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Patrick Rothfuss: Die Furcht des Weisen, Teil 1
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Autor Thema: Wälder Lothloriens II  (Gelesen 4150 mal)
Dragonfire

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« Antworten #30 am: Oktober 28, 2009, 20:46 »

Ein plötzlicher Windstoss weckte Màroneth aus der Bewusstlosigkeit.
Er lag auf dem Bauch und seine Augen und Haare waren mit Schlamm verklebt.
Während er sich bemühte, die Herkunft der aufziehenden Kälte zu erkennen, kehrten langsam seine Erinnerungen an Vorhin zurück:

Der Ork-Pfeil, der ihn seitlich streifte... Wie er verzweifelt gegen ihre Überzahl ankämpfte... Der grosse Ork, der ihn von hinten mit seiner Keule erwischte...Und wie er es am Boden liegend gerade noch schaffte, seinen Mantel über sich zu werfen...

Dann wurde er sich mit einem erschreckten Moment gewahr, woher der Wind auf einmal kam.
Jemand muss meinen Umhang weggerissen haben!
Doch wer?
Als Màroneth genauer darüber nachdachte, fiel ihm ein, das es gar nicht so viele Möglichkeiten gab.
Entweder ein Freund oder ein Feind.
Er hoffte sehr das es das letztere war, und da noch keine scharfe Waffe in seinem Rücken steckte, wurde seine Hoffnung scheinbar bestätigt.
Dies war zwar ein gutes Zeichen, doch trotzdem empfand Màroneth es als das beste, sich weiterhin  bewusstlos zu stellen, bis er etwas mehr über den oder die Fremden, die ihn entdeckt hatten, erfahren hatte. Er dachte noch lange daran, bis auf einmal ein weiteres Bild seines Kampfes in seine Erinnerung kam:

Der menschliche Junge und die Frau mit der gelben Haut,  - der weibliche Ostling –  die auf ihn zu liefen.

Die beiden sind das letzte, an das ich mich noch erinnern kann... Vielleicht sind sie es, die mich gefunden haben...
Erst war er froh, das er eine plausible Antwort auf die Identität seiner Finder entdeckt hatte,
doch dann war er sich dabei auf einmal nicht mehr wirklich sicher, ob es so gut war, von einem fremden Jungen und einem Ostling bewusstlos aufgefunden zu werden...
Egal,
alles ist besser als diese dreckigen Orks,

wiederholte er immer wieder in Gedanken.

Dann war es eine längere Zeit lang still, und gerade als Màroneth sich fragen wollte, ob sie wohl einfach weitergegangen waren, durchschnitt eine weibliche Stimme die Stille, die etwas so überraschendes sagte, in so einem beunruhigendes Tonfall, dass er es bei allem Verlangen, sich Bewusstlos zu stellen, nicht verhindern konnte, verstört die Augen aufzureissen und den Kopf in ihre Richtung zu drehen.

„Sie kommen!“
« Letzte Änderung: Oktober 28, 2009, 20:48 von Dragon » Gespeichert

The Chaosnight

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« Antworten #31 am: Oktober 30, 2009, 20:58 »

Aiwyn war schon kurz davor sich umzudrehen und weiter zu gehen, immerhin gab es hier im Wald genug feindlich gesinnte Menschen und mit Orks wollte sie in nächster Zeit nichts mehr zu tun haben. Obwohl sie schwache und feige Wesen waren und sie sich sicher war jeden von ihnen problemlos besiegen zu können waren ihr ihre Waffen zu gefährlich: Sie spürte noch immer die Schmerzen des Giftes in ihrer Seite, die von den Erinnerungen an die Heilhäuser noch schlimmer wirkten und sie hatte gesehen, in welch ungeheurer Zahl sie aufgetreten waren, welche Massenware sie waren, wie sie sich selbst sagte. Sie wusste noch immer nicht wie die Schlacht nun genau beendet wurde, doch es schien ihr offensichtlich, dass noch hunderte, wenn nicht tausende von ihnen entkommen sein könnten und gegen solche Massen wäre sie chancenlos.

