Wort: "Beruhig dich doch! Ich bin gerade einfach nur schlecht drauf, da redet man schon mal wirr. Was hast du damals gemacht, als du in der selben Lage warst?"
"Genau darin liegt mein verdammtes Problem! Ich hatte gar nichts gemacht und diese Situation ertragen, eben weil ich nichts tun konnte. DU warst es, der für mich da war! All die Jahre war ich nichts als ein verhasster Geist, das umherging und ich habe damit gelebt, weil es einen einzigen Menschen gab, der mehr in mir sah! Verdammt noch mal - bis zu unserer gezwungenen Trennung in Rohan war ich kaum in der Lage überhaupt irgendetwas wie ein eigenes Leben zu führen, denn entweder war ich nur der Geist oder jemand der von seinen Freunden abhängig ist! Ich musste bei dir sein um irgendetwas wie ein Leben führen zu können. In der Zeit des Suchens habe ich vor allem eines erkannt: Ich brauch dich nicht zum Überleben, aber ich brauche dich als Freund in Zeiten der Not und will dich als Geliebten haben. Du warst immer da, als ich nicht wusste, was ich brauche, doch jetzt wo ich dich wirklich brauchte war ich alleine! Barlae wäre beinahe gestorben...sie hat nur noch gezuckt..und dann war sie still! Ich..Ich wusste nicht was ich tun könnte und niemand kam zu Hilfe..Ich war allein und war machtlos irgendetwas zu ändern..."
"Geh...Geht es ihr gut?", fragte er und auf Aiwyns Nicken hin seufzte er erleichtert aus, "Ich dachte die Elbe hätte alles geregelt...sonst wäre ich nie weggegangen! Ich habe  mich damals entschieden bei dir zu bleiben und würde es jederzeit wieder tun. Was auch immer in dieser kranken Zeit noch passieren wird - Ich werde bei dir sein!"

Er ergriff ihre Hand und zusammen gingen sie zurück in die Heilhäuser.

Aiwyn, zurück in die Heilhäuser
« Letzte Änderung: November 27, 2011, 20:59 von The Chaosnight » Gespeichert

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« Antworten #36 am: Februar 20, 2012, 20:14 »

Oronêl und Mithrellas vom Cerin Amroth

Obwohl die Zeit drängte und Oronêl fürchtete das jede Minute, ja, jede Sekunde kostbar war, schlug ihre Gruppe ein Lager auf, als der Mond hinter den Bäumen versank und sich tiefe Finsternis über den Wald senkte. Nachdem einige der Elben tote Äste und Zweige gesammelt hatten, denn sie wollte nichts von einem lebenden Baum nehmen und ihn verletzen, und damit ein kleines Feuer entfacht hatten, legten sich die meisten schlafen.
Doch Oronêl konnte nicht schlafen, also setzte er sich nahe ans Feuer, wo der flackernde Lichtschein den Boden erhellte, und holte das Buch seiner Mutter aus seinem Beutel und betrachtete es.
"Ließ es.", hörte er Mithrellas sagen. Er blickte auf, und sah sie durch die Flammen auf der anderen Seite des Feuers sitzen. "Ließ es.", wiederholte sie, "Und du wirst verstehen, woher wir kommen." Er nickte langsam, und öffnete dann das Buch.
                                                                                                                                                     