Sie drehte sich kurz zu Jutan um, um ihm zu sagen, dass der Mann tot sei und sie lieber weiter gehen sollten, doch irgendetwas hatte ihre Aufmerksamkeit erregt, als sie gerade den Mund aufmachen wollte. Schnell starrte sie wieder auf den Verwundeten, der die Augen weit geöffnet hatte und seinen Kopf in ihre Richtung bewegt hatte.
Kurzzeitig spürte sie Überraschung, Wut und Hast in sich, Überraschung darüber, dass dieser Mann noch lebte, Wut darüber, dass er noch nicht wieder aufgestanden war und Hast angesichts der drohenden Gefahr und der Gewissheit, dass sie ohne ellenlange Begrüßungsfloskeln und irgendwelche Hilfen nicht weiter gehen könnte.
Die Überraschung und die Wut verschwanden so schnell wie sie gekommen waren, doch die Hast wurde sogar noch größer und sorgte auch dafür, dass ihr einziges Begehren daran lag so schnell wie möglich aus dieser Situation herauszukommen.
"Komm mit, du hast selbst gesehen, dass dieser Wald nur noch den Tod birg...", platzte es schnell aus ihr heraus und kurz darauf bedauerte sie es schon: Sie kannte Jutan schon so gut wie gar nicht und nun fragte sie einen komplett Unbekannten, ob er sie begleiten wolle und das auch noch in der im Westen für unhöflich befundenen Sprachweise, wie sie im Osten üblich war. Aber gesagt war gesagt, sie biss sich auf Die Zunge, holte einmal tief Luft und ergänzte vergleichsweise langsam: "Wenn du den Wa...", kurze Pause, "Wenn ihr den Wald verlassen wollt könnt ihr etwas mitkommen, für die Nacht wären zwei weitere Auge hilfreich, in diesen Gebieten kann man nie wissen was einen erwartet."
« Letzte Änderung: Oktober 17, 2010, 18:01 von The Chaosnight » Gespeichert

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Dragonfire

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« Antworten #32 am: November 06, 2009, 17:37 »

Es ist nicht der richtige Moment für Vorurteile
Das war das Erste, was Màroneth in den Sinn kam, als er die beiden Leute sah, die ihn aufgefunden hatten.
Der Junge sah so aus, als würde er erst in ein paar Jahren das Mannesalter erreichen, und sah eigentlich ganz normal aus, ausser das er bewaffnet und mit einer Rüstung ausgestattet war.
Ist er ein Soldat? Ein Kriegsflüchtling? Oder hat er die Ausrüstung jemandem geklaut?
Das verwirrte ihn zwar ein wenig, doch was ihm viel wichtiger erschien war der weibliche Ostling, denn auch wenn bei der Ermordung seines Vaters nur Haradrim mitgewirkt hatten, war seine Beziehungen zu Ostlingen nicht gerade freundlich. Alleine schon, dass sie auf Saurons Seite kämpften, reichte Màroneth als Grund, sie grösstenteils zu verachten.
Dieser hier reiste hingegen mitten am Tag mit einem Jungen herum, und dass auch noch in den Wäldern Lothloriens...
Sehr seltsam
Die Ostling-Frau begann nun langsam mit ihm zu reden.
„Komm mit, du hast selbst gesehen, dass dieser Wald nur noch den Tod birg...“, sagte sie und stoppte dann auf einmal.
Wieso redet sie mit mir, als würde sie mich schon lange kennen?
„Wenn du den Wa...“ fing sie wieder an und vollendete schlussendlich:
„Wenn ihr den Wald verlassen wollt könnt ihr etwas mitkommen, für die Nacht wären zwei weitere Auge hilfreich, in diesen Gebieten kann man nie wissen was einen erwartet."
Da wurde Màroneth klar, das er gar keine andere Wahl hatte, denn auch wenn ihm seine Finder noch nicht recht sympathisch waren, würden die Orks bald zurückkehren, und dann würde es aus sein mit ihm...
Ausserdem kann ich nicht viel mehr erwarten, ich bin schon froh, das sie mich nicht einfach liegen gelassen haben.
So rappelte er sich auf, stützte sich auf sein Schwert und versuchte erschöpft, seine überall verstreut liegenden Sachen zu packen.
„Mein Name ist übrigens Màroneth.“, sagte er, als der Junge Mann ihm seinen Dolch reichte, den er aus dem Baum gezogen hatte.
Auch die anderen beiden gaben dann ihren Namen preis, und dann lief Aiwyn, wie der weibliche Ostling genannt wurde auch schon los.
„Sie scheint gestresst zu sein“ sagte Màroneth zu Jutan, seinem anderen Begleiter, worauf der entgegnete: „Und das sollten wir auch“
Und in Anbetracht der annahenden Orks, so dachte Màroneth als die drei auf den Waldrand zuliefen, war das ein wahres Wort.

Màroneth, Jutan und Aiwyn nach: Ebenen vor Fangorn
« Letzte Änderung: November 06, 2009, 17:41 von Dragonfire » Gespeichert

Tom Bombadil

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« Antworten #33 am: Februar 07, 2010, 15:44 »

Celebithiel, Amrun, Aphadon und so weiter und sofort von der Grenze Loriens

Aphadon fühlte sich seltsam rein. Als ob er wirklich unter seine Vergangenheit einen Schlussstrich gezogen hätte und nun von vorn anfinge. "Die Überschrift des neuen Kapitels lautet Aphadon", murmelte gedankenverloren vor sich hin er vor sich hin.
"Warum so trübselig?", fragte ihn Amrun, der neben ihm durch die dünne Schneeschicht stapfte.
Aphadon blickte dem Elben in die tiefblauen Augen und lächelte matt.
"Ich bin nicht trübselig. Nur... etwas irritiert."
Einige Augenblicke schwiegen sie. Trotz des fallenden Schnees und des wolkenverhangenen Himmels war es merkwürdig warm unter den Wipfeln der goldenen Bäume. Zuletzt war Aphadon, damals noch Nerblog, unter anderen Bedingungen hierher gekommen, mit verbundenen Augen. Man hatte ihn auch nicht besonders höflich behandelt, und so wurde ihm erst jetzt die bewundernswerte Schönheit des goldenen Waldes bewusst.
Der Tross hatte sich mittlerweile zum großen Teil aufgelöst. Offenbar wusste jeder, was er zu tun hatte und wohin er gehörte. Überall herrschte geschäftiges Treiben auf den Bäumen, hinter den dicken Stämmen der Mallorn, er hörte sogar ein vielstimmiges, fröhliches Lied aus weiter Ferne.
Auch Amrun schien zu wissen, wohin er wollte und so heftete Aphadon sich an seine Fersen. "Mhm... Was geschieht jetzt? Was soll ich tun?", fragte er den Elben unsicher.  
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manana
Thorondor the Eagle

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Uruk-hai
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« Antworten #34 am: Februar 08, 2010, 22:05 »

"Komm erst einmal mit uns. Hier in Lorien sind wir noch gut beschützt. Hier wird uns die Möglichkeit gegeben ja sogar abverlangt uns von den Strapazen der Schlacht zu erholen. Im Goldenen Wald kannst du Ruhe finden, zumindest für eine kurze Zeit", antwortete Amrûn.
"Und was wird nachher passieren? Ziehen die Elben wieder in den Süden, werden sie weiter gegen Sauron vorgehen?"
"Das weiß ich nicht und es liegt auch nicht in meiner Macht diese Entscheidung zu treffen, aber ich bin überzeugt, dass Galadriel in all ihrer Weisheit über diese Situation urteilen wird und so handelt wie es ihr am klügsten erscheint." Amrûn war beruhigt, als er diese Worte aus seinem eigenen Mund gehört hatte, denn er sagte sie aus tiefster Gewohnheit.
In schnellstmöglichem Schritte folgte nun der Zug der Elben dem Pfad. Allen voran schritten Galadriel und Celeborn, die Herren des Waldes. "Caras Galadhon, endlich sind wir hier. Endlich sind wir heimgekehrt" ertönte die tiefe Stimme der Herrin des Lichts durch den dichten Wald und vor ihnen taten sich die hohen Mallornbäume der Stadt auf. Die Kronen waren mit weißem Samt bedeckt und die silbernen Stämme reflektierten das intensive Licht der Sonne. Hier im tiefsten Kern des Elbenreiches war die Magie noch nicht verflogen, die Zeit wirkte wie erstarrt und das Leben viel leichter. Zahlreiche der goldenen Blätter hielten dem Druck des Schnees nicht stand und segelten leise die Stämme entlang, hinab zum Boden.
"Sieh Aphadon, einen schöneren Ort als diesen wirst du nirgends in Mittelerde finden. Er ist einzigartig und rein. Sauron hat hier keine Macht, die hatte er auch niemals", sagte Amrûn und im fiel ein Stein vom Herzen bei diesem Anblick. Die Sorgen der vergangenen Tage waren wie vom Winde davon getragen; sie hatten keine Bedeutung.