Der erste Teil des Buches war mit "Lenwe" überschrieben.
Das Buch begann mit dem Bericht, wie die Elben am Cuiviénen erwachten, und erzählte besonders ausführlich von Enel und Enelye, die zu den ersten gehörten, die erwacht waren. Diese hatten vier Söhne: Elwe, Olwe, Alwe und Elmo, den Jüngsten. Elwe, Olwe und Elmo hatten in der Zeit in Cuiviénen noch keine Frau erwählt, doch im selben Jahr, in dem die Valar Melkor zum ersten Mal niederwarfen und gefangen nahmen wurde Alwes Sohn Lenwe geboren. Bald darauf gehörte Elwe zu den drei Botschaftern, die nach Valinor gebracht wurden, und bei ihrer Rückkehr viele Elben von der Reise nach Westen überzeugten, darunter auch Olwe, Elmo und Lenwe, doch Enel, Enelye und Alwe entschlossen sich, nicht nach Westen zu gehen, und damit verschwanden sie aus dem Wissen des Westens.
Der Weg nach Westen war lang und gefährlich, doch schließlich erreichten die Elben die Kette der Hithaeglir, die ihnen hoch und unübersteigbar erschien, doch die meisten unter ihnen wollten die Überquerung wagen. Lediglich ein Teil des Stammes von Enel und Enelye, von denen auch viele bereits in Cuiviénen zurückgeblieben waren, blieb auf der Ostseite des Gebirges. Diese erhoben Lenwe, der auch vor dem Gebirge zurückschreckte, zu ihrem Anführer, und so entstand das Volk der Nandor. Die Nandor wanderten zunächst einzeln und in kleinen Gruppen umher, doch nach und nach bewegten sie sich nach Süden, bis sie durch das Land, das später Calenardhon heißen sollte, nach Eriador gelangten. Dort ließen sie sich dauerhaft nieder, und dort wurden Lenwes Kinder geboren: Denethor, der ältere Sohn, Malgalad, sein jüngerer Bruder, und schließlich Linwen, ihre Schwester.
Aber der Frieden der Nandor war nicht von unendlicher Dauer, denn nach einigen Jahren begannen sich Orks und Wölfe aus dem Norden und dem Osten in den Hithaeglir und den umliegenden Landen auszubreiten. Die Leben für die Nandor wurde immer gefährlicher, und schließlich wurde Lenwe auf einer seiner Wanderungen von Orks überfallen und starb bald darauf an seinen Verwundungen, denn die Waffen der Orks waren vergiftet.
An dieser Stelle endete der erste Teil, und der zweite Teil war mit "Denethor" überschrieben.
 Im selben Jahr wurde auch Linwiel, Malgalads Tochter geboren, und auch um sie zu schützen, drängte er seinen Bruder Denethor dazu, nach Westen weiter zu ziehen. Es gelang ihm Denethor, der Lenwe als Fürst der Nandor nachgefolgt war, zu überzeugen, die Wanderung fortzusetzen, und sie sammelten einen Großteil der Nandor um sich und begannen den Weg nach Westen. Allerdings versperrten ihnen schon bald die Ered Luin den Weg, und sie hielten abermals an, um die Gegend auszukundschaften. Dabei geriet Malgalad mit einer kleinen Spähergruppe in ein Trolllager und wurde getötet, doch einige seiner Gefährten entkamen und konnten Denethor von dem Unglück berichten.
Nun übernahm Linwen anstelle ihres Bruders neben Denethor die Führung über das Volk, und gemeinsam erreichten sie im Jahr darauf Ossiriand, auf der Westseite des Gebirges.
Da ihnen dieses Land gut und sicher erschien, begannen sie in den Wäldern zu wohnen, und Kundschafter nach Westen zu entsenden. So kamen sie mit König Thingol von Doriath, der einst Elwe geheißen hatte und somit Denethors Großonkel war, in Kontakt, und aufgrund der direkten Abstammung Thingols von Enel und Enelye erkannte Denethor Thingols Oberherrschaft über Beleriand, von dem Ossiriand ein Teil war, an. Von diesem Zeitpunkt an nannten die Nandor sich Laiquendi.
Es folgte eine weitere Zeit des Friedens für Denethors Volk, und in dieser Zeit wurde bald nach der Ankunft in Ossiriand Anwien, Linwens Tochter geboren, die als die schönste der Laiquendi galt. Auch der Kontakt zu Doriath verstärkte sich mehr und mehr, und nach vielen Jahren heiratete schließlich Linwiel, Malgalads Tochter Anvíron, einen Sinda aus Doriath, und lebte mit ihm in Ossiriand.
Aber wiederum war die Zeit des Friedens nicht von Dauer, denn bald darauf kehrte Melkor nach Mittelerde zurück und ließ Beleriand von seinen Heerscharen angreifen. Denethor und Linwen eilten Thingol mit einer Schar Krieger zu Hilfe, doch sie wurden auf dem Amon Ereb eingeschlossen und fielen, bevor Thingols Heer sie retten konnte. Damit war das Haus Lenwe im Mannesstamm erloschen, doch es lebte noch immer in Linwiel, die nun mit Anvíron nach Doriath zog, und Linwens Tochter Anwien, die nach Eglarest floh, weiter.
An dieser Stelle endete der zweite Teil.
                                                                                                                                         