Sie folgten der schützenden Hecke, bis sie schließlich zu den Füßen der Bäume gelangten. Hier verteilten sich die eingelangten Truppen in viele Richtungen, Celeborn und Galadriel begaben sich mit Gandalf hoch zum Palast. Amrûn und Aphadon blieben stehen und warteten auf die beiden Nachzügler und noch ehe sie eintrafen, standen sie alleine im Schatten eines großen Stammes: "Aphadon, weit hat dich diese Reise schon gebracht und noch dazu in Länder, die du wohl eher nicht von der Nähe betrachtet hättest, zumindest nicht in deinem früheren Leben. Ich kenne die Abneigung der Ostlinge gegen unser Volk, auch wenn ich es nicht verstehe, so muss ich doch zugeben, dass auch ich dir nicht vertrauen kann", sagte Amrûn ernst "zumindest noch nicht. Ich möchte dich kennen lernen, wissen warumdu deine Heimat verlassen hast und wie du in den Kerkern von Isengart gelangt bist. Ich bin nämlich der Meinung, dass die Geschichte eines Geschöpfes mehr über die Persönlichkeit aussagt, als alles andere. Hier erkennt man die tiefen Abgründe und die versteckten Absichten eines jeden..."

Celebithiel, Antien, Aphadon und Amrûn nach Caras Galadhon
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1. Char Amrûn ist in Lothlorien   |-----|   2. Char Elea ist in Minas Tirith
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« Antworten #35 am: November 26, 2011, 17:56 »

Aiwyn, von: "Von Mensch und Elb"

Sie fand Bogan an jenem See, an dem sie einst Jutan gefunden hatte und mit ihm nach Rohan aufgebrochen war. Er stand starr vor dessen Oberfläche und blickte in die kreisförmigen Wellen, die die fallenden Blätter erzeugten. Sie atmete tief ein und stellte sich neben ihn, woraufhin er kurz aufseufzte und ohne sich umzudrehen sagte: "Es tut mir Leid Aiwyn, aber ich muss im Moment allein sein. Ich weiß einfach nicht was ich fühlen soll - Ich bin jetzt jahrelang durch fremdes Land gewandert und aufgrund einiger Wahnsinniger wieder zur Flucht gezwunge wurden, ich bin fast erstochen, erschlagen und erschossen wurden und nun ist auch meine Heimat verloren und ich weiß nicht was mit meinen Freunden und Verwandten ist. Nun bin ich endgültig ein Heimatloser. Ich brauche einfach Zeit um damit klar zu kommen!"
"Dann bist du ein Idiot", zischte Aiwyn, "Du kennst genau eine Person die genau das selbe erlebt hat und statt mit ihr zu reden versuchst du irgendwie alleine damit zu leben?" Geschockt hatte Bogan sich zu ihr umgedreht, er hatte sie schon seit Jahren ihm gegenüber nicht mehr so aufgebracht gesehen und schien damit klar überfordert. Er schluckte und murmelte dann nur ein kurzes "Tschuldigung, hab ich vergessen..."
"Ach ja? Immerhin einer von uns, der dazu in der Lage war!" Sie rang einige Zeit mit den Worten und Bogan ergriff in dieser Zeit wieder das Wort: "Beruhig dich doch! Ich bin gerade einfach nur schlecht drauf, da redet man schon mal wirr. Was hast du damals gemacht, als du in der selben Lage warst?"
"Genau darin liegt mein verdammtes Problem! Ich hatte gar nichts gemacht und diese Situation ertragen, eben weil ich nichts tun konnte. DU warst es, der für mich da war! All die Jahre war ich nichts als ein verhasster Geist, das umherging und ich habe damit gelebt, weil es einen einzigen Menschen gab, der mehr in mir sah! Verdammt noch mal - bis zu unserer gezwungenen Trennung in Rohan war ich kaum in der Lage überhaupt irgendetwas wie ein eigenes Leben zu führen, denn entweder war ich nur der Geist oder jemand der von seinen Freunden abhängig ist! Ich musste bei dir sein um irgendetwas wie ein Leben führen zu können. In der Zeit des Suchens habe ich vor allem eines erkannt: Ich brauch dich nicht zum Überleben, aber ich brauche dich als Freund in Zeiten der Not und will dich als Geliebten haben. Du warst immer da, als ich nicht wusste, was ich brauche, doch jetzt wo ich dich wirklich brauchte war ich alleine! Barlae wäre beinahe gestorben...sie hat nur noch gezuckt..und dann war sie still! Ich..Ich wusste nicht was ich tun könnte und niemand kam zu Hilfe..Ich war allein und war machtlos irgendetwas zu ändern..."
"Geh...Geht es ihr gut?", fragte er und auf Aiwyns Nicken hin seufzte er erleichtert aus, "Ich dachte die Elbe hätte alles geregelt...sonst wäre ich nie weggegangen! Ich habe  mich damals entschieden bei dir zu bleiben und würde es jederzeit wieder tun. Was auch immer in dieser kranken Zeit noch passieren wird - Ich werde bei dir sein!"

Er ergriff ihre Hand und zusammen gingen sie zurück in die Heilhäuser.

Aiwyn, zurück in die Heilhäuser
« Letzte Änderung: November 27, 2011, 20:59 von The Chaosnight » Gespeichert

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Eandril

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« Antworten #36 am: Februar 20, 2012, 20:14 »

Oronêl und Mithrellas vom Cerin Amroth

Obwohl die Zeit drängte und Oronêl fürchtete das jede Minute, ja, jede Sekunde kostbar war, schlug ihre Gruppe ein Lager auf, als der Mond hinter den Bäumen versank und sich tiefe Finsternis über den Wald senkte. Nachdem einige der Elben tote Äste und Zweige gesammelt hatten, denn sie wollte nichts von einem lebenden Baum nehmen und ihn verletzen, und damit ein kleines Feuer entfacht hatten, legten sich die meisten schlafen.
Doch Oronêl konnte nicht schlafen, also setzte er sich nahe ans Feuer, wo der flackernde Lichtschein den Boden erhellte, und holte das Buch seiner Mutter aus seinem Beutel und betrachtete es.
"Ließ es.", hörte er Mithrellas sagen. Er blickte auf, und sah sie durch die Flammen auf der anderen Seite des Feuers sitzen. "Ließ es.", wiederholte sie, "Und du wirst verstehen, woher wir kommen." Er nickte langsam, und öffnete dann das Buch.
                                                                                                                                                     