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RPG: 1. Char Oronêl ist in Lothlórien
         2. Char Edrahil reist durch Belfalas
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« Antworten #37 am: Februar 20, 2012, 21:42 »

Oronêl hörte auf zu lesen, und blickte Mithrellas an. "Ich wusste das alles nicht.", sagte er leise. "Meine Mutter hat dieses Buch geschrieben, aber sie hat mir nie etwas von alledem erzählt. Und hätte sie es gewollt, ich hätte mich nicht dafür interessiert. Ich war nur an Bogenschießen, anschleichen und Axtkampf interessiert, denn ich wollte ein Krieger werden, kein Gelehrter. Ich glaube ich habe sie enttäuscht. Aber ich kann sie nun ein wenig besser verstehen... und dich auch, Tochter."
Mithrellas sagte nichts, sondern sah ihn nur an. Er senkte erneut den Blick auf das Buch und fuhr fort zu lesen.
                                                                                                                                       
Der Titel des dritten Teils lautete "Ardir"...
Nach der ersten Schlacht von Beleriand hatte sich das Haus Lenwe aufgeteilt: In Doriath lebte nun Linwiel, Malgalads Tochter, mit ihrem Gatten Anvíron, und in Eglarest wohnte Anwien, Linwens Tochter. Diese verliebte sich bald in Hirluin, einen Vertrauten Círdans, und heiratete ihn einige Jahre nach ihrer Ankunft in Eglarest. Im einundzwanzigsten Jahr nach dem ersten Aufgang der Sonne wurde schließlich Ardir, ihr Sohn geboren, der einer der größten unter den Nachkommen Lenwes wurde, doch obwohl er niemals großen Ruhm erlangte, war er an den meisten wichtigen Ereignissen in West-Beleriand beteiligt. Als Ardir 81 Jahre alt war, verließ er seine Eltern und schloss sich Finrod Felagund in Nargothrond an, denn er bewunderte die Größe und Klugheit der Noldor.
In Nargothrond lernte er den Umgang mit der Axt, der Waffe der Sindar, und wurde einer der besten Axtkämpfer in Nargothrond. Er gehörte zu den Soldaten, die Finrod zur Verstärkung seines Wachturms Minas Tirith auf Tol Sirion sandte, als dieser in der Dagor Bragollach angegriffen wurde, und gehörte zu denen, die zwei Jahre später der Einnahme der Festung durch Sauron entkamen. Beim Fall von Minas Tirith sah er viele seiner Freunde sterben, und von diesem Zeitpunkt an wuchs sein Hass auf Morgoth und auf Sauron im Besonderen. Aber vorerst zog kein Heer von Nargothrond mehr in den offenen Krieg, sehr zu Ardirs Verdruss, doch im Jahr 472 des Ersten Zeitalters hörte man in Nargothrond, das Morgoth die Falas bedrohte. Die Sorge um seine Eltern und der Hass auf Morgoth trieben Ardir erneut in den Krieg, doch als er Eglarest schließlich erreichte, war es bereits zu spät.
Die Heerscharen Morgoths hatten den Hafen bereits zerstört und viele seiner Bewohner erschlagen, doch Círdan war mit vielen anderen nach Balar geflohen. In der Ungewissheit, ob seiner Eltern noch lebten, machte Ardir sich auf den Weg zu den Sirion-Mündungen und von dort nach Balar. Dort erfuhr er, dass Anwien und Hirluin bei der Verteidigung der Stadt gefallen waren, und kehrte voller Trauer und Zorn nach Nargothrond zurück.
Der Tod seiner Eltern war der Grund dafür, dass er Nargothrond erneut verließ, diesmal gegen den Willen Orodreths, der nach dem Tod seines Bruders Finrod König geworden war. Es war das Jahr 488 des Ersten Zeitalters der Sonne, und Túrin, Sohn Húrins von Dor-Lómin sammelte Elben und Menschen nördlich des Amon Rûdh. Dieser Streitmacht schloss Ardir sich an, denn er hoffte, Túrin könnte die Herren der Elben erneut dazu bringen, offenen Krieg gegen Morgoth zu führen.
Aber mit der Einnahme des Amon Rûdh war auch diese Hoffnung zunichte, und er musste erneut nach Nargothrond zurückkehren. Aber wieder war ihm keine lange Zeit in Nargothrond beschieden, denn durch Túrins Ankunft in Nargothrond führten die Elben wieder offenen Krieg gegen Morgoth, was er sehr begrüßte. Doch dieser offenen Krieg war ein Fehler, denn im Jahr 495 griff Glaurung der Drache Nargothrond an, und nach der verlorenen Schlacht auf der Tumlahad, aus der Ardir um Haaresbreite entkommen konnte, fiel die Stadt.
Ardir floh nun nach Balar, denn er sah keine Hoffnung mehr im Krieg gegen Morgoth. Acht Jahr später wurde Doriath von den Zwergen geplündert und König Thingol erschlagen. Da verließ Nellas, die einst eine Freundin Túrins gewesen war, als er jung war, das Land und kam nach Balar, wo sie Ardir traf und sich in ihn verliebte. Nur sieben Jahr später heirateten sie.
Damit endete der dritte Teil des Buches und der vierte, überschrieben mit "Das Ende" begann.
In Doriath lebten seit Beginn des Zeitalters Malgalads Tochter Linwiel und ihr Gatte Anvíron. Sie hatten keinen Anteil an den Geschehnissen im restlichen Beleriand, denn sie waren zufrieden, in Doriath zu wohnen, und auch nach Thingols Tod blieben sie dort, unter der Herrschaft von Dior, seinem Enkel. Doch als die Söhne Feanors Doriath angriffen um den Silmaril zu erlangen, den zweiten Sippenmord begangen und Dior töteten, flohen sie mit Elwing, Diors Tochter, an die Sirionmündungen, wo drei Jahre danach Malire, ihre Tochter geboren wurde, der zunächst Oropher im Jahr 521 und Amdír im Jahr 537 folgten.
Im Jahr nach Amdírs Geburt, als ihr Fürst Earendil sich gerade auf einer seiner Fahrten befand, griffen die Söhne Feanors die Sirionmündungen an, wiederum um den Silmaril zu erlangen. Dabei fielen Linwiel und Anvíron, doch ihre Kinder konnten gerettet werden und wurden nach Balar gebracht, wo sie in die Obhut von Ardir und Nellas kamen, da ihre Verwandtschaft erkannt wurde.
Nach dem Untergang Beleriands waren die Nachkommen Lenwes nicht willens, Mittelerde zu verlassen und Amdír, der inzwischen zu einem stolzen Elb herangewachsen wahr, wanderte mit Ardir und Nellas nach Osten, bis nach Lórinand, wo sie sich niederließen. Oropher und Malire jedoch zogen in den Norden des Großen Waldes östlich von Lórinand.
Hier endete die im Buch aufgezeichnete Geschichte des Hauses Lenwe.
                                                                                                                                       