Der erste Teil des Buches war mit "Lenwe" überschrieben.
Das Buch begann mit dem Bericht, wie die Elben am Cuiviénen erwachten, und erzählte besonders ausführlich von Enel und Enelye, die zu den ersten gehörten, die erwacht waren. Diese hatten vier Söhne: Elwe, Olwe, Alwe und Elmo, den Jüngsten. Elwe, Olwe und Elmo hatten in der Zeit in Cuiviénen noch keine Frau erwählt, doch im selben Jahr, in dem die Valar Melkor zum ersten Mal niederwarfen und gefangen nahmen wurde Alwes Sohn Lenwe geboren. Bald darauf gehörte Elwe zu den drei Botschaftern, die nach Valinor gebracht wurden, und bei ihrer Rückkehr viele Elben von der Reise nach Westen überzeugten, darunter auch Olwe, Elmo und Lenwe, doch Enel, Enelye und Alwe entschlossen sich, nicht nach Westen zu gehen, und damit verschwanden sie aus dem Wissen des Westens.
Der Weg nach Westen war lang und gefährlich, doch schließlich erreichten die Elben die Kette der Hithaeglir, die ihnen hoch und unübersteigbar erschien, doch die meisten unter ihnen wollten die Überquerung wagen. Lediglich ein Teil des Stammes von Enel und Enelye, von denen auch viele bereits in Cuiviénen zurückgeblieben waren, blieb auf der Ostseite des Gebirges. Diese erhoben Lenwe, der auch vor dem Gebirge zurückschreckte, zu ihrem Anführer, und so entstand das Volk der Nandor. Die Nandor wanderten zunächst einzeln und in kleinen Gruppen umher, doch nach und nach bewegten sie sich nach Süden, bis sie durch das Land, das später Calenardhon heißen sollte, nach Eriador gelangten. Dort ließen sie sich dauerhaft nieder, und dort wurden Lenwes Kinder geboren: Denethor, der ältere Sohn, Malgalad, sein jüngerer Bruder, und schließlich Linwen, ihre Schwester.
Aber der Frieden der Nandor war nicht von unendlicher Dauer, denn nach einigen Jahren begannen sich Orks und Wölfe aus dem Norden und dem Osten in den Hithaeglir und den umliegenden Landen auszubreiten. Die Leben für die Nandor wurde immer gefährlicher, und schließlich wurde Lenwe auf einer seiner Wanderungen von Orks überfallen und starb bald darauf an seinen Verwundungen, denn die Waffen der Orks waren vergiftet.
An dieser Stelle endete der erste Teil, und der zweite Teil war mit "Denethor" überschrieben.
 Im selben Jahr wurde auch Linwiel, Malgalads Tochter geboren, und auch um sie zu schützen, drängte er seinen Bruder Denethor dazu, nach Westen weiter zu ziehen. Es gelang ihm Denethor, der Lenwe als Fürst der Nandor nachgefolgt war, zu überzeugen, die Wanderung fortzusetzen, und sie sammelten einen Großteil der Nandor um sich und begannen den Weg nach Westen. Allerdings versperrten ihnen schon bald die Ered Luin den Weg, und sie hielten abermals an, um die Gegend auszukundschaften. Dabei geriet Malgalad mit einer kleinen Spähergruppe in ein Trolllager und wurde getötet, doch einige seiner Gefährten entkamen und konnten Denethor von dem Unglück berichten.
Nun übernahm Linwen anstelle ihres Bruders neben Denethor die Führung über das Volk, und gemeinsam erreichten sie im Jahr darauf Ossiriand, auf der Westseite des Gebirges.
Da ihnen dieses Land gut und sicher erschien, begannen sie in den Wäldern zu wohnen, und Kundschafter nach Westen zu entsenden. So kamen sie mit König Thingol von Doriath, der einst Elwe geheißen hatte und somit Denethors Großonkel war, in Kontakt, und aufgrund der direkten Abstammung Thingols von Enel und Enelye erkannte Denethor Thingols Oberherrschaft über Beleriand, von dem Ossiriand ein Teil war, an. Von diesem Zeitpunkt an nannten die Nandor sich Laiquendi.
Es folgte eine weitere Zeit des Friedens für Denethors Volk, und in dieser Zeit wurde bald nach der Ankunft in Ossiriand Anwien, Linwens Tochter geboren, die als die schönste der Laiquendi galt. Auch der Kontakt zu Doriath verstärkte sich mehr und mehr, und nach vielen Jahren heiratete schließlich Linwiel, Malgalads Tochter Anvíron, einen Sinda aus Doriath, und lebte mit ihm in Ossiriand.
Aber wiederum war die Zeit des Friedens nicht von Dauer, denn bald darauf kehrte Melkor nach Mittelerde zurück und ließ Beleriand von seinen Heerscharen angreifen. Denethor und Linwen eilten Thingol mit einer Schar Krieger zu Hilfe, doch sie wurden auf dem Amon Ereb eingeschlossen und fielen, bevor Thingols Heer sie retten konnte. Damit war das Haus Lenwe im Mannesstamm erloschen, doch es lebte noch immer in Linwiel, die nun mit Anvíron nach Doriath zog, und Linwens Tochter Anwien, die nach Eglarest floh, weiter.
An dieser Stelle endete der zweite Teil.
                                                                                                                                         
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RPG: 1. Char Oronêl ist in Lothlórien
         2. Char Edrahil reist durch Belfalas
Eandril

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« Antworten #37 am: Februar 20, 2012, 21:42 »

Oronêl hörte auf zu lesen, und blickte Mithrellas an. "Ich wusste das alles nicht.", sagte er leise. "Meine Mutter hat dieses Buch geschrieben, aber sie hat mir nie etwas von alledem erzählt. Und hätte sie es gewollt, ich hätte mich nicht dafür interessiert. Ich war nur an Bogenschießen, anschleichen und Axtkampf interessiert, denn ich wollte ein Krieger werden, kein Gelehrter. Ich glaube ich habe sie enttäuscht. Aber ich kann sie nun ein wenig besser verstehen... und dich auch, Tochter."
Mithrellas sagte nichts, sondern sah ihn nur an. Er senkte erneut den Blick auf das Buch und fuhr fort zu lesen.
                                                                                                                                       
Der Titel des dritten Teils lautete "Ardir"...
Nach der ersten Schlacht von Beleriand hatte sich das Haus Lenwe aufgeteilt: In Doriath lebte nun Linwiel, Malgalads Tochter, mit ihrem Gatten Anvíron, und in Eglarest wohnte Anwien, Linwens Tochter. Diese verliebte sich bald in Hirluin, einen Vertrauten Círdans, und heiratete ihn einige Jahre nach ihrer Ankunft in Eglarest. Im einundzwanzigsten Jahr nach dem ersten Aufgang der Sonne wurde schließlich Ardir, ihr Sohn geboren, der einer der größten unter den Nachkommen Lenwes wurde, doch obwohl er niemals großen Ruhm erlangte, war er an den meisten wichtigen Ereignissen in West-Beleriand beteiligt. Als Ardir 81 Jahre alt war, verließ er seine Eltern und schloss sich Finrod Felagund in Nargothrond an, denn er bewunderte die Größe und Klugheit der Noldor.
In Nargothrond lernte er den Umgang mit der Axt, der Waffe der Sindar, und wurde einer der besten Axtkämpfer in Nargothrond. Er gehörte zu den Soldaten, die Finrod zur Verstärkung seines Wachturms Minas Tirith auf Tol Sirion sandte, als dieser in der Dagor Bragollach angegriffen wurde, und gehörte zu denen, die zwei Jahre später der Einnahme der Festung durch Sauron entkamen. Beim Fall von Minas Tirith sah er viele seiner Freunde sterben, und von diesem Zeitpunkt an wuchs sein Hass auf Morgoth und auf Sauron im Besonderen. Aber vorerst zog kein Heer von Nargothrond mehr in den offenen Krieg, sehr zu Ardirs Verdruss, doch im Jahr 472 des Ersten Zeitalters hörte man in Nargothrond, das Morgoth die Falas bedrohte. Die Sorge um seine Eltern und der Hass auf Morgoth trieben Ardir erneut in den Krieg, doch als er Eglarest schließlich erreichte, war es bereits zu spät.
Die Heerscharen Morgoths hatten den Hafen bereits zerstört und viele seiner Bewohner erschlagen, doch Círdan war mit vielen anderen nach Balar geflohen. In der Ungewissheit, ob seiner Eltern noch lebten, machte Ardir sich auf den Weg zu den Sirion-Mündungen und von dort nach Balar. Dort erfuhr er, dass Anwien und Hirluin bei der Verteidigung der Stadt gefallen waren, und kehrte voller Trauer und Zorn nach Nargothrond zurück.
Der Tod seiner Eltern war der Grund dafür, dass er Nargothrond erneut verließ, diesmal gegen den Willen Orodreths, der nach dem Tod seines Bruders Finrod König geworden war. Es war das Jahr 488 des Ersten Zeitalters der Sonne, und Túrin, Sohn Húrins von Dor-Lómin sammelte Elben und Menschen nördlich des Amon Rûdh. Dieser Streitmacht schloss Ardir sich an, denn er hoffte, Túrin könnte die Herren der Elben erneut dazu bringen, offenen Krieg gegen Morgoth zu führen.
Aber mit der Einnahme des Amon Rûdh war auch diese Hoffnung zunichte, und er musste erneut nach Nargothrond zurückkehren. Aber wieder war ihm keine lange Zeit in Nargothrond beschieden, denn durch Túrins Ankunft in Nargothrond führten die Elben wieder offenen Krieg gegen Morgoth, was er sehr begrüßte. Doch dieser offenen Krieg war ein Fehler, denn im Jahr 495 griff Glaurung der Drache Nargothrond an, und nach der verlorenen Schlacht auf der Tumlahad, aus der Ardir um Haaresbreite entkommen konnte, fiel die Stadt.
Ardir floh nun nach Balar, denn er sah keine Hoffnung mehr im Krieg gegen Morgoth. Acht Jahr später wurde Doriath von den Zwergen geplündert und König Thingol erschlagen. Da verließ Nellas, die einst eine Freundin Túrins gewesen war, als er jung war, das Land und kam nach Balar, wo sie Ardir traf und sich in ihn verliebte. Nur sieben Jahr später heirateten sie.
Damit endete der dritte Teil des Buches und der vierte, überschrieben mit "Das Ende" begann.
In Doriath lebten seit Beginn des Zeitalters Malgalads Tochter Linwiel und ihr Gatte Anvíron. Sie hatten keinen Anteil an den Geschehnissen im restlichen Beleriand, denn sie waren zufrieden, in Doriath zu wohnen, und auch nach Thingols Tod blieben sie dort, unter der Herrschaft von Dior, seinem Enkel. Doch als die Söhne Feanors Doriath angriffen um den Silmaril zu erlangen, den zweiten Sippenmord begangen und Dior töteten, flohen sie mit Elwing, Diors Tochter, an die Sirionmündungen, wo drei Jahre danach Malire, ihre Tochter geboren wurde, der zunächst Oropher im Jahr 521 und Amdír im Jahr 537 folgten.
Im Jahr nach Amdírs Geburt, als ihr Fürst Earendil sich gerade auf einer seiner Fahrten befand, griffen die Söhne Feanors die Sirionmündungen an, wiederum um den Silmaril zu erlangen. Dabei fielen Linwiel und Anvíron, doch ihre Kinder konnten gerettet werden und wurden nach Balar gebracht, wo sie in die Obhut von Ardir und Nellas kamen, da ihre Verwandtschaft erkannt wurde.
Nach dem Untergang Beleriands waren die Nachkommen Lenwes nicht willens, Mittelerde zu verlassen und Amdír, der inzwischen zu einem stolzen Elb herangewachsen wahr, wanderte mit Ardir und Nellas nach Osten, bis nach Lórinand, wo sie sich niederließen. Oropher und Malire jedoch zogen in den Norden des Großen Waldes östlich von Lórinand.
Hier endete die im Buch aufgezeichnete Geschichte des Hauses Lenwe.
                                                                                                                                       