Erstaunt blickte Oronêl sich um. Er hatte während des Lesens alles um sich herum vergessen, und inzwischen war die Nacht vergangen und der Morgen dämmerte herauf. Immer noch saß Mithrellas auf der anderen Seite des Feuers und sah ihn an. Als ihre Blicke sich trafen, lächelte sie und sagte: "Nun weißt du, woher wir kommen. Doch wie du sicher bemerkt hast, fehlt einiges und es sind noch viele Seiten frei. Als ob Großmutter gewusst hätte, dass dieses Buch eines Tages dir in die Hände fallen wird."
"Was willst du mir damit sagen?", fragte Oronêl verwundert.
"Schreib es weiter, vollende es. Die Geschichte von Amdír und Amroth, und auch von dir und mir ist genauso ein Teil der Geschichte dieses Buches wie das, was bereits darin niedergeschrieben ist. Und gleichzeitig kannst du damit die Enttäuschung, die du deinen Eltern durch deine Weigerung, Gelehrter zu werden, vielleicht wieder gutmachen. Was hältst du davon?", fragte Mithrellas.
Er antwortete nicht gleich, sondern stützte das Kinn in die Hände. "Vielleicht... eines Tages, wenn ich Ruhe und Frieden habe... dann werde ich es tun."

Oronêl und Mithrellas nach Caras Galadhon...
« Letzte Änderung: Februar 21, 2012, 15:08 von Eandril » Gespeichert



RPG: 1. Char Oronêl ist in Lothlórien
         2. Char Edrahil reist durch Belfalas
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