Erstaunt blickte Oronêl sich um. Er hatte während des Lesens alles um sich herum vergessen, und inzwischen war die Nacht vergangen und der Morgen dämmerte herauf. Immer noch saß Mithrellas auf der anderen Seite des Feuers und sah ihn an. Als ihre Blicke sich trafen, lächelte sie und sagte: "Nun weißt du, woher wir kommen. Doch wie du sicher bemerkt hast, fehlt einiges und es sind noch viele Seiten frei. Als ob Großmutter gewusst hätte, dass dieses Buch eines Tages dir in die Hände fallen wird."
"Was willst du mir damit sagen?", fragte Oronêl verwundert.
"Schreib es weiter, vollende es. Die Geschichte von Amdír und Amroth, und auch von dir und mir ist genauso ein Teil der Geschichte dieses Buches wie das, was bereits darin niedergeschrieben ist. Und gleichzeitig kannst du damit die Enttäuschung, die du deinen Eltern durch deine Weigerung, Gelehrter zu werden, vielleicht wieder gutmachen. Was hältst du davon?", fragte Mithrellas.
Er antwortete nicht gleich, sondern stützte das Kinn in die Hände. "Vielleicht... eines Tages, wenn ich Ruhe und Frieden habe... dann werde ich es tun."

Oronêl und Mithrellas nach Caras Galadhon...
« Letzte Änderung: Februar 21, 2012, 15:08 von Eandril » Gespeichert



RPG: 1. Char Oronêl ist in Lothlórien
         2. Char Edrahil reist durch Belfalas
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